40 Jahre Apple: Von der Zigarrenkiste zum iCar

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40 Jahre Apple: Von der Zigarrenkiste zum iCar

von Thomas Kuhn

Die Kiste, die zwei Männer vor 40 Jahren in einer kalifornischen Garage erfunden haben, hat Leben und Gesellschaft so radikal verändert wie keine andere Innovation seit der Erfindung des Autos. Und es ist nicht vorbei.

Das Jahrzehnt, dem ihre Entwicklung den Namen gab, hat noch gar nicht begonnen, als sich zwei Männer in einer Garage, südlich von San Francisco, über eine Werkbank beugen. Man schreibt das Jahr 1976, sie hantieren mit Lötkolben und Laubsäge, verdrahten Elektronik-Chips, zersägen und verkleben Holzkisten und verwerfen ihr Werk immer aufs Neue.

Es ist die Garage von Haus 2066 Crist Drive in Los Altos, einem besseren Wohnviertel im Speckgürtel der kalifornischen Metropole. Wo Alleebäume die Vorgärten der Häuser und Pools die Gärten dahinter schmücken. Paul und Clara Jobs wohnen hier, und ihr 21-jähriger Sohn Steven Paul, genannt "Steve". Der hat sein Studium geschmissen und arbeitet nun als Techniker beim Videospiel-Produzenten Atari. Vor allem aber bastelt er in der Garage mit seinem fünf Jahre älteren Kumpel Stephen Wozniak an der Verwirklichung einer gemeinsamen Vision.

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Apple in Zahlen

  • Gewinn

    18,4 Milliarden Dollar – der Gewinn von Apple im Weihnachtsquartal 2015 war auch der höchste, den ein börsennotiertes Unternehmen bislang erzielen könnte. Der Konzern sitzt jetzt auf einem Geldberg von 216 Milliarden Dollar und ist an der Börse über 580 Milliarden Dollar wert.

  • Absatz

    68 Prozent – so hoch war im letzten Quartal 2015 der Anteil des iPhones am Apple-Umsatz. Das Telefon ist zum entscheidenden Produkt für das Geschäft von Apple geworden. Insgesamt ist weltweit rund eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz, die meisten davon sind iPhones.

  • Mitarbeiter

    110.000 Mitarbeiter hatte Apple zum Abschluss des Geschäftsjahres September 2015. Zehn Jahre zuvor waren es noch 14.800 Festangestellte und gut 2000 befristet Beschäftigte.

Die beiden wollen einen Volkscomputer entwickeln. Einen Rechner im Format einer besseren Schreibmaschine – nicht viel teurer als eine ordentliche Stereoanlage. In einer Zeit, in der Computer so teuer wie Einfamilienhäuser sind, ist das ein geradezu revolutionärer Plan.

Mit nicht minder revolutionären Folgen: Denn die Umbrüche, die Jobs und Wozniak mit ihrem Kleincomputer anstoßen, verändern Leben und Gesellschaft in den Dekaden danach so nachhaltig, wie es seit der Erfindung des Automobils keiner anderen Innovation gelang.

Von der Industrie- zur Informationsgesellschaft

Ohne es zu ahnen, werden die beiden Männer Wegbereiter jener gesellschaftlichen und ökonomischen Zeitenwende, die in den Achtzigerjahren beginnt und die bald nur noch "PC-Age" heißt: Dass Kardiologen einmal via Internet die Herzschrittmacher von Patienten programmieren, Handynutzer per Mobilfunk ihren Sitzplatz im Flugzeug tauschen oder die Kühltruhe im Supermarkt beim Hersteller neue Pizzen ordert, wenn der Vorrat zur Neige geht – all das wäre ohne die Vorarbeit, die Jobs und Wozniak leisten, und die anschließende Verbreitung des Computers undenkbar gewesen.

Das Zeitalter des PC markiert den Übergang von der Industrie- in die Informationsgesellschaft. Eine Gesellschaft, in der Entfernungen schrumpfen, weil Menschen nicht nur in Echtzeit kommunizieren, sondern auch in Sekunden selbst ein Millionenpublikum erreichen können. Das neue Zeitalter begründet aber auch eine Wirtschaftsepoche, in der ganze Berufsgruppen verschwinden – vom Setzer in der Druckerei über Lohnbuchhalter bis zum Fernmeldeelektriker. Zugleich aber explodiert die Produktivität vieler Unternehmen durch die elektronische Verknüpfung der Geschäftsabläufe, entstehen Abermillionen neuer Jobs in ebenso atemberaubendem Tempo. Wer hätte 1980 voraussagen können, was dereinst Suchmaschinen-Optimierer machen oder Web-Designer?

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Die Justizschlacht zwischen Apple und der US-Regierung ist vorbei: Das FBI hat die Sperre des iPhones selbst ausgehebelt. Wie der Bundespolizei dies gelang, bleibt jedoch offen - so wie viele andere Fragen auch.

Apple: FBI knackt iPhone-Verschlüsselung selbst Quelle: dpa

Doch zunächst geht es Wozniak und Jobs nur darum, ihre hutschachtelgroße Holzkiste in Gang zu bringen. Wozniak, das Technikgenie, konzentriert sich darauf, die Technik zu optimieren. Jobs, der geniale Vermarkter, kümmert sich um den Verkauf. "Ich orientierte mich an den Funktionen", erinnert sich Wozniak im WirtschaftsWoche-Gespräch. "Steves Ziel war, Dinge attraktiv zu machen."

Mit Wagemut die Welt auf den Kopf stellen

Der 1. April 1976 markiert die digitale Zäsur. An diesem Donnerstag vor vierzig Jahren gründen die beiden Steves zusammen mit ihrem Ex-Kollegen Ronald Wayne und 1300 Dollar Startkapital das Unternehmen Apple. Wayne, von dem es heißt, er habe das erste Apple-Logo gezeichnet, gibt seinen Zehn-Prozent-Anteil allerdings schon nach nur elf Tagen wieder an die beiden Mitgründer ab.

Für das Paket bekommt Wayne in zwei Tranchen am Ende 2300 Dollar von seinen Partnern. Gemessen an seinen 130 Dollar Einlage ist das zunächst kein schlechtes Geschäft. Auf lange Sicht allerdings schon. Heute wäre sein Anteil gut 53 Milliarden Dollar wert.

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