Zugbauer Siemens und Stadler: Partnersuche in der Schweiz

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Zugbauer Siemens und Stadler: Partnersuche in der Schweiz

von Christian Schlesiger

Die beiden Hersteller von Nahverkehrszügen, Siemens und Stadler, wollen künftig noch stärker zusammen arbeiten. Wie Stadler-Chef Peter Spuhler der "NZZ am Sonntag" mitteilte, sprechen die Unternehmen „über zwei, drei Ausschreibungen, die wir gemeinsam im Konsortium bestreiten könnten“.

Damit konkretisierte Spuhler, dem die Stadler Rail Group gehört, Meldungen der „WirtschaftsWoche“, man denke möglicherweise sogar über ein Joint Venture nach. Eine derartig enge Verbindung sei zwar nicht geplant. Dennoch gehen die gemeinsamen Pläne deutlich über das hinaus, was bislang geplant ist. In Berlin bieten die Unternehmen gemeinsam für einen Auftrag um den Bau der S-Bahn-Züge. Die Hauptstadt schreibt den Betrieb der S-Bahn-Ringe aus. So haben Deutsche Bahn, National Express sowie die Metrobetreiber in Paris und Hongkong ihr Interesse angemeldet. Sie bräuchten bei Zuschlag auch noch einen Hersteller der Züge. Siemens und Stadler rechnen sich größere Chancen aus, wenn sie die Züge gemeinsam herstellen.

Die Partnerschaft soll nun offenbar auf weitere Großverträge ausgedehnt werden. Vor allem bei Ausschreibungen, die hohe Entwicklungskosten verursachen, macht so ein Vorgehen durchaus Sinn. Sie Berliner S-Bahn-Züge etwa müssen ganz neu entwickelt werden und können nicht einfach in andere Regionen exportiert werden, da der Berliner Nahverkehr mit Gleichstrom fährt. Zudem reduziert eine derartige Kooperation die Anzahl potenzieller Wettbewerber, die um den Auftrag buhlen.

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Für Siemens wäre die Partnerschaft mit Stadler auch Baustein des Sparprogramms „Siemens 2014“. Der Konzernvorstand ist schon seit Langem unzufrieden mit der Entwicklung der Sparte Infrastruktur und City, unter der das Zuggeschäft zusammengefasst ist. Zudem wollen beide Unternehmen die Züge auch warten und instandhalten.

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Pläne für ein Joint Venture mit Siemens dementiert Spuhler zwar. „Da ist nichts dran“, sagte der Stadler-Inhaber der „NZZ am Sonntag“. Ganz vom Tisch dürfte die Idee aber dennoch nicht sein. Bei Siemens gibt es nach Informationen der „WirtschaftsWoche“ durchaus Manager, die die Belastungen des Systemgeschäfts gerne loswerden würden. Der Konzern sollte sich lieber auf den Bau einzelner Komponenten wie Antriebsmotoren und Sicherheitstechnik konzentrieren.

Die Frage wird also letztlich sein, wie stark jene Kräfte sind, die das Systemsgeschäft ausgliedern wollen. Ein Joint Venture böte eine gute Möglichkeit. Und der ehrgeizige Spuhler, der im vergangenen Jahr mit einem schwachem Auftragseingang zu kämpfen hatte, würde sich am Ende wohl kaum verweigern, wenn auch Hochgeschwindigkeitszüge in das Joint Venture einfließen würden.

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