Internettelefonie: iPhone: Telekom droht Skype-Nutzern

Internettelefonie: iPhone: Telekom droht Skype-Nutzern

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Das iPhone gestattet jetzt auch VoIP über das Mobilfunknetz

von Thomas Stölzel

Es wird ernst für die Deutsche Telekom. Am vergangenen Wochenende hat der Luxemburger Internettelefonie-Dienst Skype seine Software für Apples iPhone aktualisiert. Seitdem ist Internettelefonie auch über das Mobilfunknetz der Telekom möglich. Bisher war das so genannte Voice over Internet Protocol (VoIP) mit dem iPhone nur in lokalen WLAN-Netzwerken möglich.

Allerdings erlaubt die Telekom die Nutzung des Angebots offiziell nur den iPhone-Kunden, die spezielle Zusatztarife gebucht haben. Was also passiert mit denen, die den Dienst ohne das Zusatzpaket des Mobilfunkers nutzen? Offiziell droht der rosa Riese, Kunden ohne einen solchen Zusatztarif müssten damit rechnen, dass der Konzern ihnen eine saftige Rechnung stellt. „Im Extremfall kann es sogar sein, dass wir den Vertrag einseitig kündigen“, sagt ein Telekom-Sprecher.

Dass die Telekom zu solch harschen Schritten greifen wird, ist jedoch alles andere als sicher. Im Management des Konzerns herrscht durchaus Unbehagen darüber, wie der Konzern mit Skype-Nutzern umgeht. Einige Manager sind dem Vernehmen nach der Ansicht, Kunden müssten Skype und andere Internettelefoniedienste kostenlos im Mobilfunknetz nutzen können – zumindest solange keine Videotelefonie im Spiel ist, die riesige Datenmengen verursacht.

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Diese konzerninterne Uneinigkeit hat ihre Gründe: Die Deutsche Telekom hatte vor einem Jahr in der WirtschaftsWoche angekündigt, Skype auf iPhone und Blackberry zu blockieren. Ein kollektiver Aufschrei der Internetnutzer war die Folge, viele witterten Zensur. Tatsächlich hatte der Konzern Angst, dass Internettelefonie ihm das klassische Mobiltelefoniegeschäft verhageln könnte. Erst nach massivem Druck aus der EU und von der Bundesnetzagentur erklärte sich der deutsche Mobilfunkanbieter gemeinsam mit Konkurrenten wie Vodafone bereit, VoIP zuzulassen, wenn die Kunden einen Zusatztarif buchen. Der Imageschaden aber war nicht mehr rückgängig zu machen.

Auch Skype will Geld sehen

Den Zusatztarif der Mobilfunker mal ausgeblendet: Kostenlos wie im stationären Internet wird die mobile Version von Skype ohnehin nur bis zum Jahresende sein. Dann wird auch das Luxemburger Unternehmen eigenen Angaben zufolge Geld dafür verlangen. Details über die Preisgestaltung will Skype in den nächsten Monaten bekannt geben. Erheben aber Skype und Telekom gleichzeitig Gebühren auf  diese Art von Anrufen, dürfte der Vorteil der kostenlosen oder zumindest preiswerten Gespräche via VoIP schnell dahin sein. Skype wäre auch für das klassische Telefoniegeschäft der Deutschen Telekom eine deutlich kleinere Bedrohung.

Ein Zitat des Profi-Snowboarders und Filmemachers David Benedek, dass Skype im Rahmen der Produktpräsentation gestern veröffentlicht hat, darf der Skypenutzer jedenfalls getrost als Unsinn abtun: „Ich bin das halbe Jahr von Alaska bis Japan für Wettkämpfe und Filmaufnahmen unterwegs. Nachdem jetzt Skype auf dem iPhone auch Gespräche über UMTS erlaubt, bin ich total flexibel, da ich Skype im Taxi, am Flughafen oder sogar auf einem Gletscher nutzen kann. Das beste ist, dass ich nun noch öfters mit meinen Freunden sprechen kann, ohne mir Gedanken über die Kosten machen zu müssen,“ sagte Benedek. Schließlich muss, wer Skype im ausländischen Mobilfunknetz nutzt, die Datenverbindung des dortigen Netzanbieters in Anspruch nehmen und sogenannte Roaming-Gebühren zahlen. Und die können bei längeren Internettelefonaten schnell in die Tausende Euro gehen.

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