Interview mit Fabian Krone: "Uhren werden komplizierter"

Interview mit Fabian Krone: "Uhren werden komplizierter"

Bild vergrößern

Fabian Krone, Chef von A. Lange & Söhne

Fabian Krone, der Chef des Luxusuhrenbauers A. Lange & Söhne will die Produktion erhöhen – und denkt über eine Damenuhr nach.

WirtschaftsWoche: Herr Krone, Sie bauen am Unternehmenssitz in Glashütte ein neues Fertigungsgebäude. Wollen Sie die Uhrenproduktion steigern?

Fabian Krone: Wir sind ja schon in den vergangenen fünf Jahren in der Mitarbeiterzahl stark gewachsen. Statt 270 Mitarbeitern haben wir heute 490. Die Zahl der produzierten Uhren dagegen liegt unverändert bei circa 5000 Stück jährlich. Aber unsere Zeitmesser werden komplizierter, und künftig wollen wir ein noch höheres handwerkliches Niveau erreichen. Wir werden unser Wachstum also vorrangig durch anspruchsvollere und somit teurere Uhren generieren. Aber wir werden in den nächsten fünf Jahren nicht umhin kommen, unsere Stückzahl leicht zu erhöhen – vielleicht um 10 bis 15 Prozent.

Anzeige

Stellen Sie neue Mitarbeiter ein?

Wir werden in den nächsten fünf Jahren sicher noch mal um rund 100 Mitarbeiter wachsen.

Am 1. Juli eröffnen Sie in Shanghai ein eigenes Geschäft, weitere sollen in diesem Jahr in Hongkong und Peking folgen. Warum richten Sie in Europa und Amerika keine eigenen Filialen ein?

Weil wir hier und in den USA sehr qualifizierte Konzessionäre haben. In Shanghai – genauso wie in Peking und teilweise in Hongkong – ist die Qualität des Fachhandels dagegen nicht so, dass wir ihm unsere Marke anvertrauen würden. Deshalb übernehmen wir das selbst. Ähnliche Pläne haben wir für Russland. Dort würden wir aber frühestens 2010 starten.

Wie haben Sie bisher verhindert, dass Juweliere in China Uhren von Lange & Söhne anbieten?

Indem wir den Markt beobachten. Erst vorletzte Woche hatten wir bei einem nicht autorisierten Händler in China eine neue Uhr von uns gefunden – mit nicht abgestempeltem Garantieschein. Dem sind wir nachgegangen. Die Uhr stammte von einem Händler in Amerika, den wir nun abgemahnt haben. Kommt so etwas noch mal vor, wird er unsere Produkte nicht mehr anbieten dürfen.

Auch bei Ebay werden Uhren von A. Lange & Söhne angeboten.

Auch dem gehen wir nach. So wurde kürzlich bei Ebay ein Tourbograph angeboten. Doch die Person wollte nur die Anzahlung abkassieren, hatte die Uhr aber gar nicht. Allerdings gibt es mittlerweile auch einen Markt für gebrauchte Lange-Uhren.

Ihre Kunden sind fast ausschließlich Männer. Warum vernachlässigen Sie die Frauen?

Solange Damen nicht bereit sind, für technische Spezialitäten wie eine Schwanenhalsfeinregulierung mehr zu zahlen als für ein Quarzwerk, ist das kein Markt für uns. Allerdings gibt es immer mehr Frauen, die sich bei einer Uhr auch für das Innenleben interessieren – auch im asiatischen Raum. Eine asiatische Sammlerin hat beispielsweise kürzlich einen Lange Tourbograph für umgerechnet 390 000 Euro gekauft. Zunächst werden wir weiterhin jedes Jahr eine Schmuckuhr anbieten. Allerdings können wir uns auch vorstellen, irgendwann eine reine Damenuhr mit Komplikation anzubieten.

Spüren Sie die internationale Finanzkrise?

In Amerika war ich 100-prozentig der Ansicht, dass das Geschäft im Februar und März schlecht laufen wird, weil die Boni an der Wall Street gering ausfallen. So kann man sich irren. Die Boni waren gut, entsprechend wurde gekauft. Trotzdem gehen wir davon aus, dass wir die Rezession in den USA irgendwann merken – was nicht heißt, dass wir unsere Uhren dann nicht woanders absetzen können.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%