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Internet-Apotheke: DocMorris mit über 100 Marken-Partnerschaften

von rtr

Der Pharmahändler Celesio verzeichnet eine unerwartet kräftige Nachfrage nach Partnerschaften mit seiner Apothekenkette DocMorris. Über 100 Marken-Partnerschaften soll DocMorris bis Ende 2007 erreichen, hieß es heute.

Muss geschlossen werden: DocMorris-Apotheke in Saarbrücken,  dpa
Muss geschlossen werden: DocMorris-Apotheke in Saarbrücken, Foto: dpa

„Das Interesse an DocMorris-Markenpartnerschaften ist groß, um nicht zu sagen riesig“, sagte Celesio-Vorstandschef Fritz Oesterle heute. „Wir werden unser Ziel von 100 Markenpartnerverträgen in diesem Jahr zumindest erreichen, wenn nicht gar übertreffen.“ Celesio hatte die niederländische Versandapotheke DocMorris im Frühjahr für rund 200 Millionen Euro mehrheitlich übernommen. Mit stationären Apotheken als Partnern soll das DocMorris-Netz wachsen. Damit will sich der Stuttgarter Konzern ein Standbein in dem margenträchtigen, aber bisher schwer zugänglichen deutschen Apothekenmarkt sichern. Zunächst gingen zahlreiche Apotheker jedoch auf die Barrikaden und wechselten zu anderen Lieferanten. Konkurrenz von Drogerien und Supermärkten Die Drogerieketten dm und Schlecker vertreiben über ihr dichtes Filialnetz ebenfalls apothekenpflichtige Medikamente. Die Supermarkt-Kette Plus verkauft ab Donnerstag rezeptfreie Medizin. Vor der gewachsenen Konkurrenz ist Celesio-Chef Oesterle nicht bange. „Wir haben mit einem Markteintritt von Drogerieketten gerechnet, wenn der deutsche Apothekenmarkt liberalisiert wird.“ Deshalb habe Celesio DocMorris auch gekauft. „Es besteht kein Anlass, die Pläne mit DocMorris zu beschleunigen oder zu verändern.“ Celesio gehe nach wie vor davon aus, dass der Europäische Gerichtshof im kommenden jahr über die umstrittene Freigabe des Wettbewerbs auf dem deutschen Apothekenmarkt entscheiden werde. Celesio hofft auf Liberalisierung Mit einer prall gefüllten Kasse und dem Großaktionär Haniel im Rücken sondiert Celesio in anderen europäischen Ländern auch im angestammten Geschäft nach Expansionsmöglichkeiten. „Neben Deutschland stehen auch Frankreich, Italien, Österreich und Spanien unter Liberalisierungsdruck“, sagte Oesterle. Die schwedische Regierung plane, die staatliche Apothekenkette Apoteket zu privatisieren. „In all diesen Ländern - nicht nur in Deutschland - können sich in nächster Zeit Chancen für Celesio ergeben.“ Die Expansion nach Russland will Celesio bis Mitte Dezember perfekt machen und verhandelt seit geraumer Zeit mit der dort ansässigen Pharmahandelsgruppe Protek. Der in Stufen geplante Einstieg wird sich nach Oesterles Einschätzung auszahlen. „Wir gehen davon aus, dass sich angesichts der prognostizierten Wachstumsraten des Arzneimittelmarkts in Russland Protek positiv auf die Entwicklung der Celesio-Gruppe auswirken würde“, sagte der Manager mit Blick auf die Gewinnmarge. Mit einem geschätzten Marktwachstum von rund 20 Prozent pro Jahr werde das bevölkerungsreiche Russland zum Wachstumsmotor bei Celesio. Der in 14 europäischen Ländern tätige Pharmahändler wird am Dienstag Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Von Reuters befragte Analysten rechnen damit, dass der Überschuss trotz eines leichten Umsatzwachstums geringfügig auf rund 106 Millionen Euro geschrumpft ist. Celesio litt zuletzt unter dem Boykott deutscher Apotheker und staatlich verordneten Preiskürzungen für Medikamente in Großbritannien.

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