23 Milliarden Dollar: Microsoft kann Umsatz um ein Viertel steigern

23 Milliarden Dollar: Microsoft kann Umsatz um ein Viertel steigern

Starke Nachfrage nach Smartphones, Tablets und Cloud-Diensten: Microsoft konnte seinen Umsatz im vergangenen Quartal überraschend stark steigern. Der Gewinn ging aber dennoch zurück - schuld ist der massive Jobabbau.

Der US-Software-Riese Microsoft kommt bei seiner Erneuerung voran. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um ein Viertel auf 23,2 Milliarden Dollar (18,3 Milliarden Euro). Die Grundlage dafür lieferte die Geschäfte mit Cloud-Diensten, der Spielekonsole Xbox und Mobiltelefonen. Microsoft will unabhängiger von seinen Geldmaschinen Windows und Office werden.

Die dazugekaufte europäische Traditionsmarke Nokia will Microsoft künftig nur noch für günstige Handys einsetzen. Die Lumia-Smartphones sollen unter dem Namen „Microsoft Lumia“ vermarktet werden, hieß es am Freitag in einem Blogeintrag.

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Der Gewinn sank unterdessen in dem Ende September abgeschlossenen ersten Quartal von 5,2 auf 4,5 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Microsoft hatte im Juli den Abbau von 18.000 Jobs angekündigt. Die Abfindungen lasteten nun mit 1,1 Milliarden Dollar auf der Bilanz. Besonders schwer sind von den Stellenstreichungen ehemalige Nokia-Bereiche betroffen.

Analysten hatten einen stärkeren Rückgang des Profits und weniger Umsatz erwartet. Die Aktie stieg nachbörslich um fast vier Prozent.

Das ist Satya Nadella

  • Geboren in Hyderabad

    Satya Nadella wurde 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad als Sohn eines hochrangigen Beamten geboren. Nach der Schulausbildung studierte er zunächst Elektroingenieurwesen in Indien, dann Computer Science und Management in den USA.

  • Anfänge bei Sun Microsystems

    Bevor Nadella 1992 zu Microsoft wechselte, arbeitete er als Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems. Das Unternehmen wurde später von Oracle übernommen.

  • Entwickler von Bing und Office

    Nadella war bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt. Bevor er zum CEO aufstieg, leitete er beim Softwarekonzern das wichtige Cloud- und Unternehmensgeschäft.

  • Mann der leisen Töne

    Nadella ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Bellevue im US-Bundesstaat Washington. Medien beschreiben ihn als einen Mann der leisen und überlegten Töne.

„Wir haben einen starken Start ins Geschäftsjahr geliefert“, sagte Finanzchefin Amy Hood. Microsoft werde weiter in Geschäftsfelder mit Wachstumschancen investieren.

Der Konzern befindet sich im Wandel. Vorstandschef Satya Nadella, der im Februar die Nachfolge von Microsoft-Urgestein Steve Ballmer angetreten hatte, gab die Devise „Mobile first, Cloud first“ aus. Die Zukunft der Firma soll weniger vom klassischen Softwaregeschäft abhängen.

"Wir stellen den Verbraucher ins Zentrum"

Vor allem beim Cloud-Computing, bei dem Anwendungen in großen Rechenzentren ablaufen, wo auch die Daten zentral gespeichert werden, kann Microsoft Erfolge verbuchen. Das Geschäftsvolumen verdoppelte sich wie bereits im Vorquartal.

Auch die Verkaufszahlen der Spielekonsole Xbox zogen an. Es wurden 2,4 Millionen Geräte abgesetzt. Die Lumia-Smartphones kamen auf 9,3 Millionen Telefone. Bei den Surface-Tablets erreichte der Umsatz 908 Millionen Euro. Insgesamt verzeichnete die Konsumentensparte, zu der auch das von Nokia übernommene Smartphone-Geschäft und die Surface-Tablets zählen, ein Umsatzplus von fast 50 Prozent.

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„Wir treiben die Innovation schneller voran, engagieren uns über die gesamte Industrie hinweg und stellen den Verbraucher ins Zentrum von allem, was wir tun“, versprach Nadella. Microsoft hilft auch, dass es dem PC-Markt in diesem Jahr wieder etwas besser geht. 2013 hatte es noch einen Absatzeinbruch von rund zehn Prozent gegeben, jetzt verzeichnen die Marktforscher nur noch ein kleines Minus. Unter anderem hatte Microsoft die Unterstützung seines alten Betriebssystems Windows XP eingestellt. Das sorgte in vielen Unternehmen für Ersatzkäufe.

Nokia war lange Zeit ein europäisches Paradeunternehmen und der unangefochtene Marktführer im Handy-Geschäft. Nach dem Start von Apples iPhone und des Google-Betriebssystems Android verpassten die Finnen jedoch den Anschluss im Smartphone-Geschäft. Microsoft hatte Nokias Handy-Geschäft im vergangenen Frühjahr in einem insgesamt gut fünf Milliarden Euro schweren Deal übernommen.

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