Interview Michael Ganal: „Schwarzenegger hat recht“

Interview Michael Ganal: „Schwarzenegger hat recht“

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Michal Ganel, BMW-Finanzvorstand

Michael Ganal über seine neue Rolle als Finanzvorstand von BMW, die Chancen des Klimaschutzes und neue Gewinnquellen.

WirtschaftsWoche: Herr Ganal, die ersten 100 Tage als Finanzvorstand sind hinter Ihnen. Wie fühlen Sie sich auf dem neuen Posten, dem zwangsläufig der Ruf des Erbsenzählers anhaftet?

Michael Ganel: Ich bin absolut happy damit – zumal es eher um Gestalten als um Erbsenzählen geht. Dabei ist es schon ein Vorteil, wenn Sie selber einige Jahre ein operatives Ressort geleitet haben. Eine wesentliche Aufgabe eines Finanzvorstands ist ja, sinnvolle Vorgaben für die Budgets zu machen. Wenn heute ein Kollege zu mir kommt und sagt: Mit deinem Budgetvorschlag kann ich nicht leben. Dann sage ich: Komm, das hab ich auch schon hinter mir, jetzt probieren wir es mal. Da habe ich als ehemaliger Vertriebsvorstand eine ganz andere Glaubwürdigkeit, als wenn ich mir sagen lassen müsste: Du weißt ja gar nicht, was es heißt, ein hochgestecktes Ziel auch zu erreichen.

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Die Kollegen, die jetzt Ihre Vorgaben einhalten müssen, sitzen unter anderem in Forschung und Entwicklung, kurz F+E. Und die müssen künftig mit weniger Geld auskommen.

Dazu erst einmal Folgendes: Wir stoppen auch in Zukunft keine Projekte, bloß weil wir damit die Quote für Entwicklungsausgaben senken können. Sondern setzen auf clevere Lösungen wie zum Beispiel den verstärkten Einsatz von virtuellen Verfahren sowie auf effizientere Prozesse – jede Fakultät hat noch Effizienzpotenziale. Wir haben schon im Januar gesagt: In einer Sache werden wir uns nicht an einem Wettbewerb nach unten beteiligen. Und das ist die F+E-Quote. Benchmark kann hier nicht der niedrigste Wert im Wettbewerb sein. Irgendwo zwischen fünf und fünfeinhalb Prozent vom Umsatz werden wir bleiben. Sicher, unsere Quote wird künftig etwas niedriger liegen als früher in der Spitze mit 6,5 Prozent, weil wir mit so einer hohen Quote nicht auf eine Vorsteuerrendite zwischen acht und zehn Prozent kommen. Aber umgekehrt würde eine Absenkung etwa auf vier Prozent, die für das Ergebnis natürlich sehr attraktiv wäre, unsere Zukunftsfähigkeit beeinträchtigen. Und wir spielen nicht mit unserer Zukunft.

Ein schwacher Dollar und Kreditausfälle in den USA belasten Ihre Bilanz. Schadet Ihnen der amerikanische Markt nicht mittlerweile mehr, als er nützt?

Wir sind uns alle einig, dass der US-Markt weiterhin sehr bedeutend sein wird. Externe Prognosen gehen davon aus, dass in der nächsten Dekade ein Drittel des Geschäfts mit Premiumautos in den USA stattfinden wird. Und daher ist es für einen Premiumhersteller wie BMW ganz entscheidend, dort in einer guten Position und stark vertreten zu sein.

Allein der schwache Dollar hat 2007 Ihr Ergebnis mit mehr als 500 Millionen Euro belastet...

...aber es ist nicht so, dass wir dort Geld verlieren. Wir verdienen heute in den USA nur nicht so viel wie auf anderen Märkten. Wir sind stolz auf unser Händlernetz in den USA, wir sind stolz auf unsere Marktposition, die wir dort haben. Was wir tun müssen, ist, weiter konsequent gegen die negativen Auswirkungen der Dollar-Schwäche zu arbeiten. Andere reden über Produktionsverlagerung in den Dollar-Raum, wir produzieren dort immerhin schon 150 000 Autos pro Jahr.

Was ja offenbar noch nicht reicht.

Wir haben zwei große Stoßrichtungen: Die eine ist, in unserem Werk in Spartanburg die Kapazität auf 240 000 Autos hochzufahren. Die andere ist, im Dollar-Raum deutlich mehr einzukaufen. Heute macht das US-Geschäft von unserem Umsatz etwa 22 Prozent aus. Wir beziehen aber nur etwa zehn Prozent unseres Zuliefervolumens von dort.

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