100 Prozent Grupp: Yahoo-Chefin Marissa Mayer sagt die Unwahrheit

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Marissa Mayer greift bei Yahoo hart durch. Für Mittelständler ist ihre Mitarbeiterpolitik nicht geeignet, findet Wolfgang Grupp.

Kolumne von Wolfgang Grupp

Das von ihr praktizierte System der Mitarbeiterbewertung ist nicht gedacht zur Leistungssteigerung, sondern um sich generell von einem hohen Prozentsatz der Belegschaft zu trennen.

Es scheint so, als wollte die Chefin von Yahoo den heruntergewirtschafteten Konzern auf völlig inakzeptable Weise zu Lasten guter Mitarbeiter sanieren. Solche Methoden schaden langfristig jedem Unternehmen.

Der einstige Internetstar Yahoo ist ein Unternehmen, dessen Manager in den vergangenen Jahren, getrieben von Größenwahn, schwer versagt haben. Daraufhin wurde die Managerin Marissa Mayer an die Spitze gesetzt, die nur eines sollte, nämlich aufräumen, egal wie.

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Mit dieser Mission ausgestattet, sind ihr alle Mittel recht. Dazu zählt offenbar auch das System, das der ehemalige Chef des US-Konzerns General Electric (GE), Jack Welsh, erfunden hat und deswegen den zynischen Beinamen Neutronen-Jack erhalten hat. Damit spielten seine Kritiker auf die Neutronenbombe an, die bekanntlich Gebäude stehen lassen und ausschließlich die Menschen töten. Bei Welshs Methode werden die Mitarbeiter in bestimmte Leistungsklassen eingeteilt. Diejenigen, die  in die unterste zum Beispiel Zehn-Prozent-Klasse fallen, werden entlassen, und zwar egal wie gut sie für sich genommen sind.

Yahoo und Microsoft Schlechte Bewertung = Kündigung

Yahoo-CEO Marissa Mayer setzt auf ein umstrittenes internes Bewertungssystem für Mitarbeiter. Rund 600 Mitarbeiter hat das schon den Job gekostet. Microsoft hingegen schafft das System wieder ab.

Marissa Mayer hat die Mitarbeiterbewertungen bei Yahoo eingeführt. Quelle: AP/dpa

Dass nun offenbar auch Marissa Meyer diese Methode anwendet, spricht nicht für sie. Ebenso wenig, dass sie in der Modezeitschrift Vogue lasziv als Model posierte. Und das, während sie gleichzeitig auf die beschriebene Art und Weise tausende Leute entlässt.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ein Unternehmen, das wegen Missmanagements massiv Stellen streichen muss, muss zwangsläufig auch Leute entlassen, die gute Leistung erbringen. Doch das führt am Kern der Methode vorbei, die Mayers offenbar praktiziert. Denn diese Methode wurde von Ex-GE-Chef Welsh angewendet, um die Leute mit der Dauerdrohung, entlassen zu werden, zu Höchstleistungen anzutreiben und so das Leistungsniveau immer weiter nach oben zu schreiben.

Von solchen Methoden halte ich nichts, weil sie langfristig negative Konsequenzen für die Unternehmen haben müssen, die diese anwenden.

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