
Senator, wie kann das gestörte deutschamerikanische Verhältnis nach dem Krieg wieder repariert werden?
Es ist zu früh, darüber zu spekulieren. Erst einmal geht es darum, welche Rolle Deutschland innerhalb der Vereinten Nationen nach einem hoffentlich baldigen Ende des Irakkrieges spielen kann und will. Bislang hat sich die Regierung in Berlin dazu leider nicht geäußert. Ich wünsche mir, dass sich Deutschland sowohl bei der humanitären Hilfe als auch am Wiederaufbau des Irak beteiligt. Es wird eine schwierige Aufgabe, Sicherheit und Frieden im Irak zu garantieren. Erst danach kann es wieder darum gehen, die transatlantischen Beziehungen zu stärken.
Indem die Regierungen langsam wieder anfangen, miteinander zu reden?
Wenn die deutsche Regierung in den Vereinigten Staaten wieder eine einflussreiche Rolle spielen will, muss sie klarstellen, welche gemeinsamen Interessen Deutschland und die Vereinigten Staaten haben – beispielsweise die Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Es ist hilfreich, wenn sich die Berliner Politik an die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika erinnert und deren Bedeutung wieder in den Vordergrund der politischen Debatte stellt. Immerhin haben beide Länder von den engen politischen und ökonomischen Verbindungen profitiert.
Es gibt Stimmen in Washington, die behaupten, dass vor allem persönliche Gründe zum Streit zwischen Präsident Bush und Bundeskanzler Schröder geführt haben.
Ja, Bush ist enttäuscht von der strikten, ablehnenden Haltung des deutschen Kanzlers in der Irakfrage. Er hat sich nach den Gesprächen im vergangenen Jahr auf die Unterstützung der deutschen Regierung verlassen. Dass Schröder seine Meinung geändert hat, sieht Bush als ernsthaftes Problem.
Glauben Sie, dass die Spannungen anhalten, so lange Gerhard Schröder Kanzler ist?
Das wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen.
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Was könnte Schröder tun, um das beschädigte Verhältnis zu Bush wieder zu verbessern?
Hilfreich wäre es, wenn es bald zu einem Treffen zwischen Bush und Schröder käme. Davon abgesehen muss Deutschland seine Solidarität mit Amerika und seine Verantwortung für den Frieden in der Welt unter Beweis stellen. Fakt ist, dass die Bedrohung der Weltgemeinschaft mit dem Irakkrieg nicht beendet sein wird. Es ist denkbar, dass Gefahren aus dem Nahen und Mittleren Osten drohen, aber auch aus Nordkorea oder Pakistan, die beide über nukleare Waffen verfügen. Wenn diese Länder ein ernsthaftes Problem darstellen, muss Deutschland zeigen, wo es steht.
Hat die amerikanische Öffentlichkeit verstanden, dass sich Schröder aus innenpolitischen Gründen gegen den Irakkrieg gestellt hat?
Ja. Die ablehnende Haltung der Berliner Regierung sehen wir nicht als Ausdruck anti-amerikanischer Stimmung in Deutschland.
Der jüngste Streit zwischen einem Teil Europas und den USA dreht sich um den Irakkrieg. Zeigt das nicht, dass die Nato seit dem Ende des Kommunismus keine neue Rolle gefunden hat?
Ich glaube, dass die Nato so wichtig bleiben wird wie früher. Wir werden mit der Nato den Frieden in Europa bewahren, und Amerikaner und Europäer werden sich gleichzeitig mangelnde Verteidigungsbereitschaft vorwerfen – das ist fast schon ein Ritual.





















