Internet-TV: Privatsender planen zentrales Videoportal

Internet-TV: Privatsender planen zentrales Videoportal

von Thomas Stölzel

RTL und ProSiebenSat.1 planen ein zentrales Videoportal für alle deutschen Sender. Vorgespräche mit Bundeskartellamt und EU-Kommission haben sie bereits geführt. Vorbild ist die US-Plattform Hulu.

Wer seine Lieblingssendung im deutschen Fernsehen verpasst hat und zeitversetzt im Internet anschauen möchte, muss sich auf eine Odyssee im Netz einlassen. Zwar haben alle Sender Videoportale eingerichtet. Die RTL-Gruppe betreibt RTL NOW und Vox NOW, die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben ihre Mediatheken und ProSiebenSat.1 unter anderem Maxdome. Aber noch fehlt eine Web-Site, die alle deutschen TV-Angebote bündelt.

Das soll sich ändern. Die TV-Konzerne ProSiebenSat.1 und RTL planen für Deutschland und Österreich eine offene Plattform im Netz, auf der möglichst alle deutschen TV-Sender ihre Inhalte veröffentlichen. Erste Vorgespräche haben die beiden Unternehmen schon mit dem Bundeskartellamt und der EU-Kommission geführt. Offizielle Anträge haben die Initiatoren bisher nicht eingereicht, dennoch wollen sie das Projekt dem Vernehmen nach noch in diesem Jahr entscheidend vorantreiben. Äußern wollen sich RTL und ProSiebenSat.1 dazu allerdings nicht.

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Damit bei den Wettbewerbshütern keine Bedenken aufkommen, wollen die beiden TV-Konzerne ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das sich auf die technische Betreuung der Videoplattform beschränkt. Die Sender selbst sollen wie ARD und ZDF auf der Web-Site eigene Bereiche erhalten, die unter dem jeweiligen Sendernamen laufen und für die sie redaktionell verantwortlich sind. Zudem können sie entscheiden, in welche dort abrufbaren Serien oder Shows sie Werbung einblenden und für welche Filme der Zuschauer zahlen muss. „Wir kennen die gemeinsamen Plattform-Überlegungen von RTL und ProSiebenSat.1“, bestätigt ein Sprecher der ARD. Ihr fehlten allerdings noch wesentliche Details, um eine Beteiligung prüfen zu können. Die dürften die Privaten bald nachliefern.

Vorbild für das Internet-Projekt ist die US-Videoplattform Hulu, die unter anderem den Hollywoodstudios Disney, Fox und NBC Universal gehört.

Dass die privaten und öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland zusammenarbeiten können, zeigt sich bereits bei der Werbung. Spätestens im Oktober wollen die Vermarktungstöchter von RTL, ProSieben, ARD und ZDF eine gemeinsame Interessenvertretung gründen, um zu verhindern, dass Werbemillionen vom TV in andere Medien fließen.

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