Bild: apVor zehn Jahren sahen deutsche Zigarettenpackungen noch so aus. Der Warnhinweis der „EG-Gesundheitminister“ fand sich lediglich klein gedruckt am unteren Rand. Seit dem hat sich in der Gestaltung der Packungen weltweit viel getan.
Bild: apAb 2003 wurden die Warnhinweise EU-weit größer und einheitlich gestaltet. Von abschreckenden Bildern war damals noch nicht die Rede - und bis heute ist das in Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern auch noch nicht üblich.
Bild: dpaGanz anders in Australien. Das oberste Gericht des Landes erklärte es heute für rechtlich zulässig, dass Zigarettenpackungen nicht nur mit abschreckenden Bildern und großen Warnhinweisen versehen werden müssen. Es darf zudem nur der Markenname des Herstellers in einfacher Schrift aufgedruckt sein.
Bild: ReutersMit der Vorschrift zur einheitlichen und neutralen Gestaltung ist Australien derzeit Vorreiter. Die neue Packungsgestaltung wird ab Ende Dezember 2012 greifen.
Bild: dapdDas australische Gesundheitsministerium hält eine breite Palette an Bildern bereit. Auch in anderen Ländern sind solche drastischen Abbildungen üblich, allerdings darf dort noch das Logo einer Marke verwendet werden.
Bild: Neuseeländisches GesundheitsministeriumIn Neuseeland gilt seit 2008 bei der Bildwahl eine ähnliche Vorschrift wie in Australien. Hier versuchen die Packungsdesigner, Mitleid zu erwecken und so Käufer abzuschrecken.
Bild: Neuseeländisches GesundheitsministeriumKein medizinisches Sachbuch braucht sich hinter den neuseeländischen Abbildungen zu verstecken. Ironischerweise trägt die Webseite des Gesundheitsministeriums eine Warnung vor dem Schockpotenzial der Bilder. Im Laden fehlt ein solcher Hinweis jedoch.
- Bild: Brasilianisches Gesundheitsministerium
Eine Übersicht der in Brasilien verwendeten Warnungen auf einen Blick. Es wird sowohl vor den Auswirkungen des Tabakkonsums auf die eigene Gesundheit als auch auf die Gesundheit von Passivrauchern, Kindern und ungeborenen Säuglingen hingewiesen.
Bild: dpa - picture-allianceEtwas weniger drastisch fällt die Bebilderung in Spanien aus. Doch damit ist das südeuropäische Land schon eine Stufe weiter als die bislang in Deutschland üblichen, rein schriftlichen Warnungen.
Bild: FDAVerfaulte Gebisse haben es auch den amerikanischen Designern im Auftrag der Gesundheitspolitik angetan.
Vor zehn Jahren sahen deutsche Zigarettenpackungen noch so aus. Der Warnhinweis der „EG-Gesundheitminister“ fand sich lediglich klein gedruckt am unteren Rand. Seit dem hat sich in der Gestaltung der Packungen weltweit viel getan.
Aus Angst vor einer Massenflucht der Raucher hat die deutsche Zigarettenindustrie zum ersten Mal seit Jahren eine Tabaksteuererhöhung nicht an die Kunden weitergereicht. Eigentlich hätte eine Schachtel zum Jahreswechsel zehn Cent teurer werden müssen, denn die dritte Stufe der Tabaksteuererhöhung trat am 1. Januar in Kraft. Doch die Preise blieben praktisch unverändert, Industrie und Handel zahlen die höheren Abgaben an den Staat aus eigener Tasche.
Hintergrund ist aber nicht Mitgefühl mit den von teuren Kippen geplagten Rauchern: Die drei großen Anbieter Philip Morris (Marlboro), BAT (Lucky Strike) und Reemtsma (West) trauen sich mit den Hauptmarken nicht über eine Preisgrenze. „Die Industrie will nicht höher als fünf Euro pro Schachtel gehen", sagte der Geschäftsführer des Tabakhändlerverbands BTWE, Willy Fischel.
Genau so viel kostet nämlich zurzeit die 19-Zigaretten-Schachtel der wichtigsten Marke in Deutschland, Marlboro. Der Hersteller befürchtet offenbar, dass eine Erhöhung auf 5,10 oder 5,20 Euro die Kunden zur Konkurrenz treibt oder gleich ganz zu Schmuggelzigaretten.
Die übrigen Hersteller liegen mit ihren Marken zwar noch im Preis knapp unter fünf Euro. Sie können aber nicht risikofrei erhöhen, denn ihre Hauptmarken wie West oder Lucky Strike haben nicht die Strahlkraft der Marke Marlboro und sind deshalb traditionell etwas billiger. Mehr als fünf Euro kosten nur eher exotische Marken wie Juno, Reval oder Atika.
Bild: dapdIm vergangenen Jahr haben die Deutschen sechs Prozent weniger Zigaretten gekauft als 2011. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Der Absatz von Zigarren und Zigarillos sank sogar um zehn Prozent. Zudem wurde 0,4 Prozent weniger Feinschnitt versteuert. Den Deutschen vergeht unter dem Druck der Steuern für Tabakprodukte zunehmend die Lust am blauen Dunst. 2011 wanderten bei einer 5-Euro-Schachtel schon 3,68 Euro in die Staatskasse. Die strengen Werbeverbote haben auch ihren Preis für den Fiskus: Die Einnahmen aus der Tabaksteuer fielen 2012 um fast zwei Prozent auf 14,13 Milliarden Euro. Auf die Tabakindustrie kommen weitere Probleme zu. Die EU-Kommission plant eine Verschärfung der Tabakrichtlinie. Brüssel fordert die Einführung von Schockbildern und den Verbot von Menthol als Zusatzstoff.
