Abo-Modell: Youtube wird unabhängiger von Werbeeinnahmen

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Abo-Modell: Youtube wird unabhängiger von Werbeeinnahmen

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Auf einem Laptop ist das Internet-Videoportal YouTube zu sehen.

von Niklas Dummer

Youtube könnte es künftig auch ohne Werbung geben – für ein monatliches Entgelt. Wie teuer das wird, ist noch nicht klar. Die Video-Produzenten sollen einen Teil der Gebühren erhalten.

Youtube läuft künftig auch ohne Werbung. Die Videoplattform teilte ihren Partnern heute mit, dass sie eine anzeigenfreie Version anbieten möchte. Der Service soll zudem einen Offline-Zugang enthalten. Für die werbefreie Version wird allerdings eine monatliche Gebühr fällig – der genaue Betrag ist noch nicht bekannt.

„Durch die Einführung eines neuen Abodienstes werden wir eine neue Umsatzquelle schaffen, die deine zunehmenden Werbeeinnahmen ergänzen wird“, heißt es in der Mitteilung. Die Youtube-Partner, die die Inhalte für die Videoplattform erstellen, werden bisher an den Werbeeinnahmen von Youtube beteiligt. Künftig sollen sie auch einen Teil der Abo-Gebühren erhalten. Verteilt werden sollen die Einnahmen ähnlich wie die Werbeeinnahmen: 45 Prozent erhält Youtube, 55 Prozent erhalten die Video-Produzenten.

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Die Unternehmen mit den meisten Views auf Youtube

  • Über das Ranking

    Die Tabelle zeigt die Youtube-Kanäle deutscher Unternehmen nach Views pro Video im Jahr 2014.

  • Platz 20

    DM
    Der Youtube-Kanal von DM wartet mit 23.000 Abonnenten auf. Die 195 Videos wurden insgesamt fast sechs Millionen Mal angeschaut – was im Schnitt rund 30.000 Views pro Video bedeutet. Berechnet man den Durchschnitt der Views im vergangenen Jahr – immerhin zwei Millionen – anhand aller Videos auf dem Kanal, kommt DM auf durchschnittlich 10.712 Klicks im vergangenen Jahr.

  • Platz 19

    C&A
    C&A erreicht mit seinem Youtube-Kanal 1900 Abonnenten. Fast acht Millionen Views generierten die 614 Videos der Modekette. Alleine 2014 wurden 416 dieser Videos hochgeladen – und über sechs Millionen Views eingefahren. Im Schnitt macht das für C&A 2014 10.734 Views pro Video.

  • Platz 18

    Airbus
    Airbus hat 106.000 Abonnenten – damit gibt es deutschlandweit nur zwei Unternehmen, die mehr überzeugte Anhänger haben. Die 602 Videos wurden über 17 Millionen Mal betrachtet. 2014 wurde rund ein Viertel dieser Videos hochgeladen. Der Gesamtbestand wurde im Schnitt 11.028 Mal angeklickt.

  • Platz 17

    Bauhaus
    Was die Abonnenten betrifft, ist Bauhaus ein kleiner Fisch im Vergleich zu Airbus – es sind etwa 9000. Die 161 Videos, die sich auf dem Kanal finden, wurden immerhin sieben Millionen Mal betrachtet. 2014 lud Bauhaus allerdings nur 30 Videos hoch. Insgesamt fuhr Bauhaus im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Views ein – im Schnitt also 11.269 pro Video.

  • Platz 16

    Hornbach
    Hornbach hat nicht nur im TV in den vergangenen Jahren einige Werbeerfolge feiern können. Mit Abonnenten wurde die Baumarktkette dafür nicht belohnt – nicht einmal 10.000 sind es. Insgesamt finden sich auf dem Hornbach-Kanal 107 Videos, die insgesamt 1,4 Millionen Mal angeschaut wurden. Einen Großteil der Videos – 84 – hat die Baumarktkette im vergangenen Jahr hochgeladen und damit auch einen Großteil der Views generiert – 1,2 Millionen. Im Schnitt wurden sämtliche Videos im vergangenen Jahr 11.729 Mal betrachtet.

  • Platz 15

    Volkswagen
    Volkswagen hat 37.000 Abonnenten. Insgesamt finden sich 556 Videos auf dem Kanal – über die Hälfte davon wurde im vergangen Jahr hochgeladen. Von den 25 Millionen Views, die der Kanal insgesamt generiert hat, entfallen 6,5 Millionen auf das Jahr 2014. Damit hat Volkswagen im Schnitt 11.740 Views im Vorjahr erhalten.

