Zuversicht auch für 2017 : Pharmageschäft gibt Bayer Schwung

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Zuversicht auch für 2017 : Pharmageschäft gibt Bayer Schwung

, aktualisiert 22. Februar 2017, 09:08 Uhr
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Ein Logo hängt in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) vor dem Werk des Bayer Konzerns.

Bayer blickt positiv auf das Jahr. Dank des gut laufenden Pharmageschäfts kann der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern seinen gereinigten Betriebsgewinn um fast 14 Prozent steigern.

Ein florierendes Pharmageschäft füllt Bayer die Kassen. Im vierten Quartal 2016 kletterte der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um fast 14 Prozent auf 2,179 Milliarden Euro, wie der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt 2,09 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz erhöhte sich um knapp fünf Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank jedoch wegen Sonderaufwendungen - unter anderem Abschreibungen auf das Verhütungsmittel Essure und im Bereich Consumer Health - um mehr als ein Viertel auf 453 Millionen Euro.

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"Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte Ergebnis sind so hoch wie nie zuvor", freute sich Bayer-Chef Werner Baumann. Das Unternehmen profitiert vor allem vom Geschäft mit seinen Hauptwachstumsprodukten. Das Schlaganfallmittel Xarelto, das Augenpräparat Eylea, die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo sowie die Lungenhochdruckarznei Adempas steuerten 2016 einen Umsatz von 5,413 Milliarden Euro bei, ein Zuwachs von fast 28 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einem Anstieg des bereinigten operativen Gewinns im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Konzernumsatz soll sich inklusive der Kunststofftochter Covestro auf mehr als 49 Milliarden Euro erhöhen.

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Bei Bayer stagnierte das Ergebnis im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut im vergangenen Jahr, der Umsatz sank vor allem wegen des schwachen Marktumfelds in Lateinamerika und negativen Währungseffekten um rund zwei Prozent. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einem weiterhin volatilen Marktumfeld, geht aber insgesamt von einer leichten Erholung des Gesamtmarktes aus. Gleichwohl werde das bereinigte Ergebnis wohl nur auf Vorjahresniveau liegen.

Mitten in der Mega-Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto kommt Bayer in seinem eigenen Agrarchemiegeschäft kaum vom Fleck. Im laufenden Jahr werde das bereinigte Ergebnis in der Agrarsparte Crop Science weiter stagnieren, teilte das Leverkusener Unternehmen mit. Dennoch zeigte sich Baumann optimistisch für 2017: "Wir haben allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken, und wir sind gut ins neue Geschäftsjahr gestartet." Der Umsatz soll in diesem Jahr inklusive der Kunststofftochter Covestro auf mehr als 49 Milliarden Euro steigen und der bereinigte Betriebsgewinn im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Bayer bei Umsatz und bereinigtem Ergebnis neue Rekordwerte.

Den Aktionären hatte Baumann bereits für 2016 eine 20 Cent höhere Dividende von 2,70 Euro in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr hatte er sie, nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt, mit der größten Übernahme in der Firmengeschichte des Aspirin-Herstellers überrascht. Im September einigte sich Bayer nach monatelangem Ringen mit Monsanto auf den 66 Milliarden Dollar schweren Kauf des US-Konzerns. "Natürlich ist eine Übernahme dieser Größenordnung kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Aber wir haben schon einen großen Teil der Wegstrecke zurückgelegt", sagte Baumann.

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Die endgültige Entscheidung über den Zusammenschluss treffen die Kartellbehörden. In vielen Ländern werden Wettbewerbshüter in den kommenden Monaten den Deal auf Herz und Nieren prüfen. Entscheidend für das Gelingen wird vor allem der Entscheid der Behörden in den USA und Europa sein. In den USA wurde die Fusion schon im vergangenen Dezember zur Genehmigung angemeldet, in der EU soll der Antrag bis Ende März eingereicht werden. Bayer rechnet Ende des Jahres mit einer Entscheidung.

Dass die geplanten Fusionen in der Branche ganz ohne Auflagen genehmigt werden, glauben allerdings auch ihre Befürworter nicht. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux beispielsweise geht davon aus, dass wegen kartellrechtlicher Bedenken insgesamt Unternehmensteile im Wert von mindestens 11,5 Milliarden Euro auf den Markt kommen werden. Auch Bayer dürfte um Zugeständnisse nicht herum kommen.

Den Antrag bei der EU-Kommission zur Genehmigung der Übernahme will Bayer laut Baumann im zweiten Quartal stellen, den Abschluss der Übernahme erwartet der Bayer-Chef weiter noch bis Ende dieses Jahres.

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