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Internet : Wie deutsche Videoportale benachteiligt werden

von Thomas Stölzel

Die deutsche Filmwirtschaft befürchtet schärfere Regeln für Video-auf-Abruf-Portale und bangt um ihr Geschäft. Schon jetzt sind Videoload oder Maxdome gegenüber Youtube&Co. klar im Nachteil. Die Rechtslage treibt absurde Blüten.

Das Internetportal YouTube Quelle: dpa
Das Internetportal YouTube will auf seiner deutschen Plattform Werbung schalten Quelle: dpa

Die deutschen Anbieter von Videos im Internet fühlen sich durch den Jugendschutz benachteiligt. Denn ausländische Unternehmen müssen sich nicht an die Vorschriften halten, obwohl ihre Angebote auch in Deutschland abrufbar sind. Manager der Filmwirtschaft halten die Regelung für überholt. Doch jetzt sollen sie modernisiert werden.

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Am Dienstag und Mittwoch trafen sich in Wiesbaden die Rundfunkreferenten der Länder, um sich über die Reform des Jugendschutzes im Netz abzustimmen. Dabei einigten sie sich darauf, die Jugendschutzanforderungen weiter zu verschärfen, heißt es aus der hessischen Staatskanzlei. Details wurden allerdings nicht bekannt.

Zuvor hatte die Branche bereits befürchtet, dass die neue Richtlinien noch schlimmer wird als die bisherigen. „Ich fürchte, dass die Regeln strenger werden“, sagt Christiane von Wahlert, Geschäftsführerin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO). Im Februar soll es eine Anhörung der Industrie zu der Reform geben, danach entscheiden die Bundesländer endgültig über die Umsetzung der neuen Regeln.

Benachteiligung gegenüber Youtube

Schon jetzt müssen sich die deutschen Video-on-demand-Dienste wie Videoload oder Maxdome gegen mächtige ausländische Konkurrenten behaupten. Hierzu zählt nicht nur das deutsche iTunes-Portal, das der US-Computerriese Apple in Luxemburg angesiedelt hat, abseits vom Jugendschutzrecht.

Will ein Zuschauer dagegen bei der Telekom-Tochter Videoload einen Film sehen, der erst für Jugendliche ab 16 Jahre freigegeben ist, muss er in einer Postfiliale seinen Ausweis vorzeigen und das Alter überprüfen lassen. Erst dann darf ihn Videoload freischalten. Ähnlich umständlich ist das Verfahren der ProSiebenSat.1-Tochter Maxdome.

„Die deutsche Medienregulierung muss begreifen, dass wir uns nicht im nationalen Wettbewerb wie beim Fernsehen befinden, wo Regulierung alle Marktteilnehmer gleichermaßen trifft“, sagt ein Maxdome-Sprecher.

Die Politik lässt sich davon wenig beeindrucken. „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum“, sagt ein in die Verhandlungen involvierter Vertreter. Doch schon die jetzt geltende Regelung treibt Blüten: Während Videoload Werbetrailer für Filme mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren erst von 23 Uhr an auf der Web-Site zeigen darf, sind sie beim US-Videoportal YouTube rund um die Uhr abrufbar – auch in Deutschland.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.11.2009, 08:46 UhrAnonymer Benutzer: Mike

    ich kann es nicht mehr hören... "Das internet ist kein rechtsfreier Raum" - wird das allen Politikern auf irgendwelchen Tagungen eingeimpft und denen damit gesagt, sie hätten jetzt den vollen Durchblick in Sachen internet?

    Selbstverständlich ist das internet kein rechtsfreier Raum. Rechtsfreie Räume gibt es doch nirgendwo. Aber ich dachte, es wäre die Aufgabe der Politik, Gesetze zu bestimmen?

    ich befürchte gar, dieser "involvierte Vertreter" hat das Problem von Videoload und Maxdome überhaupt nicht verstanden.

  • 19.11.2009, 16:30 UhrAnonymer Benutzer: dm

    Tja, da dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wieder der nächste Politiker nach internetsperren ruft.

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