A400M-Absturz: Der Fluch der Triebwerke

A400M-Absturz: Der Fluch der Triebwerke

, aktualisiert 11. Mai 2015, 16:32 Uhr
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Ein A400M des Herstellers Airbus.

von Stephan Happel

Nach dem Absturz eines A400M in Spanien laufen die Ermittlungen. Erste Berichte deuten auf Probleme mit den Triebwerken der Maschine hin. Die bereiten den Konstrukteuren seit Anbeginn Probleme.

Keine fünf Monate nachdem die Bundeswehr ihren ersten A400M erhalten hat, bleibt der Militärtransporter erstmal wieder am Boden. Bereits kurz nach dem Absturz eines A400M in Spanien verhängte Deutschland einen Flugstopp. Alle Testflüge würden so lange ausgesetzt, bis es genaue Angaben zur Absturzursache gibt, heißt es von der Luftwaffe. Auch in England und Malaysia bleiben die wenigen bislang ausgelieferten Transportflieger vorerst im Hangar.

Der Luftfahrtkonzern Airbus will seine Testflüge mit fertiggestellten Militärtransportern des Typs A400M trotz des Absturzes einer Maschine fortsetzen. „Unser Flugtest-Programm ist nicht unterbrochen“, sagte ein Sprecher. Die Fortsetzung der Probeflüge ist für Airbus-Chef Tom Enders auch ein Signal nach außen. Airbus wolle seinen Luftwaffen-Kunden demonstrieren, dass das Unternehmen diesem Flugzeug voll vertraue und so entschlossen wie eh und je hinter dem Programm, der Beschleunigung der Auslieferungen und dem Ausbau der Fähigkeiten des A400M stehe, schrieb Enders in einem Brief an seine Mitarbeiter.

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Technische Daten zum A400M

  • Länge

    45,1 Meter

  • Flügelspannweite

    42,4 Meter

  • Höhe

    14,7 Meter

  • Leergewicht

    76,5 Tonnen

  • Nutzlast

    37 Tonnen für 116 Passagiere oder 66 Krankenliegen oder ein gepanzertes Fahrzeug

  • Benzintank

    50,5 Tonnen

  • Geschwindigkeit

    780 Stundenkilometer

  • Reichweite

    4500 Kilometer mit 30 Tonnen Zuladung oder 8700 Kilometer leer

Der Chef der Militärsparte des Unternehmens, Fernando Alonso, kündigte am Montag gar an, beim nächsten Test in Toulouse werde er selbst an Bord gehen. „Damit will ich beweisen, dass ich volles Vertrauen in dieses Flugzeug habe“, sagte Alonso in Sevilla.

Eine solche Geste scheint nötig, denn nach dem Absturz des A400M im südspanischen Sevilla steht der bereits als Pannenflieger verschriene Flieger wieder in der Kritik. Nationen, die wie Deutschland seit Jahren auf den Militärtransporter als Ersatz für ihre veralteten Maschinen warten, sind verunsichert.

Unglücksmaschine MSN23

Bei dem Unglück am Samstag starben vier Airbus-Mitarbeiter. Zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt. Das Flugzeug mit der Fertigungsnummer MSN23 war am Mittag zu seinem ersten und zugleich letzten Flug vom Airbus-Testgelände abgehoben. Unmittelbar nach dem Start soll der Pilot Probleme gemeldet und um Landeerlaubnis gebeten haben.

Wie unter anderem eine von Flightradar24 veröffentlichte Flugroute zeigt, versuchte der Pilot offenbar, die Maschine in einem engen Bogen zurückzufliegen. Er schaffte es nicht. Die Maschine kollidierte mit einer Hochspannungsleitung und zerschellte am Boden.

Probleme mit dem Triebwerk

Aufklärung über das Unglück soll die Auswertung der beiden am Sonntag gefundenen Flugschreiber bringen. Erste Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Triebwerkschäden den Absturz des Militärtransporters verursacht haben könnten. Einer der beiden überlebenden Airbus-Mitarbeiter habe den spanischen Behörden davon berichtet. Das wurde nach Informationen des Nachrichtenportals „Spiegel online“ am Sonntag am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister Frankreichs, Deutschlands und Spaniens bekannt.

Der schwer verletzte Mitarbeiter von Airbus berichtete demnach von einem multiplen Triebwerksversagen kurz nach dem Start. Wie es zu der Fehlfunktion kam, ist bisher noch unklar.

Schon der Verdacht, ein Triebwerksprobleme könne die Absturzursache sein, weckt schlimmste Befürchtungen. Denn der Antrieb des Militärtransporters ist seit Anbeginn des Projekts ein großes Problem, das für Streit, hohe Kosten und Verzögerungen bei der Auslieferung gesorgt hat.

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