IT-Krise: Gewinneinbruch und Stellenstreichungen bei Microsoft

IT-Krise: Gewinneinbruch und Stellenstreichungen bei Microsoft

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Microsoft Chef Steve Ballmer

Microsoft streicht erstmals in der Firmengeschichte 5000 Stellen. Mit dem Schritt reagiert der weltgrößte Softwarehersteller auf einen Gewinneinbruch und düstere Zukunftsaussichten. Eine Prognose dazu wagte Microsoft nicht.

Der globale Software-Marktführer Microsoft will wegen schlechter Geschäfte bis zu 5000 Stellen streichen. 1400 Jobs sollen sofort wegfallen, die restlichen Streichungen im Verlauf der kommenden 18 Monate erfolgen, teilte das Unternehmen heute mit. Die Kürzungen begründete Microsoft mit der weltweiten Konjunkturkrise.

Microsoft setzt die Wirtschaftskrise stärker zu als erwartet. Während andere Größen der Computer-Branche wie Apple und IBM zuletzt positiv überraschen konnten, verfehlte der US-Softwareriese mit seinem Ergebnis im zweiten Quartal die Erwartungen. Microsoft teilte zugleich mit, dass der Nettogewinn im zweiten Quartal seines Finanzjahrs um elf Prozent im Jahresvergleich gefallen sei.  

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Zudem wagte er unter Verweis auf die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten keine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr mehr. Es sei aber mit einem Gewinn- und Umsatzrückgang zu rechnen. Als Grund führte der Konzern die Schwäche auf dem PC-Markt und den Trend zu billigeren Notebooks an.

Erwartungen der Analysten verfehlt

Die Anleger an den US-Börsen reagierten geschockt. Die Microsoft-Aktie brach um über acht Prozent ein und zog die Leitindizes mit in die Tiefe. Beim Gewinn musste Microsoft einen Rückgang von zwölf Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar oder 0,47 Cent je Aktie hinnehmen, wie der Konzern überraschend schon vor US-Börseneröffnung auswies. Damit blieb der Gewinn ebenso knapp unter den Markterwartungen wie der Umatz, den Microsoft zwar um zwei Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar steigern konnte. Doch Analysten hatten mit mehr als 17 Milliarden gerechnet.  

Mit einer Senkung der Personalkosten sowie Investitionen will sich der Konzern gegen die Abwärtsentwicklung stemmen. Bis zu 5000 Stellen sollen im Konzern in den kommenden 18 Monaten abgebaut werden, davon 1400 Jobs sofort. Insgesamt sind das rund fünf Prozent der weltweit etwa 95.000 Mitarbeiter. Betroffen seien die Bereiche Forschung und Entwicklung, Informationstechnologie, Werbung, Vertrieb, Buchhaltung, Personalwesen und die Rechtsabteilung. Dies solle dazu beitragen, die Kosten im Jahr um 1,5 Milliarden Dollar zu senken und die Investitionen im laufenden Geschäftsjahr um 700 Millionen Dollar zu kürzen. Daneben sollen die Reisekosten um 20 Prozent zurückgefahren werden, einige Gehaltserhöhungen gestrichen und das Werbebudget gekürzt werden.

Neuen Ärger könnte Microsoft mit der EU bekommen. Brüssel droht den Amerikanern mit einem weiteren saftigen Bußgeld. Hintergrund ist ein neues Missbrauchsverfahren gegen das Unternehmen wegen der Bündelung des Webbrowsers Internet Explorer mit dem PC-Betriebssystem Windows. Die Kommission vermutet, dass Microsoft mit dieser Geschäftspraktik seine marktbeherrschende Stellung zum Schaden von Verbrauchern und Konkurrenten ausnutzt. Die Kommission hatte Microsoft in anderen Fällen bereits mit hohen Strafen belegt, die sich bisher auf knapp 1,7 Milliarden Euro summieren.

"Die Zeiten ändern sich"

Branchenexperten werteten die Microsoft-Zahlen als Hinweis dafür, dass die Geschäftsbedingungen schlechter sind als befürchtet. „Das ist eine erhebliche Zahl an Stellenstreichungen“, sagte Analyst Richard Williams von Cross Research. Bei Microsoft habe es seines Wissens nach bislang keine Entlassungen in diesem Umfang gegeben. „Das ist ein Signal dafür, dass sich die Zeiten tatsächlich ändern.“

Andere Branchenschwergewichte konnten der Wirtschaftskrise zuletzt trotzen. Der US-Computerkonzern Apple und der weltgrößte IT-Dienstleister IBM bauten ihren Gewinn im abgelaufenen Quartal überraschend aus und erfreuten Anleger mit einem optimistischen Geschäftsausblick. Damit sorgten sie allerdings für seltene Lichtblicke in der Technologiebranche, in der zuletzt Gewinnwarnungen und Entlassungen an der Tagesordnung waren.

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