Investitionen: Milliarden für Opel trotz roter Zahlen bei der Konzernmutter

Investitionen: Milliarden für Opel trotz roter Zahlen bei der Konzernmutter

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Ein Arbeiter des Opel-Werks in Rüsselsheim montiert den Dachhimmel in einem Opel Vectra: Vor 2010 gibt es kein Nachfolgemodell des Opel Astra

Trotz tiefroter Zahlen aus dem US-Geschäft will der Autokonzern General Motors (GM) in den nächsten Jahren kräftig in die deutsche Tochter Opel investieren.

GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster kündigte in Rüsselsheim an, bis 2012 sollten 9 Milliarden Euro für die Modernisierung der deutschen Werke, in Entwicklung und Marketing fließen. General Motors in Detroit meldete unterdessen einen Quartalsverlust von 3,3 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro).

Laut Forster sollen 6,5 Milliarden Euro allein in die Entwicklung neuer Automodelle und Antriebssysteme fließen. Dazu gehört ein Elektroauto mit auf 65 Kilometer vergrößerter Reichweite. Außerdem investiere das Unternehmen in seine Werke Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach. Für Rüsselsheim seien 900 Millionen Euro vorgesehen, für Bochum 650 Millionen, für Eisenach 240 Millionen und für Kaiserslautern 50 Millionen.

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Opel kündigt außerdem eine Produktoffensive mit 17 neuen Pkw und 3 neuen Nutzfahrzeugmodellen bis 2012 an. Während im ersten Quartal 2008 der Vorsteuergewinn bei General Motors in Europa von vier Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 75 Millionen Dollar in die Höhe schloss und auch die anderen außeramerikanischen Operationen ihre Ergebnisse verdoppeln konnten, bescherten drastische Einbrüche in den USA dem Gesamtkonzern unter dem Strich einen Verlust von 3,3 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro).

Der Umsatz des größten US-Autobauers sank insgesamt um 1,6 Prozent auf 42,7 Milliarden Dollar (27,4 Milliarden Euro). Die Einbußen kommen ausschließlich aus dem Geschäft in Nordamerika. Dort sank der Umsatz um 12,5 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar. Wie das Unternehmen berichtete, brachen vor allem die Verkäufe spritfressender Geländewagen und Pickups ein.

Das Unternehmen hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, die Produktion in diesem Bereich zurückzufahren. 3500 Arbeiter sollen deshalb entlassen werden. General Motors machte auch Sondereinflüsse für das Ausmaß der Verluste verantwortlich: Ein zweimonatiger Streik beim Zulieferer American Axle habe GM 800 Millionen Dollar gekostet und den Bau von 100.000 Fahrzeugen verhindert.

Eine Wertberichtigung für den GM-Anteil am Autofinanzierer GMAC schlägt mit 1,45 Milliarden Dollar zu Buche. Doch auch ohne die Einmaleffekte verlor GM nach eigenen Angaben 350 Millionen Dollar. GM-Finanzchef Ray Young sagte, auch das zweite Quartal dürfte für die Industrie hart werden. Zwar halte GM an der Vorhersage fest, dass sich die US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr erholen werde. Die Erholung werde aber nicht so kraftvoll ausfallen wie noch zu Jahresbeginn angenommen.

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