Insolvenz : Karstadt ringt um neue Sanierungsrunde

Insolvenz : Karstadt ringt um neue Sanierungsrunde

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Karstadt: 150 Millionen Euro müssen die Beschäftigten einsparen

Harte Forderung von Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg: 150 Millionen Euro sollen die Beschäftigten der Karstadt-Warenhäuser in den nächsten drei Jahren einsparen. Doch worauf genau die Mitarbeiter in den kommenden Jahren verzichten sollen, ist noch unklar.

Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und Klaus Hubert Görg, dem Insolvenzverwalter der Karstadt-Mutter Arcandor, beginnen heute. Sie sollen möglichst noch in dieser Woche zu einer Einigung führen. Görg will nochmals kräftig bei der maroden Warenhauskette sparen: Er verlangt von den Angestellten einen Sanierungsbeitrag von insgesamt 150 Millionen Euro, der über drei Jahre verteilt werden soll.

Wie dieser Beitrag nun erbracht werden soll, ist Gegenstand der Verhandlungen. Wenn es nach Verdi geht, sollen keine Einschnitte an den monatlichen Lohn- und Gehaltszahlungen akzeptiert werden. Als Sparmaßnahmen kämen so vor allem Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Einschnitte bei übertariflichen Bestandteilen oder Mehrarbeit der Beschäftigten infrage.

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Finden die Verhandlungspartner eine schnelle Lösung, kann Görg bei der Gläubigerversammlung in der zweiten Novemberwoche einen groben Sanierungsplan vorlegen. Der Insolvenzverwalter sieht sich für die Verhandlungen gerüstet. Es habe schon in den vergangenen Wochen Gespräche mit Betriebsräten gegeben, sagte ein Sprecher vor kurzem.

Karstadt-Häuser bleiben wohl in der Mehrzahl erhalten

Im Gegensatz zur Konzernschwester Quelle, die höchstens für Teilbereiche Kaufinteressenten finden kann, scheinen die Karstadt-Häuser in der Mehrzahl erhalten zu bleiben. Insolvenzverwalter Görg hat bislang nur 19 der 126 Karstadt-Häuser auf eine geheime Rote Liste gesetzt. Jede einzelne potenzielle Schließung sei Verhandlungsgegenstand, hat Verdi angekündigt.

Rolf Weidmann, der Karstadt-Beauftragte von Klaus Hubert Görg, teilte kürzlich mit, die Warenhäuser arbeiteten ohne Verlust. Er sei zuversichtlich, für die Arcandor-Warenhaussparte als Ganzes einen Käufer zu finden. Schon vorab hätten sich mehrere Interessenten gemeldet. Er sei optimistisch, dass die Verträge mit den Investoren im zweiten Quartal 2010 unterschrieben werden könnten.

Seit Arcandor am 9. Juni den Insolvenzantrag gestellt hat, bangen die rund 38.000 Beschäftigten der betroffenen Tochterunternehmen um ihre Arbeitsplätze. Karstadt trug im Geschäftsjahr 2007/08 (30. September) mit 4,1 Milliarden Euro Umsatz rund ein Fünftel zum Arcandor-Gesamtumsatz bei und schrieb einen operativen Verlust (EBIT) von 272 Millionen Euro. Seit Ende September wird Arcandor wegen des auf Centbeträge gefallenen Kurses nicht mehr im MDax notiert. Zuvor hatte Arcandor mit knapp 20 Milliarden Euro Konzernumsatz im vergangenen Geschäftsjahr zu den größten Unternehmen im Börsenindex gezählt.

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