
Dem Unternehmen, das sich so konsequent von seinen iranischen Großaktionären auf amerikanischen Druck hin getrennt hat, ist das gemeinsame Unternehmen mit den Iranern deutlich peinlich. "Wir versuchen schon seit zwei Jahren unseren Anteil an dem Reisebüro zu verkaufen, können dies aber nicht zu vertretbaren Preisen, weil der Reisemarkt zur Zeit schwach ist", heißt es aus dem Konzern in Essen.
Tigges selbst gehört zwar nicht zu den Firmen, die sich auf der Schwarzen Liste des US-Finanzministeriums befinden, allerdings der Miteigenümer IFIC. Daher zeigt man sich in der Essener Konzernzentrale alarmiert über die im Lauf der Jahre in Vergessenheit geratene Kleinbeteiligung, die mit sensiblen Ein- und Ausreisedaten von hunderten von Managern in die USA hantiert. Da scheint es nur auf den ersten Blick nebensächlich zu sein, dass die IFIC mit ihrem Anteil von einem Viertel jährlich etwa 70 000 Euro an Dividende aus dem Reisebüro zieht. Das ist zu wenig, um von einer wirtschaflichen Erstarkung des Iran zu sprechen.
Der Schah rettete Krupp vor dem Untergang
Doch wie kam die IFIC an die Reisebüro-Beteiligung? Hatte diese etwas mit dem früheren Großaktionär Iran im Aufsichsrat zu tun? Historisch gewachsen könnte dieses gemeinsame Nebengeschäft sein, könnte man mutmaßen. Denn Krupp holte 1974 den Schah von Persien mit seinen Auslands-Industrieverwaltungen in den Aktionärskreis hinein.
25 Prozent hielt das damalige kaiserliche Persien an Krupp und rettete das Revierunternehmen seinerzeit mit einer gewaltigen Finanzspritze vor dem Untergang. Die religiösen Nachfolger des Schah nahmen nach der Revolution die Aufgaben im Krupp-Aufsichtsrat, natürlich mit neuen Männern, genauso wahr wie die Schah-Emissäre in Essen. Die Beteiligung blieb in den Händen der Revolutionsregierung, die ihre Holding nun IFIC nannte. Sie wurde lediglich mit der Zeit durch die Fusionen von Krupp mit Hoesch und Thyssen in den neunziger Jahren auf acht Prozent reduziert.
Die IFIC war aber erst 1999 in das Reisebüro Tigges eingestiegen. Ein Altbeteiligung seit 1974 ist diese also nicht. Das Reisebüro gehörte früher zu Hoesch und fiel Krupp 1993 nach der feindlichen Übernahme in den Schoß. Es war damals für Unternehmen mit vielen Geschäftsreisen nicht unüblich, sich eigene Reisebüros zu leisten, um dadurch die Kosten zu reduzieren. Der Axel Springer Verlag besaß einst das Reisebüro First, das schließlich auch abgestoßen wurde. Tigges aber blieb bei ThyssenKrupp. Deren Managern gelang es nicht, die Firma zu verkaufen. Es reichte nur für eine Beteiligung der Iraner, die nun wie ein Klotz am Bein wirkt.














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Alle Kommentare lesen09.08.2010, 13:39 UhrAnonymer Benutzer: andreas wildhagen
gegen Siemens ist ThyssenKrupp ja noch ein Waisenknabe, dazu ein ganz kleiner, siehe spiegel von heute.
07.08.2010, 20:59 UhrAnonymer Benutzer: ma
`n echt guter Artikel! kritisch hinterfragt, sowas gehört gedruckt!
bitte weiter so!
06.08.2010, 23:10 UhrAnonymer Benutzer: global
der persische Schah rettete einst ThyssenKrupp, die Amis haben nur eins im Kopf es zu runieren um ihren Plunder der Welt aufzudrücken! Merkst wieder mal keiner von Euch deutschen Duckmäusern und Gutmenschen, das ihr und Eure Arbeitsplätze hier runiert werden sollen ? in den letzten Jahren stieg der US Außenhandel mit iran genau so kräftig wie der der Chinesen. Alles aus ehemals deutschen Aufträgen ergaunert! Das es den USA um Menschrechte ginge? ich kann nur lachen.
Wenn Euch jetzt also sowieso der Staatsbankrott droht, dann nehmt als Dank die Amis gleich noch mit in den Abgrund..dann wird die Welt wieder ein wenig besser.