  • Platz 14

    Penny
    Der Discounter Penny hat nur 19 Videos auf seinem Kanal – und dementsprechend auch nur 550 Abonnenten. Insgesamt wurden die Videos von Penny 400.000 Mal betrachtet. Elf von ihnen wurden im vergangenen Jahr hochgeladen und brachten Penny 240.000 Views. Im Schnitt hat Penny damit im vergangenen Jahr pro Video 12.649 Views eingeholt.

  • Platz 13

    Ford
    Ford hat unter den Automarken die wenigsten Abonnenten – 5000. Insgesamt hat der Autobauer 207 Videos hochgeladen, die über zehn Millionen Mal betrachtet wurden. Im vergangenen Jahr hat Ford 37 Videos hochgeladen und 2,7 Millionen Views generiert. Im Schnitt macht das für das Jahr 2014 13.146 Views.

  • Platz 12

    Puma
    84.745 Abonnenten hat Puma – und insgesamt über 2635 Videos. Geklickt wurden diese über 66 Millionen Mal. Im Jahr 2014 lud Puma 483 Videos hoch, die über 66 Millionen Mal geklickt wurden. Im Schnitt wurde jedes Video 2014 damit 13.923 Mal betrachtet.

  • Platz 11

    Audi
    Kein Unternehmen deutschlandweit hat so viele Abonnenten wie Audi – 438.000 sind es. Gelockt wurden sie mit über 1500 Videos, die insgesamt über 45 Millionen Mal geklickt wurden. Im vergangenen Jahr hat Audi 286 Videos hochgeladen und 23 Millionen Views generiert. Im Schnitt sind es damit 15.167 Views pro Video.

  • Platz 10

    Deichmann
    Gegen Audi sehen die 1281 Abonnenten von Deichmann mager aus. Die 282 Videos, die sich auf dem Kanal befinden, sorgten für 4,8 Millionen Views. Die Hälfte der Videos – 140 – hat Deichmann 2014 hochgeladen – im selben Jahr hat Deichmann auch fast seine gesamten Views eingefahren: 4,6 Millionen. Das macht im Schnitt 16.424 Views pro Video.

  • Platz 09

    ThyssenKrupp
    ThyssenKrupp hat 788 Abonnenten und 42 Videos hochgeladen – 41 davon 2014. Auch von den 771.000 Views wurden fast alle im vergangenen Jahr generiert. Pro Video waren das 2014 18.433 Views.

  • Platz 08

    Kaufland
    Kaufland hat noch weniger Abonnenten als ThyssenKrupp – 760 sind es. Auf dem Kanal finden sich 27 Videos, die insgesamt 711.000 Mal betrachtet worden. 2014 wurden davon 14 Videos hochgeladen und der Kanal wurde 668.000 Mal geklickt – im Schnitt also 21.068 Mal.

  • Platz 07

    Porsche
    Nach Audi hat Porsche mit 223.481 Abonnenten die treueste Gefolgschaft. 1081 Videos sind auf dem Kanal verfügbar, die insgesamt 72 Millionen Mal betrachtet wurden. Im vergangenen Jahr lud Porsche 188 Videos hoch und generierte 23 Millionen Views – was im Schnitt 21.549 Views für das vergangene Jahr ergibt.

  • Platz 06

    Opel
    Opel hat nur ein Hundertstel der Abonnenten von Porsche – 2582. Die 95 Videos auf dem Kanal wurden fast 26 Millionen Mal angesehen. Sie wurden alle im vergangenen Jahr hochgeladen – dementsprechend generierte Opel 27.951 Views pro Video 2014.

  • Platz 05

    O2
    6511 Youtube-Nutzer haben den Kanal von O2 abonniert. 204 Videos finden sie dort, die insgesamt 6,7 Millionen Mal angeschaut wurden. Die Hälfte der Videos – 104 – hat O2 im vergangenen Jahr hochgeladen. In diesem Zeitraum generierte O2 5,7 Millionen Views – was im Schnitt pro Video 27.965 Views macht.

  • Platz 04

    Rewe
    Der Kanal der Supermarktkette Rewe abonnierten 2747 Nutzern. Insgesamt befinden sich dort 91 Videos, die fast zehn Millionen Mal abgespielt worden. 48 Videos davon wurden im Vorjahr hochgeladen. Rewe generierte 2014 5,8 Millionen Views – und damit pro Video 64.044 Views.

  • Platz 03

    Hugo Boss
    25.000 Youtube-Nutzer haben den Kanal des Modelabels Hugo Boss abonniert. Die 94 Videos dort generierten über elf Millionen Views. Hugo Boss hat 37 Video 2014 hochgeladen und fast elf Millionen Views in diesem Zeitraum generiert. 116.000 Mal wurden die Videos im Schnitt im Vorjahr betrachtet.

