Internet: Ebay auf dem Weg zum Finanzdienstleister

Internet: Ebay auf dem Weg zum Finanzdienstleister

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Ebay-Chef John Donahoe

Eigentlich müsste Ebay vom frugalen Einkaufsverhalten in der Krise profitieren. Doch das Internet-Auktionshaus hat sein Schnäppchenjäger-Image verloren und wird immer mehr zum reinen Zahlungsdienstleister.

Ebay-Chef John Donahoe gab sich gestern alle Mühe, die bescheidenen Zahlen des zweiten Quartals schönzureden. Wie mit den kräftig gestiegenen Umsätzen bei der Internet-Telefontochter Skype (plus 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sowie dem Online-Zahlungsdienstleister Paypal (plus elf Prozent). Aber auch sie konnten nicht verhindern, dass Donahoe nun schon zum dritten Mal in Folge sinkende Gesamtumsätze bekanntgeben musste – nach zuvor zehn Jahren ungebrochenen Wachstums.

Im zweiten Quartal gab der Ebay-Umsatz um vier Prozent auf 2,098 Milliarden Dollar nach. Der Gewinn stürzte um 29 Prozent auf 327 Millionen Dollar. Schuld daran ist das kriselnde Kerngeschäft. Im Auktionsgeschäft, das Ebay einst groß und populär machte, fiel der Umsatz um 14 Prozent. Zwar trägt es noch immer 60 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

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Doch der 2002 zugekaufte Online-Zahlungsdienstleister Paypal legt stetig zu. Er macht bereits 32 Prozent des Ebay-Geschäfts aus. Wenn das so weitergeht – und danach sieht es aus - muss sich Ebay bald eine neue Identität als Finanzdienstleister geben. Auch die gescholtene Internet-Telefontochter Skype machte kräftig Boden gut. Ihr Umsatz wuchs um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ebay profitiert nicht von der Wirtschaftskrise

Zwar hatten Analysten mit weit schlechteren Zahlen gerechnet – bis zu neun Prozent Umsatzeinbruch – doch ein Lichtblick sind sie nicht. Denn eigentlich müsste Ebay von der Wirtschaftskrise profitieren. In Zeiten, wo jeder Euro zweimal umgedreht werden muss, legen die Geschäfte von Billiganbietern zu. Doch Ebay hat das Schnäppchenjäger-Image verloren. Ausgerechnet die mangelnde Preistransparenz im Handel, die die langjährige Ebay-Chefin Meg Whitman früher wortreich beklagte, schlägt nun auf Ebay zurück.

Amazon macht Ebay das Leben schwer

Dank zahlreicher Preisvergleichsmaschinen sind die Preise im Internet inzwischen transparent und die Einkäufer viel erfahrener. Dabei zeigt sich, dass Ebay oft eben nicht der günstigste Anbieter ist. Nun rächt sich, dass sich Ebay in den vergangenen Jahren zunehmend als Konkurrent zum Online-Händler Amazon aufgestellt hat. Die Mehrzahl der Artikel auf Ebay wird mittlerweile zum Festpreis angeboten – allerdings ist deren Rückgabe bei Nichtgefallen im Gegensatz zu Online-Händlern wie Amazon oft beschwerlicher.

Das schlägt nun wie ein Bumerang zurück, indem Amazon nun Ebay Markanteile abnimmt. Zudem verfügt Amazon über reichlich Produkt-Kritiken, die Besucher anziehen.

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