Internet: Googles Erfolg wird zum Bumerang

Internet: Googles Erfolg wird zum Bumerang

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Google-Zentrale in Mountain View

von Matthias Hohensee

In den ersten 100 Tagen als Google-Chef hat Konzerngründer Larry Page den Web-Giganten wachgerüttelt. Doch die eigentlichen Probleme kommen erst noch. Ausgerechnet der Erfolg von Google Plus könnte zum Bumerang werden.

Mark Zuckerberg mag elf Jahre jünger sein als Google-Chef Larry Page. Trotzdem ist er bereits mit allen Wassern gewaschen. Den Start von Google Plus, dem neuen sozialen Netzwerk seines Wettbewerbers, konterte der Facebook-Gründer mit einem geschickten Ablenkungsmanöver. „Wir haben bereits 750 Millionen Nutzer“, sagt Zuckerberg. „Wir sind jetzt bei sozialen Netzwerken in der Phase, wo die Mitglieder stärker engagiert werden müssen.“

Zuckerbergs Botschaft war klar. Facebook sollte als Unternehmen dastehen, das deutlich weiter sei als Google. Zur Untermalung ersetzte der 27-Jährige sein skeptisch-verschrecktes Konterfei, das er anfangs in Google Plus gestellt hatte, durch ein Foto, auf dem er souverän grinst.

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Doch Zuckerberg kann nicht verdecken, dass Google ihn an einer empfindlichen Stelle trifft. Denn die Szene beeindruckt, dass Google Plus die Nutzer leichter vor der Außenwelt abschirmt, wenn sie das möchten. Der US-Zukunftsforscher Paul Saffo ist zudem von der Bedienerfreundlichkeit und der Optik von Google Plus begeistert. „Facebook ist im Vergleich dazu wie Microsoft“, sagt die Silicon-Valley-Größe und meint damit die immer etwas umständliche Benutzerführung der Programme des Softwaregiganten.

Saffos Fazit: „Google hat unerwartet wieder frischen Wind in das von Facebook dominierte Geschäft mit sozialen Netzwerken gebracht.“

Google Plus ist nicht die einzige Attacke, mit der Konzernchef und Firmengründer Page kürzlich für Aufsehen sorgte. Anfang vergangener Woche kündigte Google gemeinsam mit dem südkoreanischen Hersteller Iriver den ersten E-Reader an, der direkt mit Googles eigenem Buchladen verknüpft ist. Das Lesegerät Story HD ist seit Sonntag, dem 17. Juli, in den USA für 139 Dollar erhältlich und kostet damit genauso viel wie das Konkurrenzprodukt Kindle von Amazon. Wann das Gerät nach Deutschland kommt, steht noch nicht fest.

Seit 100 Tagen sitzt der Gründer der weltgrößten Internet-Suchmaschine nun wieder an der Spitze des Unternehmens – und hat in der kurzen Zeit etwas geschafft, was dem 38-jährigen introvertierten Informatiker nur wenige zutrauten. Page rüttelte in etwas mehr als drei Monaten den behäbig wirkenden Internet-Giganten kräftig auf. Er heuerte Tausende Mitarbeiter an, stockte das Entwicklungsbudget auf, kaufte Startups auf und verdoppelte den Wagniskapitalfonds.

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