
Was der größte deutsche Softwarekonzern da in einer weltweit koordinierten Medienkonferenz mit Liveübertragungen aus Frankfurt, New York und dem kalifornischen Palo Alto vollzogen hat, klang im ersten Moment fast provokant unspektakulär. Schließlich fuhr SAP zwar mit Unternehmensgründer Hasso Plattner, Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe und Technikvorstand Vishal Sikka die allererste Garde des Konzerns auf. Doch dann erläuterten die Manager wortreich, die jüngste Version ihrer Unternehmenssoftware "Business Suite" sei im Grunde nur eine Aktualisierung für die bei den rund 40.000 BS-Kunden schon vorhandenen Anwendungen. Mehr noch: Das sogenannte "Enhancement-Pack" gebe es für Bestandskunden sogar gratis.
Viel Tam-Tam also für nichts? Mitnichten, denn die Innovation, die SAP nun angestoßen hat, mag aktuell kaum sichtbare Veränderungen bringen. Sie ist dennoch so revolutionär, dass sie die Softwareindustrie im kommenden Jahrzehnt verändern wird. Denn SAP vollzieht unter der Oberfläche einen radikalen technologischen Umbau, wie ihn in dem Maßstab bisher kein Konkurrent gewagt (möglicherweise auch geschafft) hat – an dem aber in den nächsten Jahren kein Softwarehaus von Weltrang mehr vorbei kommt.
Bild: dpaÜber die Vermögenssteuerpläne der SPD
„Dann kommen wir zu den Sozialdemokraten. Die wollen nur 0,5 Prozent pro Jahr – das bedeutet, wenn man es durchrechnet: Obwohl ich sehr reich bin und ein hohen Anteil an SAP besitze, die Zahlen sind ja öffentlich, würde ich ein negatives Einkommen haben. Das heißt: Ich verdiene ein paar Millionen, bezahle aber Steuern, die höher als diese Einkünfte sind. Sie als Amerikaner müssen verstehen, dass Warren Buffet nur 15 Prozent Steuern bezahlt, dass Mitt Romney nur 14,irgendwas Prozent bezahlt. Aber Sie können nicht verstehen, was die Deutschen da vorhaben.“
Bild: dpaÜber die Zukunftssoftware Business By Design
„Wir befinden uns im fünften Jahr des Umbaus, und insgesamt sind’s ja sogar schon zehn Jahre. Da sollte jeder Beteiligte mal in den Spiegel schauen und sich fragen: ,Was machen wir hier eigentlich?‘ “
Bild: dpaÜber die Vermögenssteuerpläne der Linken
„Sahra Wagenknecht, eine der Führerinnen der Linken, möchte alle Vermögen halbieren. Das würde in meinem Fall beim aktuellen Kurs rund drei Milliarden Dollar bedeuten, die ich an den Staat bezahlen müsste – auf einen Schlag. Ich bin zu den Chefs der drei wichtigsten Parteien gegangen und habe ihnen gesagt: Wenn das passiert, bedeutet das den sofortigen Tod von SAP in Deutschland – nicht des Unternehmens. Denn: Wer sollte meine Aktien kaufen? Das kann ich Ihnen verraten: China. Der chinesische Staat hat bereits verkündet, er wolle eine zehnprozentigen Anteil an SAP.“
Bild: dpaÜber die Unterschiede zwischen traditioneller und Internet-basierter Software
„Ich hatte eigentlich angenommen, spätestens im Jahr 2000 wird die Zeit vorbei sein, in der wir Dingen entwickeln können, die die Kunden eigentlich gar nicht wollen. Aber beim Cloud-Geschäft existiert man schlicht nicht mehr, wenn die Kunden im Internet nicht zugreifen.“
Bild: dpaÜber die Vermögenssteuerpläne der Grünen
„Die nächste Partei sind die Grünen. Sie fordern 1,5 Prozent pro Jahr in den nächsten zehn Jahren. Das macht also 15 Prozent. Um das zu finanzieren, muss man Aktien verkaufen, ich würde schätzen zwei Prozent pro Jahr; also 20 Prozent in zehn Jahren. Einer kauft die auf – aber niemand aus Deutschland, denn keiner kauft Aktien und bezahlt 1,5 Prozent jährlich Steuern auf den Aktienkurs. Denn das sind intelligente Deutsche.“
Bild: dpaÜber die Folgen einer Vermögenssteuer in Deutschland
