Investmentbanken: Morgan Stanley: Beschlüsse von Pittsburgh reichen nicht aus

Investmentbanken: Morgan Stanley: Beschlüsse von Pittsburgh reichen nicht aus

Die Beschlüsse der G-20-Staaten auf dem Gipfel in Pittsburgh zur Regulierung der Finanzmärkte sind nach Einschätzung von Morgan Stanley nicht ausreichend, um eine neue Finanzkrise zu verhindern.

Der Deutschlandchef der Bank, Dirk Notheis, sagte der WirtschaftsWoche auf die Frage, ob die Gefahr einer neuen Finanzkrise gemindert sei: „Keineswegs.“ Allerdings räumt Notheis ein, dass die Politik mehr Zeit brauche, um ein neues globales Regelwerk zu definieren. „Die Auswirkungen jeder Regelung müssen sehr detailliert analysiert und abgewogen werden. Sorgfalt geht hier vor Geschwindigkeit. Es hat Jahre gebraucht, um die Liquiditätsblase aufzupumpen und Regelungslücken auszunutzen, dies ist nicht über Nacht zu heilen.“

Zurückhaltend äußerte sich Notheis dazu, dass viele Banken schon wieder risikoreiches Anlagegeschäft tätigen, insbesondere im Eigenhandel. „Wir gehören nicht dazu. Wir haben den Eigenhandel im Gegenteil stark reduziert. Unser Ansatz ist konservativ, und es macht uns nichts aus, dass andere Häuser im letzten Quartal im Eigenhandel schon wieder sehr viel Geld verdient haben.“ Morgan Stanley werde auch weiterhin auf solche Geschäfte verzichten. „Es steht mir nicht an, über Dritte zu urteilen. Ich bin aber tief davon überzeugt, dass sich unser Haus klug und lernfähig aus dieser Krise herausentwickelt hat. Wir haben unseren Fremdkapitalanteil und damit unser Risiko deutlich zurückgefahren. (…) Der Markt beginnt zu verstehen, dass unser künftiges Geschäftsmodell sehr nachhaltig sein wird.

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Begrenzung der Manager-Boni ist richtig

Absolut richtig sei es, die Manager-Boni zu begrenzen und an anderen Erfolgskriterien zu orientieren. „Es gibt für mich überhaupt keinen Zweifel, dass die Vergütungsstrukturen unserer Branche einer Anpassung bedurften. In unserem Hause ist das bereits im vergangenen Jahr geschehen. Das ist eine kathartische, also eine reinigende Entwicklung, die ich begrüße“, betont Notheis.

Notheis äußerte sich zuversichtlich, im eigenen Hause Exzesse wie früher zu verhindern. Dafür sorge ein neues Vergütungssystems „Die Boni für Kollegen in leitenden Positionen werden bei uns zu über 50 Prozent in Aktien bezahlt, über die die Betroffenen schrittweise und erst nach fünf Jahren verfügen dürfen. Den Rest erhalten sie in Cash.“ Allerdings habe Morgan Stanley eine Rückholklausel eingebaut. „Das heißt, das Geld wird auf ein Sperrkonto überwiesen. Wer sich in den nächsten drei Jahren nicht im Interesse des Unternehmens und der Kunden verhält, bekommt nichts. Es gehört ein für alle Mal der Vergangenheit an, dass ein Händler mit hohem Risiko und Milliarden spekuliert, um seinen Bonus zu erhöhen, und wenn es schiefgeht, er dann zwar seinen Job verliert, sich mit den kurz zuvor verdienten Millionen aber in den Ruhestand verabschiedet.“

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