Insiderskandal: Justiz leitet Verfahren gegen Ex-Airbus-Chef Forgeard ein

Insiderskandal: Justiz leitet Verfahren gegen Ex-Airbus-Chef Forgeard ein

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Der ehemalige Airbus- und EADS-Co-Chef Noel Forgeard hat nun ein Verfahren wegen Insiderhandels am Hals

Diese Nachricht dürfte für Unruhe in der EADS-Führungsriege sorgen: Nun hat die französische Justiz gegen den früheren Airbus- und EADS-Manager Noël Forgeard ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Insiderhandels eingeleitet. Damit wächst der Druck auf die aktive Führung des Flugtechnikkonzerns, deren Mitglieder zum Teil unter demselben Verdacht stehen.

Nach 35 Stunden Verhör im Polizeigewahrsam wurde Forgeard gestern Abend dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Anschließend wurde er gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

„Gegen Noël Forgeard wurde in der Tat ein Verfahren eingeleitet“, bestätigte sein Anwalt Jean-Alain Michel. Der frühere Co-Chef von EADS sei niedergeschlagen, weise aber die Vorwürfe weiter zurück. Die Unschuldsvermutung bleibe bestehen, sagte der Anwalt. Forgeard habe erklärt, dass nach seiner Kenntnis auch keiner seiner damaligen Managerkollegen ein Insiderdelikt begangen habe. Auf die Straftat stehen bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe des Zehnfachen des Gewinns aus Insidergeschäften.

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Auch Airbus-Chef Enders im Visier der Ermittler

Forgeard und 16 andere frühere oder aktuelle EADS-Manager werden verdächtigt, 2005 und 2006 im Wissen noch unveröffentlichter Probleme bei Airbus Aktien des Mutterkonzerns EADS in Millionenhöhe abgestoßen zu haben. Die Ermittler meinen, Forgeard habe wissen müssen, dass die Probleme bei den Airbus-Programmen A380 und A350 zu einem Kursrückgang führen mussten. Die Pariser Börsenaufsicht hat in der Affäre auch den jetzigen Airbus-Chef Thomas Enders, seinen Stellvertreter Fabrice Brégier und den Konzern-Finanzchef Hans-Peter Ring im Visier.

Forgeard verkaufte 360.000 Aktien mit Millionengewinn

 Auch die Großaktionäre Daimler und Lagardère hatten damals Kasse gemacht. Nach Angaben der Börsenaufsicht hatte Forgeard am 17. November 2005 sowie am 9. und 15. März 2006 insgesamt 360.000 Aktien seines Arbeitgebers mit Millionengewinn verkauft.

Mitte Juni brach der EADS-Aktienkurs um gut 27 Prozent ein, nachdem Airbus den Markt über seine Produktionsprobleme informiert hatte. In der Folge musste Forgeard mit einer Millionenabfindung den Konzern verlassen. Die Konzerngremien haben den Verdächtigen bisher stets ihr Vertrauen ausgesprochen. Der Kurs der EADS-Aktie hat sich seitdem nicht erholt.

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