Bild: dapdMarlboro
Marlboro ist die meistverkaufte Zigarettenmarke der Welt. 2009 kamen die unterschiedlichen Produktlinien der Marke laut Deutscher Tabakzeitung auf etwa 22 Prozent Marktanteil, darunter Red ( 12,77 Prozent), Gold (6,89 Prozent) und Flavour Mix ( 2,17 Prozent) .
Marlboro gehört zum Philip Morris Konzern. Der Konzern vertreibt noch zahlreiche weitere Zigarettenmarken, darunter Chesterfield und Parliament. Im Niedrigpreissegment ist der Philip Morris mit den Marken Bond Street, Red & White und Next aktiv.
Bild: REUTERSJohn Player
Die Marke John Player geht auf einen britischen Unternehmer zurück und wird hierzulande vom Reemtsma-Konzern vertrieben. Der Reemtsma-Tabakkonzern ist laut Deutschem Zigarettenverband mit einem Marktanteil von 25,66 Prozent der zweitgrößte Anbieter in Deutschland. Reemtsma gehört zu Imperial Tobacco - dem weltweit viertgrößten Tabakkonzern.
Bild: dpaL&M
L &M gibt es bereits seit 1873. Die Markenrechte liegen ebenfalls beim Tabakriesen Philip Morris. Die verschiedenen Produktlinien von L&M kommen in Deutschland auf einen Marktanteil von etwa 6,5 Prozent.
Bild: dpa/dpawebPall Mall
Die verschiedenen Geschmacksrichtungen von Pall Mall kommen auf einen Marktanteil von etwa 6,3 Prozent. Damit liegt die Marke bei deutschen Rauchern auf Platz vier. Inhaber der Marke ist British American Tobacco. Der Konzern produziert außerdem die Marken Dunhill, HB, Lord Extra und den Drehtabak Samson.
Bild: APWest
5,7 Prozent Marktanteil haben die Zigaretten der Marke West in Deutschland, sie ist zusätzlich noch in den Niederlanden und in Österreich verbreitet und ist seit 1981 auf dem Markt. Dahinter steckt der Reemtsma-Tabakkonzern und somit Imperial Tobacco.
Bild: obsLucky Strike
In den USA werden seit 1917 Zigaretten unter diesem Namen Lucky Strike verkauft. In Deutschland haben die Linien der Marke einen Marktanteil von ungefähr vier Prozent. Inhaber der Marke ist British American Tabacco.
Bild: dpaf6
Eine typische ostdeutsche Marke ist f6. Bis 1990 wurde sie von der VEB Dresdner Zigarettenfabriken produziert, jetzt gehört sie zum Philip-Morris-Konzern. Die Marke hat einen Anteil von etwa 2,7 Prozent auf dem deutschen Markt.
Bild: REUTERSCamel
Palmen, Pyramiden, Wüstenschiffe: Camel. Name und Aufmachung lassen auf einen Besitzer in orientalischen Gefilden schließen, aber nein, Camel gehört gehört zu Japan Tobacco International (JTI), die in Deutschland einen Gesamtmarktanteil von 4,07 Prozent halten. Neben Camel gehört auch die internationale Marke Winston zu JTI. Nach eigenen Angaben ist der Konzern der weltweit drittgrößte seiner Branche.
Im vergangenen Jahr haben die Deutschen sechs Prozent weniger Zigaretten gekauft als 2011. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Der Absatz von Zigarren und Zigarillos sank sogar um zehn Prozent. Zudem wurde 0,4 Prozent weniger Feinschnitt versteuert. Den Deutschen vergeht unter dem Druck der Steuern für Tabakprodukte zunehmend die Lust am blauen Dunst. 2011 wanderten bei einer 5-Euro-Schachtel schon 3,68 Euro in die Staatskasse. Die strengen Werbeverbote haben auch ihren Preis für den Fiskus: Die Einnahmen aus der Tabaksteuer fielen 2012 um fast zwei Prozent auf 14,13 Milliarden Euro. Auf die Tabakindustrie kommen weitere Probleme zu. Die EU-Kommission plant eine Verschärfung der Tabakrichtlinie. Brüssel fordert die Einführung von Schockbildern und den Verbot von Menthol als Zusatzstoff.
Die drei Hersteller selbst lehnen jede Auskunft zu ihrer Preisgestaltung ab: Sie plagt eine tief sitzende Angst vor dem Kartellamt, das in solchen Mitteilungen verkappte Preisabsprachen vermuten könnte.
Nach Schätzungen verzichtet die Branche nun vorerst auf dreistellige Millionenbeträge: Die Steuererhöhung beträgt etwa sechs bis zwölf Cent pro Schachtel, je nach Marke und Größe der Packung. Die Preiserhöhungen müssten deshalb bei 10 oder 20 Cent liegen, denn traditionell steigt der Preis für eine Schachtel in Deutschland immer in Schritten von vollen zehn Cent. So sollen krumme Summen an der Kasse vermieden werden. Bei etwa vier Milliarden verkauften Schachteln pro Jahr beträgt der Umsatzausfall 400 Millionen Euro oder mehr.
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