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Insolvenzen: Bis zu 20 Prozent mehr Pleiten in 2010

von Hans-Jürgen Klesse

Die Zahl der Unternehmenspleiten wird auch im neuen Jahr weiter zunehmen. Schuld daran sind Überkapazitäten und Kapitalengpässe. Aber nicht immer bedeutet die Insolvenz das endgültige Aus.

Ein Schild mit der Aufschrift Quelle: AP
Ein Schild mit der Aufschrift "Insolvenzen" am 9. Juni 2009 in Berlin neben einer Filiale der Warenhauskette Karstadt Quelle: AP

Im neuen Jahr werde manches „erst noch schwieriger, bevor es wieder besser gehen kann“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Die Unternehmensberater von Roland Berger sehen das ähnlich: „Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland wird 2010 weiter steigen“, prophezeit Gerd Sievers, Partner bei Roland Berger und Spezialist für Unternehmens-Finanzierung und Restrukturierung. Die Berater hatten Insolvenzverwalter, Finanzinvestoren und Banker nach ihrer Einschätzung gefragt, die Ergebnisse der Studie liegen der WirtschaftsWoche jetzt exklusiv vor. Fast 40 Prozent der Befragten waren Finanzinvestoren, ein Drittel Insolvenzverwalter, der Rest sogenannte Workout-Banker – Finanzexperten, die auf die Finanzierung von Unternehmen in der Krise spezialisiert sind. Die Befragung wurde Ende des dritten Quartals vergangenen Jahres abgeschlossen.

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Zunahme um 20 Prozent erwartet

Im vergangenen Jahr mussten nach Hochrechnung von Creditreform 34.300 Unternehmen Insolvenz anmelden – 16 Prozent mehr als 2008. Für dieses Jahr erwarten die von Berger befragten Experten noch einmal eine Zunahme um zehn, schlimmstenfalls sogar um bis zu 20 Prozent. Vor allem knappe Finanzmittel und Überkapazitäten in den jeweiligen Branchen sind die Hauptgründe für diese Entwicklung. Die meisten Befragten halten die Rezession für die Hauptursache der zu erwartenden Entwicklung. Daran ändern auch die durchweg positiven Wachstumserwartungen der Konjunkturforscher nichts: „Die Realwirtschaft läuft den Prognosen hinterher“, sagt Sievers, „die Konjunktur ist 2009 in einigen Branchen um bis zu 40 Prozent eingebrochen – in diesen Branchen wird es noch Jahre dauern, bis das Niveau von 2008 wieder erreicht ist.“

Bei Finanzdienstleistern herrschen wieder normale Verhältnisse

Die Finanzklemme hat nach Ansicht der von Berger befragten Experten besonders dramatische Auswirkungen für die durch die schlechte Auftragslage geschwächten Unternehmen: „Zunehmend werden auch im Kern gesunde Unternehmen durch Finanzierungsprobleme in Schwierigkeiten geraten“, befürchtet Berater Sievers, „staatliche Programme können die Engpässe nur teilweise kompensieren.“ Allerdings dürften die Einschläge nicht flächendeckend gleichermaßen schwer erfolgen: Von der neuen Pleitewelle bedroht sind insbesondere die Automobilbranche und der Anlagen- und Maschinenbau, ebenfalls betroffen ist die Logistik. Weniger gefährdet sind Einzelhandel, Konsumgüterhersteller, Finanzdienstleister sowie Unternehmen der Telekommunikationsbranche. Bei den Finanzdienstleistern herrschen als Folge des positiven Börsenverlaufs fast schon wieder normale Verhältnisse, die verbrauchernahen Unternehmen und die Telco-Branche profitieren vom bisher kaum eingetrübten privaten Konsumklima.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 11.01.2010, 21:44 UhrAnonymer Benutzer: Peter

    in 2010 ist englische Grammatik,
    auf deutsch heißt das 2010, oder im Jahre 2010.

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