
Für den Start seines neuen Bezahlsenders Disney XD im Oktober hatte der Chef des deutschen Disney Channels, Lars Wagner, etwas Revolutionäres geplant. Er wollte einzelne Episoden der dort ausgestrahlten Serien ins Internet stellen – in voller Länge und kostenlos. Die Zuschauer sollten auf den neuen Sender aufmerksam werden, der Programm für 6- bis 13-jährige Jungs ausstrahlen wird.
Doch letzten Dienstag stoppte Disney das Vorhaben, wegen juristischer Bedenken, heißt es aus Konzernkreisen. Stattdessen soll die Web-Site des Senders nur Trailer zeigen. Wie die Disney Channels kämpfen auch andere TV-Sender in Deutschland und Europa damit, sich auf veränderte Nutzungsgewohnheiten ihrer Zuschauer einzustellen.
Ein wachsender Teil des Publikums weicht auf das Internet aus, weil dort fast alle TV-Inhalte zwar meist illegal, dafür aber Tag und Nacht kostenlos verfügbar sind. Eine neue OECD-Studie ergab, dass dank schneller Internet-Zugänge nahezu jeder zehnte Deutsche, Franzose, Brite und Amerikaner illegale Videoinhalte im Netz schaut. Und eine aktuelle Untersuchung von Morgan Stanley zeigt, dass vor allem Teenager immer weniger fernsehen, sich TV-Sendungen stattdessen im Netz suchen.









