Internet: Cisco startet durch

Internet: Cisco startet durch

John Chambers ist Chef des Web-Konzerns Cisco und blickt optimistisch ins neue Jahr. Für ihn geht das Geschäft im Internet jetzt erst richtig los.

WirtschaftsWoche: Mr. Chambers, wir führen dieses Interview um acht Uhr morgens in Ihrem Hauptquartier im Silicon Valley. Sie sind seit über einer Stunde hier. Was treibt Sie – nach über zwölf Jahren als Vorstandschef von Cisco – immer noch so früh auf die Beine?

Chambers: Ganz einfach: Ich liebe, was ich tue. Wir haben die Chance, nicht nur im Kommunikationsgeschäft eine führende Position einzunehmen, sondern das führende High-Tech-Unternehmen der Welt überhaupt zu werden. Denn fast alle Technologie wird künftig durch Computernetzwerke ermöglicht, jedes Gerät wird mit dem Netz verbunden sein, fast jeder Inhalt kann per Internet transportiert werden.

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Das Streben nach Marktdominanz, ist es also das, was Sie antreibt?

Da ist noch mehr. Als Unternehmen können wir nicht nur die Besten in der Welt sein, sondern vielleicht auch am besten für die Welt sein.

Das wäre ein gewaltiger Anspruch.

Wir geben etwas an die Allgemeinheit zurück. Cisco hat die meisten Preise für soziales Engagement von Unternehmen gewonnen. Gerade diese Kombination ist für mich so attraktiv: nicht nur die Geschäftsprozesse in der Wirtschaft mit unseren Produkten weltweit verändern zu können, sondern das Leben jedes Einzelnen auf der Welt.

Und wie soll das gehen?

Indem wir das neue Gesicht des Internets gestalten. Die erste Phase des Internets war von Transaktionen geprägt, davon, eine Person mit einer anderen zusammenzuschalten. Jetzt sehen wir, wie soziale Netzwerke sehr viele Menschen gleichzeitig miteinander in Kontakt bringen. Und das nicht nur in Worten, sondern auch in Bildern per Video. Plötzlich kann man Leute auf der ganzen Welt zusammenbringen und an Dingen gemeinsam teilhaben lassen, nicht nur in einem Unternehmen, sondern auch im Unterhaltungssektor oder im Sport. Das verändert die Geschäftsmodelle. Und das finde ich spannend. Die Phase zwei des Internets wird die Produktivität auf eine ganz neue Stufe heben.

Auch in Europa?

Europa läuft sehr gut, wie ich es seit über fünf Jahren nicht mehr gesehen habe. Nicht nur in Großbritannien. Deutschland ist sehr stark. Im vergangenen Quartal wuchs unser Geschäft hier um über 30 Prozent, bei einigen unserer Kunden sogar um über 50 Prozent. Auch Osteuropa ist vielversprechend. Und wir beobachten genau, was sich in Skandinavien tut, weil die Region in Sachen Technologien oft Vorreiter ist – auch dort sieht es gut aus.

Sie gehen mit Optimismus ins neue Jahr?

Ich bin sehr optimistisch für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Ich mache Entscheidungen grundsätzlich nicht vom aktuellen Quartal oder Jahr abhängig. Die Akteure an der Börse konzentrieren sich vielleicht auf das aktuelle Quartal. Aber was in diesen drei Monaten geschieht, ist doch das Resultat dessen, was man schon vor drei oder vor fünf Jahren getan hat.

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