Zusammenschluss mit BAE: EADS-Chef Enders kämpft um Fusionspläne

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Zusammenschluss mit BAE: EADS-Chef Enders kämpft um Fusionspläne

Bei einer Anhörung im Bundestag warb EADS-Chef Thomas Enders um die Zustimmung der Bundesregierung zur geplanten Fusion zwischen seinem Konzern und BAE Systems. Eine Entscheidung steht aber noch aus.

Der Chef des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, Thomas Enders, hat die angepeilte Fusion mit dem britischen Unternehmen BAE Systems zum weltgrößten Rüstungsunternehmen erneut verteidigt. Nach einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestags in Berlin wies Enders am Mittwoch auch Kritik am geplanten Beteiligungsverhältnis von 60 zu 40 mit EADS-Mehrheit zurück. Dies spiegle sehr fair die Wertverhältnisse beider Unternehmen wider. Es sei "nicht etwas, was der Vorstandsvorsitzende mit seinem Gegenpart bei einer Tasse Bier auskegelt, sondern das ist etwas, was sehr professionell vorbereitet worden ist".

Nach einem Zusammenschluss sollen die EADS-Aktionäre einen Anteil von 60 Prozent halten, die Aktionäre von BAE Systems erhielten 40 Prozent. Im Wirtschaftsministerium hält man allerdings ein Verhältnis von 70 zu 30 Prozent für realistischer.

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EADS und BAE Systems Mega-Fusion unter Beschuss

Der Widerstand gegen die Fusion der europäischen Rüstungskonzerne EADS und BAE wächst. Nicht nur die europäischen Regierungen kämpfen um ihren Einfluss - auch Großaktionär Daimler wird langsam nervös.

huGO-BildID: 24983014 ARCHIV: Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter Typhoon fliegt am Flughafen Le Bourget bei Paris (Frankreich) bei einer Vorfuehrung waehrend der 49. Paris Air Show (Foto vom 23.06.11). Nach der Entscheidung Indiens gegen den Eurofighter von EADS und fuer den Kauf von 126 franzoesischen Kampfflugzeugen vom Typ Rafale hat der verteidigungspolitische Sprecher der SPD- Fraktion im Bundestag, Rainer Arnold, Frankreich scharf kritisiert. "Praesident Nicolas Sarkozy hat sich vor den Wahlen in seinem Land massiv in die Verhandlungen reingehaengt und auf Kosten Deutschlands viel zu sehr eingemischt. Gegenueber Deutschland hat er ein doppeltes Spiel gespielt", sagte Arnold der "Neuen Osnabruecker Zeitung" (Mittwochausgabe vom 01.02.12). (zu dapd-Text) Foto: Francois Mori/AP/dapd Quelle: dapd

Enders machte auch Vorbehalte gegenüber Staatsbeteiligungen in einem fusionierten Unternehmen von EADS und BAE Systems deutlich. "Wir wollen ein Unternehmen schaffen, das international noch sehr viel erfolgreicher ist, das neue Investoren noch anzieht. Und es gibt viele Beispiele, die belegen, dass Unternehmen in dieser Branche und dieser Größenordnung nicht unbedingt über Staatsbeteiligungen geführt werden müssen", sagte Enders. Näher wollte er auf den Punkt Staatseinfluss nicht eingehen.

Die stellvertretende Grünen-Fraktionschefin Kerstin Andreae kritisierte im Anschluss an die Anhörung, es seien mehr Fragen offen als beantwortet. „Der nationale Nutzen dieser Fusion erschließt sich nicht.“ Deshalb habe die Bundesregierung in der Sitzung auch offen gelassen, ob sie einem Zusammenschluss zustimmen würde, ergänzte Andreae. Es gehe „nicht nur um das Wie der Fusion, sondern grundsätzlich um das Ob“.

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Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" aus Verhandlungskreisen dringt Berlin darauf, dass das Kräfteverhältnis zwischen Deutschland und Frankreich im neuen Unternehmen gewahrt bliebe. Die Bundesregierung wäre offenbar auch bereit, sich als Aktionär direkt an dem neuen Konzern zu beteiligen, falls die Franzosen ihre Aktien behalten wollen. Eine andere Option wäre, dass sich der französische Staat von seinem EADS-Anteil von 15 Prozent trennt oder ihn reduziert. Das schließt Paris in den Verhandlungen bisher aber aus.

Der deutsche Anteil wird bisher vom Autohersteller Daimler und einem Konsortium aus öffentlichen und privaten Banken gehalten. Im Umfeld von EADS wurde die Forderung erhoben, dass die Bundesregierung auf die Übernahme der Aktien verzichtet, während Frankreich seine Anteile behalten darf. So soll der Staatseinfluss niedrig gehalten werden, was EADS, BAE und der britischen Regierung wichtig ist. Deutschland lehnt ein solches Ungleichgewicht aber ab.

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