Zu hohe Energiekosten: Chemie-Branche plant massiven Stellenabbau

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Die Krise auf den europäischen Märkten und die hohen Energiekosten machen sich nun auch deutlich in der Chemiebranche bemerkbar.

von Rebecca Eisert

Viele deutsche Chemieunternehmen wollen in Zukunft Stellen streichen. Sie beklagen die viel zu hohen Energiekosten. Der Standort Deutschland gerate durch die Ökostromumlage immer mehr ins Hintertreffen.

Schlecht geht es der deutschen Chemieindustrie aktuell nicht. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen rechnen mit weiter steigenden Umsätzen und Gewinnen. Das ist die gute Nachricht. Allerdings, und das ist kritisch, planen fast alle auch deutliche Kostensenkungsmaßnahmen. Die Branche kann sich den Auswirkungen der Euro-Krise nicht länger entziehen, gerät zunehmend unter Druck.

Das geht aus einer Studie Strategie- und Organisationsberatung Camelot vor, die WirtschaftsWoche Online exklusiv vorliegt. Sven Mandewirth, Partner und Leiter des Industriesegments Chemie bei Camelot Management Consultants, die gemeinsam mit CHEManager die Befragung unter 300 Entscheidern aus der Chemiebranche durchgeführt hat: „Ein Drittel der Unternehmen plant einen Stellenabbau. Außerdem steigt die Bereitschaft, Produktion ins Ausland zu verlagern." Bei den großen Unternehmen sind es sogar fast 40 Prozent, die mit weniger Beschäftigten planen.

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Wo deutsche Chemieunternehmen im nächsten Jahr investieren wollen (zum Vergrößern bitte anklicken). Quelle: PR

Wo deutsche Chemieunternehmen im nächsten Jahr investieren wollen (zum Vergrößern bitte anklicken).

Bild: PR

Wegen der niedrigen Energiekosten in Folge des Schiefergas-Booms profitierten besonders die USA von diesen Plänen und steigen nach dem Heimatstandort und China zur drittbeliebtesten Investitionsregion deutscher Chemieunternehmen auf. Bemerkenswert ist, dass auch 40 Prozent der kleineren Unternehmen innerhalb des nächsten Jahres in China Investitionen tätigen werden. Bei den großen Unternehmen liegt der Anteil bei 80 Prozent für das restliche Asien liegt dieser Anteil mit 6o Prozent noch über Nordamerika.

Tiefe Einschnitte

Fast drei Viertel der Befragten bezeichnen die Energiekostensituation am Standort Deutschland als schlecht - fast alle rechnen sogar mit weiteren Steigerungen; mehr als ein Drittel rechnet dadurch bereits mit deutlichen negativen Auswirkungen auf ihr Betriebsergebnis, mehr als die Hälfte ist sicher, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich darunter leiden wird. "Viele Chemieunternehmen haben bereits mit tiefen Einschnitten in ihr Portfolio und ihre Strukturen begonnen“, sagt Josef Packowski, Managing Partner bei Camelot.

Als vielversprechendste Maßnahmen gegen die hohen Energiekosten betrachten die Chemiemanager Energieeffizienzprogramme, bessere Lieferverträge, Eigenstromproduktion und bei weiter steigenden Preisen die bereits erwähnte Verlagerung von Produktion ins Ausland. Beinahe zwei Drittel der Befragten würde sich auch von der umstrittenen Schiefergasförderung in Deutschland (Fracking) langfristige niedrigere Energiepreise und eine sicherere Rohstoffbasis versprechen.

Viele Manager hoffen zu dem auf Änderungen an der EEG-Umlage und besonders die Großunternehmen sogar auf eine Befreiung. Etwas mehr als die Hälfte der großen Konzerne hat eine solche Befreiung beantragt, bei den mittleren und kleinen Unternehmen sehen hierin nur knapp 20 Prozent ein Chance, ihre Energiekosten zu senken. Die mittelständischen Unternehmen erwirtschafteten 2012 rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes der Chemie. Das entsprach im vergangenen Jahr rund 56 Milliarden Euro.

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