Alibaba beim G20-Gipfel: Die neue Welt des chinesischen Onlineriesen

Alibaba beim G20-Gipfel: Die neue Welt des chinesischen Onlineriesen

, aktualisiert 03. September 2016, 17:50 Uhr
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Jack Ma will mit einem neuen Konzept sein Geschäftsmodell hinreichend erweitern. Seine Ideen stellte er am Rande des G20-Gipfels in Hangzhou vor.

von Stephan ScheuerQuelle:Handelsblatt Online

Alibaba zimmert an einer neuen globalen Handelsordnung. Nicht Großkonzerne, sondern kleine und mittelständische Unternehmen sollen mit einer digitalen Plattform gestärkt werden – und Alibaba reich machen.

HangzhouDie Veranstaltungshalle wirkt wie ein goldener Ball, der auf die Erde gefallen ist. Das eierförmige Konferenzzentrum thront auf einem elliptisch geformten Gebäudekomplex. Die futuristische Kulisse gehört zum Programm. In der ostchinesischen Stadt Hangzhou kommen mehr als 800 Wirtschaftsvertreter am Vorabend des Gipfeltreffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammen, um im „Hangzhou International Convention Center“ über die Zukunft zu diskutieren.

Zukunft ist das entscheidende Stichwort für den Alibaba-Gründer Jack Ma. Er hat lange auf diesen Moment gewartet. Jetzt will er das Treffen als Bühne nutzen, um eine Idee voranzutreiben. Es ist ein Vorstoß, der die weltweite Handelsordnung aufrütteln soll.

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Die etwas umständliche Abkürzung „eWTP“ soll zum Schlagwort für eine Revolution im weltweiten Handel werden. Das ist zumindest das Ziel des chinesischen Unternehmers. eWTP steht für „Electronic World Trade Plattform”.

Dahinter verbirgt sich die Idee, das Geschäftsmodell von Alibaba auf eine globale Ebene zu heben. „Wir wollen kleine und mittelständische Firmen stärken“, sagt Ma. In China besteht die Stärke von Alibaba darin, eine Plattform bereitzustellen, die Unternehmen und Kunden zusammenbringt.

Im Gegensatz zu klassischen Handelsnetzwerken setzte Alibaba von Anfang an konsequent auf besonders kleine Produzenten. Eine effiziente Onlineplattform gepaart mit einem landesweiten Logistiknetz löste in China einen Boom der Kleinunternehmer aus. Denn dank Alibabas Plattform konnte jeder Unternehmer mit geringen Kosten seine Produkte den heute mehr als 400 Millionen Kunden der Alibaba-Plattform verfügbar machen.


Ma gewinnt erste Unterstützer

Das Konzept will Ma nun auf die globale Ebene heben. Dazu hat er sich das richtige Publikum ausgesucht. OECD-Generalsekretärs Angel Gurría ist hier und scherzt mit der Geschäftsführenden Direktorin des IWF Christine Lagarde. Neben den beiden sich auch der Präsident der Weltbankgruppe Jim Yong Kim, der Generaldirektor der ILO Guy Ryder und der Generaldirektor der WTO Roberto Azevêdo hier. Die deutsche Wirtschaft wird von BDI-Präsident Ulrich Grillo vertreten.

Für einen Erfolg von eWTP braucht Ma ihre Hilfe. Gleichzeitig ist das Konzept auch eine Kampfansage an die großen Handelsfirmen. „Die globale Wirtschaftsordnung ist viel zu stark von Großkonzernen dominiert“, sagt Ko-Gründer von Alibaba und Vize-Chairman Joe Tsai. „Wir wollen kleine und mittelständische Betriebe stärken. Das liegt in der DNA von Alibaba“, sagt Tsai.

Die deutsche Wirtschaft hat zu dem Vorstoß von Jack Ma noch keine einheitliche Position gefunden. Grillo sagt dem Handelsblatt: „Wir sind dafür, den grenzüberschreitenden Handel zu stärken.“ Daher sei es auch wichtig, dass sich die G20 für eine Stärkung des Handels einsetzten.

Noch ist eWTP eine vage Idee. Doch Jack Ma gewinnt Unterstützer. Der Generaldirektor der Welthandelsorganisation, Roberto Azevêdo, lobt das Konzept: „Das ist ein sehr guter Ansatz, mit dem wir uns intensiv beschäftigen sollten.“ Zum Auftakt des G20-Gipfeltreffens sprach sich das Wirtschaftsforum „Business20“ in einem Forderungskatalog an die G20 dafür aus, eWTP zu unterstützen, und den grenzüberschreitenden Handel zu erleichtern.

Jack Ma will die Idee möglichst schnel vorantreiben. „Ich hoffe, dass Alibaba die Plattform anstoßen kann, und jemand anderes das Projekt aufgreift“, sagt er. „Das wird Investitionen und Handelschancen für Länder bedeuten, ihre dringend auf eine bessere Infrastruktur angewiesen sind – besonders in der Telekommunikation, Logistik und Dienstleistungen.“ Um das zu erreichen, forderte Ma, Freihandelszonen für den grenzüberschreitenden Online-Handel einzurichten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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