„Eine gewisse Zeitlang würden diese Pläne die Unternehmen nicht groß stören – aber es würde die Besitzstände der Unternehmen verändern. Die Eigentümer der großen Konzerne würden in Richtung China, Golf-Staaten und Amerika wechseln. Eine Umverteilung der Besitztümer also, vielleicht sogar ähnlich wie jener nach dem zweiten Weltkrieg.“
Bild: dpaÜber die Technologie-Anforderungen für das künftige Cloud-Geschäft
„Es gibt durchaus auch interessante Technologien innerhalb der SAP: Das startet mit Mobile, dazu gehört vermutlich auch die Datenbank, gewiss auch Hana und die In-Memory-Technogie – wir haben also einige Schätze in der SAP. Eine 20 Jahre alte Technologie aber, die ständig verbessert wurde und die ein Arbeitspferd ist, ist nicht mehr gut genug, um daraus Cloud-Anwendungen zu basteln, die mit Salesforce.com konkurrieren sollen.“
Bild: dpaRatschlag an die Entwickler des jüngst zugekauften Anbieters von Cloud-Software SuccessFactors
„Wenn euch irgendwer aus Walldorf eine Technologie spendieren will, schaut euch das Geschenk gut an – und lehnt es im Zweifelsfall ab. Nur die Deutschen verstehen, dass weniger mehr ist, sind sie in der Cloud-Welt herzlich willkommen.“
Bild: REUTERSVergleich von alten und neuen Software-Lösungen innerhalb der SAP
„Es gibt Produkte bei SAP, die sind weder praxistauglich noch begehrenswert und attraktiv für den Kunden – und wir verkaufen sie dennoch. Genau das wird in der Ära von Cloud Computing nicht mehr funktionieren.“
Bild: dpaÜber die Politik in Deutschland
„Es ist einfacher, Geschäfte im kommunistischen China zu machen als in Deutschland. Als Konsequenz aus der Finanzkrise marschieren einige deutsche Politiker in meinen Augen in die völlig falsche Richtung. Wir können inzwischen feststellen, dass der Einfluss der Vordenker der DDR niemals stärker als heute war. Ich spreche ausschließlich von Parteien im Bundestag, nicht irgendeiner außerparlamentarischen Opposition.“
Über die Vermögenssteuerpläne der SPD
„Dann kommen wir zu den Sozialdemokraten. Die wollen nur 0,5 Prozent pro Jahr – das bedeutet, wenn man es durchrechnet: Obwohl ich sehr reich bin und ein hohen Anteil an SAP besitze, die Zahlen sind ja öffentlich, würde ich ein negatives Einkommen haben. Das heißt: Ich verdiene ein paar Millionen, bezahle aber Steuern, die höher als diese Einkünfte sind. Sie als Amerikaner müssen verstehen, dass Warren Buffet nur 15 Prozent Steuern bezahlt, dass Mitt Romney nur 14,irgendwas Prozent bezahlt. Aber Sie können nicht verstehen, was die Deutschen da vorhaben.“
Denn die Technik wird nicht nur die Geschwindigkeit dramatisch erhöhen, mit der (Business-)Software ihre Aufgaben erledigt. Sie ermöglicht es vor allem, um Zehnerpotenzen größere Datenmengen in einem Bruchteil der bisher erforderlichen Zeit zu verarbeiten. Paart man beide Effekte, lassen sich Anwendungen realisieren, die bisher gar nicht oder nicht zu vertretbaren Kosten denkbar waren: Beispielsweise komplexeste Prognosen der Konjunktur- oder Klimaentwicklung, aber auch medizinische Analysen bis hin zur personalisierten Medizin oder gar die Simulation menschlichen Denkens.
Möglich wird all das erst durch einen Bruch mit etablierten Konzepten der Datenverarbeitung, wie ihn SAP nun als erster führender Softwarehersteller auf breiter Front in seinen Produkten ermöglicht.
Was auch immer Unternehmen oder Privatleute mit Ihren Computern anstellen, stets geht es in irgendeiner Form darum, Informationen aufzurufen, zu modifizieren und wieder zu speichern - ob wir nun eine Urlaubsreise im Netz buchen, den Warenbestand eines Unternehmens managen, Rechnungen verbuchen - oder ein Magazin wie die WirtschaftsWoche produzieren.
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