_

Internet: Widerstand gegen Internet-Maut

von Thomas Stölzel

Die deutsche Internetwirtschaft reagiert mit energischem Protest auf Pläne von Telekom-Chef René Obermann, Webdienste im Internet künftig unterschiedlich zu behandeln.

Der Topmanager kündigte eine Art Maut für Internetdienste wie Google und Facebook an, wenn diese ihre Daten auch künftig schnell durch das Telekom-Netz leiten wollen. Wer nicht zahlt, dessen Daten will die Telekom langsamer transportieren.

Anzeige

„Würde der Grundsatz der Netzneutralität fallen, würde das den Innovationen im Internet im Weg stehen“, sagt Lars Hinrichs, der Gründer des bekannten deutschen Karrierenetzwerks Xing, gegenüber der WirtschaftsWoche. Web-Unternehmer Hinrichs warnt die Politik davor, der Telekom und anderen Netzbetreibern eine solche Macht zu übertragen. „Eine solche Macht wird missbraucht werden, von jedem“, sagt er.

"Steuerung des Internetverkehrs nötig"

Der Geschäftsführer der großen deutschen Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners, Kurt Müller, kritisiert die Gelassenheit, mit der die Internetbranche in Deutschland mit dem Thema umgeht. „Vielleicht wachen wir irgendwann auf und fragen uns, warum wir damals nicht härter dagegen gekämpft haben“, sagt er der WirtschaftsWoche. Denn eines sei für ihn klar: „Unsere Startups brauchen so viel Freiheit wie möglich.“ Jason Whitmire, Partner beim Münchner Wagniskapitalgeber Earlybird sagt: „Hätte es bisher keine Netzneutralität gegeben, es gäbe weder Twitter noch Facebook.“

Telekom-Chef René Obermann pocht jedoch in der WirtschaftsWoche darauf, dass die Netzneutralität abgeschafft werden muss: „Das stark wachsende Datenvolumen macht eine intelligente Steuerung des Internetverkehrs nötig.“ Viele Dienste könnten erst entstehen, wenn die Netzbetreiber eine bestimmte Übertragungsqualität garantieren. „Solche neuen Anwendungen erfordern differenzierte Qualitätsstufen für den Datentransport“, sagt der Telekom-Chef.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.07.2010, 11:43 UhrAnonymer Benutzer: Roberto

    Das ist doch alles Schwachsinn: Jeder KUNDE der Telekom zahlt doch schon für seine bandbreite. Wer mehr braucht, zahlt auch mehr. Warum sollten jetzt die ANbiETER auch noch zahlen? Der KUNDE entscheidet doch, ob er nun 90% seiner Online-Zeit und -kapazität auf Youtube.com, Facebook.com oder sonst einem Angebot verbringt.

    Hier ghet es rein um das abkassieren von erfolgreichen Firmen wie google und Apple.

    insbesondere Herr Obermann, der in letzter Zeit auch wirklich nichts hinbekommen hat, sollte mal lieber seine Hausarbeiten machen. Nicht mit Congstar die bandbreite verschleudern und dann bei Google betteln gehen...

  • 25.07.2010, 06:48 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer

    Das wäre der Sargnagel für die industrie in Deutschland und Europa

  • 24.07.2010, 21:48 UhrAnonymer Benutzer: Lars

    Die idee von Herrn Obermann ist stimmig! Die Flatrates benachteiligen massiv die Wenig-/Normalnutzer während die Datenjunkies incl. der Anbieter wie youtube und co. das Netz überlasten.....und dafür noch nicht einmal angemessen bezahlen wollen.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.