Interview Kachelmann: „Es geht um die Produkte, nicht um meine Person“

Interview Kachelmann: „Es geht um die Produkte, nicht um meine Person“

, aktualisiert 11. November 2011, 14:53 Uhr
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Jörg Kachelmann ist Moderator und Chef des Wetterdienstes Meteomedia.

von Diana FröhlichQuelle:Handelsblatt Online

Jörg Kachelmann, Chef von Meteomedia, wird nicht mehr in der ARD auftreten. Im Interview sagt er, was das für sein Unternehmen bedeutet und warum er noch einmal vor Gericht ziehen will.

Handelsblatt: Inwieweit war die Entscheidung der ARD ein herber Schlag für Meteomedia?

Jörg Kachelmann: Cumulus ist keine Konkurrenz. Wir liefern die Inhalte, die Moderatoren erzählen ihn. Ich habe mit dieser Arbeitsteilung kein Problem. Im Gegenteil: Wir wollen gemeinsam weitere Märkte erschließen und stehen mit unseren Daten und unserem Personal vor Ort weiterhin für die Qualität der Wettervorhersagen in der ARD. Dass in unserem Studio keine Wetterberichte mehr produziert werden, bedauere ich, auch die Arbeitsplätze, die dieser Wegzug gekostet hat. Ich hoffe, dass ein Teil der Mitarbeiter bei Bavaria unterkommt.

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Was bedeutet es für Ihre Bilanz?

Wir verlieren einen Teil der Einnahmen aus der TV-Produktion, aber Meteomedia ist schon mehr als 20 Jahre alt und viel mehr als eine Abspielfirma für Fernseh-Wetterberichte. Wir expandieren nach Asien, es werden mit unseren Produkten Patentanmeldungen vorbereitet.

Sie sind das Gesicht von Meteomedia, auch wenn Sie zuletzt nur noch wenig moderiert haben. Ist der „halbe Verlust“ des ARD-Auftrags ein Imageverlust?

Im Mannheimer Prozess wurde ich rechtskräftig freigesprochen. Dass über die Schuld einer Lügnerin de jure auch noch gerichtet wird, das muss jetzt noch kommen. Recht und Gerechtigkeit ist dann Genüge getan, wenn als Nächstes noch die Schuld der Menschen festgestellt wird, die für die ganze Sache verantwortlich sind, die ich seit März 2010 erleben durfte. Entsprechende Straf- und Zivilklagen werden jetzt vorbereitet, und ich habe Verständnis für die ARD, dass sie nicht einen Menschen im Fernsehen zeigen will, der zwangsläufig auch als Kläger Schlagzeilen abseits seiner Arbeit machen wird. Es wäre im Hinblick auf das heute fast perfekte Verbrechen der Falschbeschuldigung und seiner vielen Opfer einfach fatal, das Ganze auf sich beruhen zu lassen.

Werden Sie den Auftritt vor der Kamera vermissen?

Ich habe viel erreicht. Aber ich bin Verwaltungsratspräsident eines mittelständischen Unternehmens und auch operativ aktiv. Gerade ist unsere spanische Unwetterzentrale online gegangen, und auch in Manila sitzen schon zehn Leute von uns. Ich muss mir vor allem einen Vorwurf machen: Es ist mir in 20 Jahren nicht gelungen zu kommunizieren, dass Meteomedia mehr ist als Wetter im Fernsehen.

Wo sehen Sie die Zukunft?

Wir wollen weltweit die besten Wettervorhersagen haben – und das zu verkaufen, gelingt uns in immer mehr Ländern bei immer mehr Kunden. Termine im Ausland sind sehr entspannend, da geht es um die Qualität unserer Produkte, nicht um meine Person.

Quelle:  Handelsblatt Online
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