Investmentbanking: Skandalbank UBS sucht knallharten Aufräumer

Investmentbanking: Skandalbank UBS sucht knallharten Aufräumer

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Oswald Grübel

Nach dem Zockerskandal dankt UBS-Chef Oswald Grübel ab. Wer den Manager auf Dauer ersetzt, steht noch nicht fest. wiwo.de zeigt die Steckbriefe der aussichtsreichsten Kandidaten.

Axel Weber muss bei der UBS früher Verantwortung übernehmen als geplant. Obwohl der ehemalige Bundesbank-Chef erst im kommenden Jahr in den Verwaltungsrat der Schweizer Bank einzieht, um 2012 an die Spitze des Kontrollgremiums zu rücken, sind seine Führungsfähigkeiten schon jetzt akut gefragt.

Webers künftiger Arbeitgeber sucht nach dem Zockerskandal dringend einen neuen Chef. Oswald Grübel lenkt die Bank erst seit Anfang 2009 und ist bereits verschlissen. Grübel hätte das skandalgeplagte Institut eigentlich komplett umkrempeln sollen. Dass ein einzelner Händler unbemerkt von den hauseigenen Alarmsystemen eine Milliardensumme verspielte, hat Grübels Reformfähigkeiten in Frage gestellt.

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Sein Nachfolger muss in kürzester Zeit das Investmentbanking an die Leine legen, damit so etwas nicht wieder passiert. Die UBS sucht also einen knallharten Aufräumer – mal wieder. Schon Grübels Vorgänger wurden gerufen, um die Altlasten von Skandalen früherer Chefs zu beseitigen. 1998 rückte Marcel Ospel auf den Chefsessel, weil die UBS beim Zusammenbruch des US-Hedgefonds LTCM Milliarden verloren hatte. 2007 löste Marcel Rohner Peter Wuffli ab, um bald darauf hohe Abschreibungen auf amerikanische Hypothekenpapiere vorzunehmen.

Vielversprechende Retter

Der Kreis der Retter, derer sich Axel Weber bedienen könnte, ist überschaubar. Zunächst übernimmt der Chef des Europageschäfts, Sergio Ermotti, das Steuer der UBS. Der 51-Jährige soll übergangsweise CEO bleiben, bis eine längerfristige Lösung gefunden ist. Ermotti lernte sein Handwerk bei der Investmentbank Merrill Lynch. Eigentlich hätte er beim Konkurrenten UniCredit Nachfolger des langjährigen Chefs und prominenten Bankers Allesandro Profumo werden sollen. Doch sein Förderer musste zurücktreten, woraufhin Ermotti bei der UBS landete.

Dem Interims-Chef werden nun gute Chancen eingeräumt, auch nach der Hauptversammlung im kommenden Frühjahr auf dem Chefsessel zu bleiben. Ermotti arbeitet an einem Plan, die UBS auf ihr Kerngeschäft zurechtzustutzen. Das bedeutet: Die Vermögensverwaltung wird zur wichtigsten Säule, das risikoreiche Investmentbanking schrumpft beträchtlich.

Mit Hugo Bänziger wird ein alter Bekannter aus der deutschen Bankenlandschaft als künftiger UBS-CEO gehandelt. Der Risikovorstand der Deutschen Bank konnte im Kampf um die Nachfolge von Josef Ackermann keinen Spitzenposten ergattern. Mit erst 55 Jahren hat er einen wichtigen Teil seiner Karriere aber noch vor sich. Dank seiner Verdienste bei Deutschlands größter Bank empfiehlt er sich für verantwortungsvolle Posten bei der Konkurrenz.

Risikoexpertise bringt auch Axel Lehmann mit. Der noch junge Top-Manager leitet das Risikomanagement beim Versicherungskonzern Zurich. Er sitzt bereits im Verwaltungsrat der UBS und kennt sich daher auch im Bankgeschäft aus. Zudem ist Lehmann Präsident des Chief Risk Officer Forums. Dessen Mitglieder entwickeln Empfehlungen, wie Unternehmen ihre Aktivitäten überwachen. Lehmanns Fähigkeiten dürften bei der UBS also besonders gefragt sein.

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