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IT-Branche in Weißrussland: Apps aus der Diktatur

von Florian Willershausen

Immer mehr deutsche Unternehmen setzen auf weißrussische Programmierer. Die sind top ausgebildet und kosten ein Drittel weniger als hierzulande. Wenn nur die Sprachbarriere nicht wäre.

Vier gewinnt
Vier gewinnt mit ihrem Team will Viaden-Mitbegründerin Natalia Bachar (Mitte) bald den Spieleentwickler Zygna angreifen

Joschka Fischer speckt mal wieder ab. Nicht ein Gläschen Rotwein will der Grünen-Politiker im Sommer trinken, schreibt die Boulevardpresse. Neuerdings wird er wieder beim Joggen gesichtet. Doch diesmal funktioniert das einfacher als früher. 

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Als der 63-Jährige noch als Außenminister parlierte, wachten Beamte des Bundeskriminalamts über den Fitnessparcours ihres Chefs. Heute joggt Fischer morgens allein durch die Berliner Parks – wohl begleitet von seinem iPhone in der Tasche seiner Laufhose, das Schritte zählen und den Kalorienabbau ausrechnen kann.

Zahlreiche Deutsche haben sich zum Abnehmen sogenannte Applications, kurz Apps, auf ihre Handys geladen. Die gibt es für jeden Zweck: Schrittzähler, Fitnesstrainer, Biowecker, virtuelle Yoga-Lehrer – rund 15 Milliarden Dollar werden allein in diesem Jahr weltweit mit solchen Apps umgesetzt, schätzt das US-Marktforschungsinstitut Gartner.

Nur macht sich kaum einer Gedanken darüber, woher all die erfolgreichen Apps stammen und wer das alles entwickelt hat, was immer und immer wieder aus den diversen App-Stores heruntergeladen wird.

Viaden Mobile ist nicht nur bei Pokerspielen führend

Wer es erfahren würde, könnte vor Staunen leicht vom Weg abkommen: Ein Drittel aller Fitness-Apps, die in Deutschland unter den Top 50 der populärsten iPhone-Programme rangieren, stammen von Viaden Mobile aus Minsk. Auch bei Pokerspielen ist das weißrussische Unternehmen führend.

In der letzten Diktatur Europas, wo der skurrile Dauer-Präsident Alexander Lukaschenko krampfhaft an einer Planwirtschaft wie zu Sowjetzeiten festhält, ist eine florierende App-Industrie entstanden.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.01.2012, 15:05 UhrAnonymer Benutzer: demokratXyUngeloest

    Na na na, es ist doch bekannt, dass Apple alle Apps prüft bevor diese runtergeladen werden können - eine Art "Zensur" - achja, Apple ist ein Unternehmen aus einem Rechtsstaat ;-)

  • 27.07.2011, 21:00 UhrAnonymer Benutzer: GeizistGeil

    Na so ein kleines Hintertürchen für den Programmierer zur industriespionage, ist natürlich in diesem Rechtsstaat ausgeschlossen, dem Verbindungen zum weltweiten Terrorismus nachgesagt werden.

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