18.000 Jobs gefährdet: Microsoft legt die Axt an

18.000 Jobs gefährdet: Microsoft legt die Axt an

Microsoft-Chef Satya Nadella schockiert seine Mitarbeiter: Bis zu 18.000 Stellen könnten abgebaut werden. Besonders die bisherigen Nokia-Mitarbeiter sind betroffen.

Es ist der tiefste Einschnitt, den Microsoft in seiner 40-Jährigen Firmengeschichte erlebt. Wie der neue Firmenchef Satya Nadella an diesem Donnerstag in einem internen Brief an die Beschäftigten mitteilte, seien 18.000 Stellen in Gefahr. Dabei handele es sich um den "Start einer Reise, und keineswegs um das Ende", versuchte er den Schock zu mildern. Am 22. Juli will der Firmenchef weitere Informationen darüber bekannt geben, wohin die Reise der bislang 127.000 Mitarbeiter des Unternehmens genau gehen wird.

Doch bevor es so weit ist, müssen erst einmal die schockierenden Fakten verarbeitet werden, die den Microsoft-Mitarbeitern am Donnerstag per E-Mail zugesandt wurden. Unter dem Betreff "Wir starten damit, unsere Organisation und Kultur weiterzuentwickeln" informierte Nadella die Belegschaft über seine "schwierige, aber dennoch notwendige Entscheidung", wie er ausdrücklich betonte. Eine Reduzierung von Managementebenen soll schnellere Entscheidungen ermöglichen. Verantwortungen sollen klarer verteilt werden. Die deutschen Kollegen kommen dabei glimpflich davon: Hierzulande werde „eine zweistellige Zahl von Mitarbeitern von den Stellenkürzungen betroffen sein“, sagte ein Microsoft-Sprecher.

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Den Großteil der Last tragen die Beschäftigten des zugekauften finnischen Handyherstellers Nokia - hier muss mit 12.500 Jobs, die wegfallen, etwa jeder zweite Mitarbeiter gehen. Vom Fabrikarbeiter über Entwickler bis zum Manager. Die Mehrheit der Beschäftigten, deren Job aufgrund des Restrukturierungsplans wegfallen wird, werde innerhalb der nächsten sechs Monate informiert, heißt es in dem Schreiben.

Der für Geräte zuständige Microsoft-Manager und ehemalige Nokia-Chef Stephen Elop erklärte, Entwicklungsteams würden zusammengelegt und die Produktion neu geordnet. Der Fokus solle künftig noch mehr auf günstigen Smartphones der Lumia-Reihe liegen. Es gehe darum, „die Stückzahlen bei Lumia hochzutreiben“, schrieb Elop den Mitarbeitern in einer E-Mail. Microsoft hat zwar Erfolge mit seinem Betriebssystem Windows Phone gefeiert, das Lumia-Smartphones antreibt. Dennoch ist der Abstand zu den marktbeherrschenden Android-Geräten und Apples iPhone weiterhin gewaltig.

Nadella verspricht den gekündigten Mitarbeitern Abfindungen und Hilfe bei der Suche nach neuen Jobs. Die Gesamtkosten für den Abbau bezifferte Microsoft auf 1,1 bis 1,6 Milliarden Dollar vor Steuern, verteilt über die nächsten vier Quartale. Der komplette Jobabbau soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden.

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Die Kündigungswelle ist als Reaktion auf die Übernahme des Mobiltelefonherstellers Nokia im April zu verstehen. Mit der Fusion war Microsofts Mitarbeiterzahl um rund 25.000 gestiegen. Wegen der Einschnitte rechnet Microsoft in den kommenden vier Quartalen mit Kosten zwischen 1,1 und 1,6 Milliarden Dollar (bis zu 1,1 Milliarden Euro), davon bis zu 800 Millionen Dollar für Abfindungen.

Die Reaktion an der Börse auf die Nachricht war positiv: Die Microsoft-Aktie stieg vorbörslich um 1,1 Prozent.

Der seit Jahresbeginn amtierende Nadella will Microsoft unabhängiger von einem geschrumpften PC-Markt und dem PC-Betriebssystem Windows machen. Dazu hat er die Devise „mobile-first, cloud-first“ ausgegeben. Daten und Anwendungen sollen über das Netz von jedem Gerät aus erreichbar sein - auch von solchen, die von Konkurrenten wie Apple stammen. Wichtig ist Nadella vielmehr, dass die Dienste im Hintergrund auf Microsoft-Servern laufen.

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