Intel: "Nokia war ein Fehler"

Intel: "Nokia war ein Fehler"

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Intel-Chef Paul Otellini bei der Erläuterung der Unternehmensstrategie

von Matthias Hohensee

Der Prozessorgigant ändert seine Strategie – künftig wird auf stromsparende Chips fokussiert. Die Schwächen im Handy-Geschäft will Konzernchef Otellini mit einer Großoffensive ausmerzen – allerdings nicht sofort.

Paul Otellini sprühte vor Optimismus, als er am Dienstagmorgen im Intel-Hauptquartier im Silicon Valley Finanzanalysten und der Wirtschaftspresse seine Unternehmensstrategie erläuterte. „In meinen 37 Jahren bei Intel haben wir noch nie so gut dagestanden“, lobte der 60jährige Manager, der seit 2005 an der Spitze des weltgrößten Halbleiterkonzerns steht, sich selbst.

Otellini kündigte zugleich einen Strategieschwenk an. War früher die Prozessorgeschwindigkeit das Maß aller Dinge, wird nun der Fokus darauf gelegt, mit möglichst wenig Stromverbrauch hohe Leistung zu erzeugen. Intels derzeitige Prozessoren benötigen im Schnitt zwischen 35 und 40 Watt. Ziel ist, den Bedarf in den kommenden Jahren auf 15 Watt zu senken, um die Akku-Betriebszeit von mobilen Geräten zu erhöhen und Strom in Datenzentren zu sparen.

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Intels Geschäfte laufen laut Otellini prächtig, vor allem „weil Unternehmen in Infrastruktur investieren“. Der Konzern profitiert von dem derzeitigen rasanten Ausbau der Rechenzentren, um die Datenflut des Internet im Griff zu behalten. Allein die Nutzer von Facebook, rechnet der Intel-Chef vor, rufen täglich 8,6 Milliarden Seiten auf, was einer Speicherkapazität von 1,7 Petabytes entspricht. Bei Youtube sind es gar 25 Petabytes pro Tag. Intel profitiert so nicht nur vom Verkauf von Servern, sondern auch von Speichern. In vielen Speichersystemen, beispielsweise denen von Marktführer EMC, sind Intels Xenon-Prozessoren verbaut.

Intels Geschäfte laufen prächtig

Intel peilt nach 43,6 Milliarden Dollar Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2010 nun die Marke von 50 Milliarden Dollar an, die wahrscheinlich 2011 fallen wird. Das PC-Geschäft bleibt mit 30,3 Milliarden Dollar Umsatz (Geschäftsjahr 2010) die mit Abstand wichtigste Umsatzsäule, gefolgt von Datenzentren mit 8,7 Milliarden Dollar. Gleichzeitig baut Intel sein Softwaregeschäft kräftig aus, das im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Dollar Umsatz machte. Es soll bis 2013 auf rund 3 Milliarden Dollar wachsen, unter anderem genährt von solchen Aufkäufen wie dem Datensicherheitsspezialisten McAfee, dessen 7,7-Milliarden-Dollar-Übernahme im Februar abgeschlossen wurde. „Gemessen an der Zahl der Entwickler sind wir bereits das viertgrößte Softwareunternehmen der Welt“, sagt Otellini.

Er erwartet einen neuen großen PC-Boom, befeuert von aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien, Südamerika und Osteuropa. „Im nächsten Jahr wird China der größte PC-Markt der Welt sein“, so Otellini. „Zwei von drei Computern werden künftig in emerging markets verkauft“, sekundiert Intel-Finanzchef Stacy Smith.

Während in Westeuropa die Marktdurchdringungsrate zwischen 80 und 100 Prozent beträgt, steht sie im Reich der Mitte mit rund zwanzig Prozent noch ganz am Anfang. Das soll sich in den nächsten Jahren rasant ändern, weil sich immer mehr Menschen einen Computer leisten können. Laut Intel entsprach 1995 der Preis eines Notebooks rund 175 durchschnittlichen Wochenlöhnen in China. 2010 waren es nur noch 7,1 Wochen. „Wir haben festgestellt, dass die Marktdurchdringungsrate sprunghaft ansteigt, wenn der Preis auf unter acht Wochenlöhne sinkt“, sagt Smith.

Zum Vergleich: In Westeuropa muss man für den Kauf eines Notebooks im Schnitt nur noch 0,9 Wochen arbeiten. 1995 waren es 5,6 Wochen. „In den nächsten Jahren werden sich 2,5 Milliarden Menschen in den emerging markets nicht nur einen, sondern mehrere Rechner zulegen“, erwartet Smith.

Doch noch ist nicht klar, wie viele dieser Käufer statt zu einem Notebook oder klassischen Desktop-PC lieber zu einem Smartphone oder einem Tablet-PC greifen. Und damit zu einem Produkt der Konkurrenz. Denn im Smartphone- und Tablet-PC-Geschäft hinkt Intel hinterher.

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