Wirtschaftsspionage: Jedes zweite Unternehmen wird Opfer von Cyberattacken

Wirtschaftsspionage: Jedes zweite Unternehmen wird Opfer von Cyberattacken

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Serverkabel in einem Rechenzentrum.

Ob Geschäftsgeheimnisse oder Forschungsergebnisse - viele Unternehmen werden digital bestohlen. Aus Angst vor Imageschäden zeigen das aber nur die wenigsten an.

Rund jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist einer Umfrage zufolge in den vergangenen zwei Jahren Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. Besonders betroffen seien die Autoindustrie, die Chemie- und die Pharmabranche, teilte der IT-Verband Bitkom am Donnerstag mit.

Der deutschen Wirtschaft sei dadurch ein jährlicher Schaden von rund 51 Milliarden Euro entstanden. Einbußen hätten die Unternehmen durch Plagiate, Patenrechtsverletzungen und den Verlust von Wettbewerbsvorteilen. Zudem müssten Geräte ersetzt und Störungen im Betriebsablauf aufgefangen werden. Der Reputationsverlust könne Unternehmen in ihrer Existenz gefährden. Viele zeigten Datendiebstahl daher nicht an.

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Chronik: Die größten Datendiebstähle

  • April 2011

    Der japanische Unterhaltungskonzern Sony meldet das illegale Ausspähen mehrerer Server. Betroffen sind 77 Millionen Nutzer, die sich auf der Plattform der Spielkonsole „Playstation“ registriert hatten.

  • Januar 2012

    Hacker erschleichen sich den Zugang zu Rechnern des Online-Bekleidungsshops Zappos und stehlen 24 Millionen Kundendaten. Zappos ist eine 100-prozentige Tochter des Web-Warenhauses Amazon.

  • September 2013

    Vodafone zeigt den Diebstahl von zwei Millionen Kundendaten in Deutschland an. Ein Hacker stahl von Rechnern des Mobilfunkkonzerns Namen, Adressen und Kontodaten.

  • Oktober 2013

    Hacker dringen in Datenbanken des US-Softwareherstellers Adobe ein und stehlen Listen mit 152 Millionen Nutzerdaten. Sie konnten dabei auch die verschlüsselt gespeicherten Passwörter knacken.

  • Dezember 2013

    In Datenbanken der US-Warenhauskette Target dringen Hacker ein und stehlen 110 Millionen Kundendaten, darunter knapp 40 Millionen Kredit- und EC-Kartendaten.

  • Mai 2014

    Die Datenbank des Online-Auktionshauses Ebay wird angezapft. Die Hacker, die über gestohlene Mitarbeiterzugänge eindrangen, kommen in den Besitz von 145 Millionen Daten inklusive Passwörter und weiteren persönlichen Daten.

  • September 2014

    Bei der US-Baumarktkette Home Depot knacken Hacker die Sicherheitsvorkehrungen von Zahlungssystemen. Die Kreditkartendaten von 56 Millionen Kunden werden ausspioniert.

  • Oktober 2014

    Die US-Bank JP Morgan wird Opfer eines groß angelegten Cyberangriffs. Daten von 76 Millionen Privatkunden und sieben Millionen Firmenkunden fallen in die Hände von Hackern. Ausgespäht wurden Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Vor allem mittelständische Firmen schützten sich nicht ausreichend, erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Mit dem Einsatz von Verschlüsselungen würde die Zahl an digitalen Angriffen „signifikant kleiner werden“, sagte Kempf. Zudem müssten bereits an Universitäten mehr Kurse für IT-Sicherheit angeboten werden.

Täter sind vor allem Ehemalige

Bei mehr als jedem vierten der 1074 befragten Unternehmen seien Computer, Smartphones oder Tablet-Computer gestohlen worden. Bei fast einem Fünftel wurden nach eigenen Angaben Mitarbeiter manipuliert, um an Informationen zu kommen.

17 Prozent der Unternehmen berichteten vom Diebstahl sensibler elektronischer Dokumente, 16 Prozent von Sabotage ihrer Systeme. Bitkom berechnete aber auch nicht digitale Fälle wie den Diebstahl von physischen Dokumenten ein (14 Prozent).

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Täter sind der Umfrage zufolge vor allem die eigenen und ehemalige Mitarbeiter. Aber auch Wettbewerbern, Lieferanten und Kunden spionierten. 17 Prozent der Unternehmen nannten zudem Hobby-Hacker.

Die Studie ist repräsentativ für die deutsche Wirtschaft. Es wurden Führungskräfte von mehr als 1000 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern befragt.

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