  • Platz 02

    Edeka
    Supergeil! Edeka betreibt den zweiterfolgreichsten Youtube-Kanal Deutschlands. 30.000 Abonnenten haben sich die mittlerweile 106 Videos über 47 Millionen Mal angeschaut. Alleine 13 Millionen Views davon entfallen auf den Werbe-Hit von Friedrich Liechtenstein. 2014 lud die Supermarktkette 43 Videos hoch und generierte mit 46 Millionen Views fast die Gesamtzahl. Im Schnitt wurden die Videos im Vorjahr 437.511 Mal betrachtet.

  • Platz 01

    Procter & Gamble
    Procter & Gamble hat den erfolgreichsten Youtube-Kanal Deutschlands – und das obwohl der Konsumgüter-Konzern nur 3313 Abonnenten hat. Die 11 Videos, die sich auf dem Kanal finden, wurden 13 Millionen Mal geklickt. Neun davon wurden 2014 hochgeladen. In diesem Zeitraum generierte P&G pro Video 873.187 Views.

Mit dem Schritt in dieses „unerforschte Terrain“, so die Mitteilung, dürfte die Google-Tochter zudem stärker in Konkurrenz zu Streaming-Diensten wie Netflix treten. Der US-Streaminganbieter hat mehr als 38 Millionen zahlende Kunden. Die können zu einem Flatrate-Tarif Serien und Filme schauen, wann immer ihnen danach ist – ohne Werbeunterbrechungen.

Zwar bietet Netflix im Gegensatz zu Youtube hochprofessionelle Produktionen – aber auch die Youtuber-Szene professionalisiert sich zunehmend. So will Youtube die Verweildauer erhöhen – die ist bei Netflix fünf Mal höher. Darauf zielt auch das Abonnement-Modell ab.

Den Anstoß für die Professionalisierung gab Youtube 2011. Damals zeigte die Videoplattform, dass sie auch Premium kann und stellte für seine Partner Studios zur Verfügung und kaufte Hollywood-Filme ein, die exklusiv auf Youtube liefen und nicht im Kino zu sehen waren.

Videoplattform Wie Google von Youtube profitiert

Auch zehn Jahre nach der Gründung ist Youtube für Google ein finanzielles Verlustgeschäft. Was das Videonetzwerk dem IT-Riesen trotzdem bringt.

Warum Google an Youtube festhält - trotz roter Zahlen. Quelle: dpa

Zudem will Youtube unabhängiger von Werbeeinnahmen werden. Die sind aktuell die Haupteinnahmequelle von Youtube, reichen jedoch nicht, um die Ausgaben zu decken. Obwohl Youtube im Februar einen Rekordumsatz einfuhr – insgesamt vier Milliarden Dollar soll er laut Insidern betragen haben – bleibt das Portal ein Verlustbringer für den Mutterkonzern Google.

Niedrige Einnahmen trotz attraktiver Zielgruppe

Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, schließlich ist Youtube mit mehr als einer Milliarde Nutzer die drittbeliebteste Website der Welt – nach Google und Facebook. Zudem gilt die Youtube-Zielgruppe als äußerst attraktiv für Werbetreibende. Laut einer Ipsos-Studie ist die Hälfte der Nutzer älter als 35 und zwei Drittel verfügen über ein mittleres oder hohes Einkommen.

Trotz der attraktiven Zielgruppe bleibt ein Problem: Werbung auf dem Videonetzwerk bringt dem Konzern deutlich weniger Geld pro 1000 erreichter Konsumenten als TV-Werbung. Und das, obwohl Youtube vielfältigere Möglichkeiten bietet und die Werbung dort zielgerichteter ausspielbar und besser messbar ist als TV-Werbung.

Dass Youtube künftig Gewinne abwirft, ist für Google wichtig. Denn Klicktextanzeigen, wie Nutzer sie etwa bei der Google-Suche finden, bieten für den Konzern kaum noch Wachstumspotenzial. Diesen Markt beherrscht der Suchriese schon jetzt fast vollständig. Daher sollen neue Umsatzkanäle über Youtube erschlossen werden.

Weitere Artikel

Die Änderungen der AGB sollen ab dem 15. Juni 2015 in Kraft treten – wann das Abonnement-Modell selbst aktiviert wird, ist noch unklar. Klar ist aber: Wer Youtube weiterhin kostenlos nutzen will, kann das auch künftig – das Abonnement soll eine Alternative zum herkömmlichen Angebot sein.

Bereits Ende vergangenen Jahres kündigte Youtube mit Music Key einen ersten kostenpflichtigen Dienst für die USA, Frankreich, Großbritannien und einige andere Länder an. Für 7,99 US-Dollar pro Monat sollen Abonnenten des Musik-Streaming-Dienstes von Werbung verschont bleiben und eine höhere Klangqualität genießen können.

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