Infektionserreger Ehec: Die Folgen für die Bauern

Infektionserreger Ehec: Die Folgen für die Bauern

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Gemüsebauer Theo Germes

Schweinegrippe, Geflügelpest, Rinderwahnsinn - mit der Ehec-Seuche trifft es nun insbesondere Vegetarier, die nicht mehr wissen, was sie essen sollen. Die große Verunsicherung der Konsumenten hat enorme wirtschaftliche Folgen für den Handel und die Landwirtschaft, auch wenn deren Produkte gar nicht verunreinigt sind.

Die Suche nach dem Infektionsherd für den gefährlichen Darmkeim Ehec geht weiter. Wirtschaftlich betrachtet, ist die Seuche wie die Schweinegrippe, Geflügelpest oder der Rinderwahnsinn vorher, eine Katastrophe für die Bauern und den Lebensmittelhandel. 300 Millionen Euro Umsatz pro Woche kostet Schätzungen zufolge Ehec den deutschen Handel und die hiesigen Bauern. Denn mehr als die Hälfte der Konsumenten hält sich beim Kauf von Gurken, Tomaten und Salat völlig zurück, berichtet der Deutsche Fruchthandelsverband. Auch das restliche Gemüse verkauft sich nicht. Dennoch haben viele Supermärkte bisher nur spanische Gurken aus ihrem Sortiment verbahnt, die unter dem Anfangverdacht standen, die Quelle für Ehec zu sein.

Auch wenn die Hamburger Gesundheitsbehörden nun zugeben, dass der Ehec-Keim auf den spanischen Gurken nicht derselbe gefährliche ist wie der der erkrankten Patienten: Spaniens Landwirtschaft ist bereits im Keller. Lidl, Aldi und Rewe haben kurzfristig komplett oder teilweise die Importe von spanischem Gemüse eingestellt. Hamburg hält zudem die Warnung aufrecht, keine Gurken und Tomaten zu essen, was die spanische Landwirtschaft, die 80 Prozent ihrer Bioware exportiert, weiter stark beeinträchtigt. Und auch Bundesinstitut für Risikobewertung empfahl, vorsorglich weiter auf rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate zu verzichten.

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Spaniens Betriebe sind sauber

„Ein Domino-Effekt“, wie man bei Rewe zugibt, wo der Einfuhrstopp für spanische Tomaten und Gurken trotz der neuen Nachrichtenlage nicht aufgehoben wurde. Die Supermarktkette hat jedoch bisher gute Erfahrungen mit Spaniens Agrarprodukten gemacht und unterhält dort auch eine eigene Vertriebsgesellschaft: Campiña Verde in Cordoba, die mit dem bisher verdächtigten Betrieb Frunet zusammenarbeitet. Die Betriebe sind sauber, ergaben mehr als 200 Tests, trotzdem ist der Ärger auf die Deutschen dort groß: „Der Imageschaden ist gar nicht mehr gut zu machen“, heißt es bei Frunet. Der kleine Betrieb hatte sogar eine Kommunikationsagentur in Deutschland einschalten müssen, um der Flut von Medienanfragen Herr zu werden. Rechtsanwälte wurden engagiert, eine Entschädigungsklage wird in Betracht gezogen. „In Spanien gab es keinen Krankheitsfall und es hing alles an umgekippten Frunet-Paletten, die beim Umladen in Deutschland wahrscheinlich infiziert wurden“, sagt Martin Eimer, Qualitätsverantwortlicher bei Campiña Verde.

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