Industriekonzern: Siemens-Umsätze schwächeln

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In allen Gesten Zuversicht: Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher

Obwohl die Geschäfte von Siemens brummen, kann der Industriegigant daraus kein nennenswertes Wachstum erzielen. Das soll der bereits angekündigte Konzernumbau richten.

Drei Kennzahlen des heute von Siemens-Chef Peter Löscher vorgelegten Finanzberichts für das zweite Quartal (zum 31. März) des laufenden Geschäftsjahres bringen die aktuelle Lage beim Elektro- und Industriekonzerns aus München auf den Punkt: Auftagseingang plus 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, Gewinn nach Steuern plus 89 Prozent, Umsatz plus sieben Prozent.

Auf gut Deutsch: Dank der Bereinigung des Konzernportfolios von weniger profitablen Divisionen wie etwa beim Verkauf der lange verlustträchtigen IT-Tochter SIS oder der Abspaltung der Lichtsparte Osram kann Löscher die Profitabilität des laufenden Geschäfts in immer neue Höhen schrauben. Gleichzeitig spülen Einmal-Mittelzuflüsse wie zuletzt aus dem Verkauf der Anteile am Atom-Joint-Venture Areva NP zusätzlich Cash in die Konzernkassen.

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Nicht zuletzt deshalb ist es dem Siemens-Boss heute vergleichsweise leicht gefallen, die Gewinnprognose fürs Gesamtjahr auf mindestens 7,5 Milliarden Euro anzuheben, was einem Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Bisher hatten die Müchner einen Anstieg um 35 Prozent erwartet.

Schwelle von 100 Milliarden Euro nicht in Sicht

Der große Wermutstropfen bei Siemens bleibt aber weiterhin das Gesamtwachstum. Obwohl die Neuaufträge um fast 30 Prozent wuchsen und der Auftragsbestand auf ein Rekordniveau von 92 Milliarden Euro kletterte, kann der Konzern daraus kein nennenswertes Zusatzgeschäft generieren, wie das bescheidene Umsatzplus von sieben Prozent beweist.

Umso wichtiger ist es, dass Löscher nach der Portfoliobereinigung, die mit dem Osram-Börsengang im Herbst weitgehend abgeschlossen sein dürfte, sein Augenmerk nun der Rückkehr auf einen stabilen Wachstumspfad widmet. Dass er gewill ist, in diese Richtung zu marschieren, hat er bereits Ende März bewiesen, als er die Schaffung des neuen Sektors "Infrastruktur und Städte" ankündigte. 

Immerhin hat er dabei gleichzeitig seinen Willen bekundet, mittelfristig die Umsatzschwelle von 100 Milliarden Euro zu überschreiten. Die ist bisher freilich nicht in Sicht: Der Umsatz 2010 lag bei rund 69 Milliarden Euro; in diesem Jahr erwartet Siemens "mittleres einstelliges Wachstum" - also einen Wert irgendwo um die 73 Millarden Euro. Zum Sprung über die 100 Milliarden muss Löscher entweder beherzt zukaufen - oder kräftiger organisch wachsen. Daher lautet die Devise bei Siemens weiterhin: Nach dem Umbau ist vor dem Umbau.

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