Alibaba gegen Tencent: Asiens großer Tech-Krieg

Alibaba gegen Tencent: Asiens großer Tech-Krieg

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Alibaba bereitet sich auf ein erbittertes Duell mit Tencent vor.

Während sich Alibaba für den größten Börsengang der Geschichte warmläuft, liefert sich der Internetriese gleichzeitig ein erbittertes Duell mit dem Konkurrenten Tencent. Der weiß eine Milliarde Nutzer hinter sich.

„China‘s Tech War“ nennen Handelsexperten das Duell der Giganten, den Kampf zwischen Tencent und der rasant wachsenden Alibaba Group. Tencent gilt als Asiens wertvollstes Internet-Unternehmen (Geschätzter Marktwert: 161 Milliarden US-Dollar) und verdient viel Geld mit Nachrichtendiensten, Sozialen Netzwerken, Computer-Spielen und E-Commerce-Plattformen. Stetig baut der Konzern sein Portfolio aus. Doch der Thron wackelt.

Im September soll der vielleicht größte Börsengang der Geschichte die Alibaba Group an die Spitze von Chinas Vorzeige-Unternehmen katapultieren. Firmen-Chef Jack Ma ist schon seit Jahren auf Wachstumskurs, hat sich eine große Zahl an Handelsplattformen und Auktionshäusern einverleibt und sie weiter aufgebaut. Zuletzt steckte er aber große Summen in Start-Ups aus dem Silicon Valley, erweiterte konsequent seine Produktpalette – vor allem auf Smartphones und Tablets. Mobile Anwendungen für E-Commerce, Messaging und neue Technologien reizen die Firma besonders.

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In wen Alibaba investiert

  • Alibaba Gruppe auf Expansionskurs

    Jack Ma will mit seiner Alibaba Gruppe auch den US-Markt erobern. Dafür investiert er gigantische Summen in amerikanische Start-Ups. Mit jeder Investition erweitert er gezielt das Produktportfolio der Gruppe. Eine Übersicht.


    Quelle: Unternehmen / New York Times / Forbes

  • Tango

    Ein Nachrichtendienst für Smartphones, der unter anderem das verschicken von geschriebenen Nachrichten, aber auch Video- und Sprachanrufe ermöglicht.
    Investitionssumme: 215 Millionen Dollar (etwa 160, 5 Millionen Euro)

  • Fanatics

    Der Online-Händler verkauft Sportbekleidung und -ausrüstung und ist auf den Vertrieb von Fanartikeln spezialisiert.
    Investitionssumme: Alibaba beteiligte sich an einer Investitionsrunde über 170 Millionen Dollar (etwa 127 Millionen Euro)

  • Kabam

    Das Start-Up für Video-Spiele produziert so genannte free-to-play Online-Rollenspiele. Die Kunden zahlen nicht für das Spiel selbst, sondern für zusätzliche Gegenständen und Ausrüstung.
    Investitionssumme: 120 Millionen Dollar (etwa 90 Millionen Euro)

  • Lyft

    Lyft ist ein Fahrdienst, ähnlich dem in Deutschland bekannten Uber.
    Investitionssumme: Alibaba beteiligte sich an einer Investitionsrunde über 250 Millionen Dollar (etwa 187 Millionen Euro)

  • ShopRunner

    Über den Online-Händler und kleine Amazon-Konkurrent ShopRunner will Alibaba künftig auch amerikanische Waren nach China verschiffen und dort verkaufen.

    Investitionssumme: Rund 200 Millionen Dollar (etwa 150 Millionen Euro)

  • Quixey

    Die App-Suchmaschine durchsucht das Netz nach Anwendungen für Smartphones und Tablets.
    Investitionssumme: 50 Millionen Dollar (etwa 37 Millionen Euro)


Auf den ersten Blick nehmen sich die beiden Konkurrenten nicht viel. „Alibaba und Tencent verschlingen alles in Sichtweite“, schreibt etwa das "Forbes"-Magazin. So rasant wachsen sie. Der Unterschied: Während Tencents Investitionen fokussiert sind, bringt die Alibaba Group ihr Geld großflächig unter die Leute. Immer häufiger investiert sie außerhalb ihres Kernfelds, dem Onlinehandel. Aber auch Tencent erweitert sein Betätigungsfeld, investierte zuletzt in den Online-Händler JD.com Inc, einen von Alibabas größten Konkurrenten.

Durch den Expansionskurs sind die beiden asiatischen Internet-Riesen mittlerweile in vielen Unternehmensfeldern direkte Gegner. Sie vertreiben Spiele und Sicherheitssoftware, Kleidung und Nachrichten-Dienste. Der geplante Börsengang soll Jack Ma das nötige Geld bringen, um Tencent endlich überholen und ausbooten zu können. Doch der IPO ist gewaltig, kompliziert und vor allem nicht risikofrei. 20 Milliarden US-Dollar soll er mindestens schwer sein. Einmal wurde er bereits verschoben.

Das gibt Tencent Zeit für Abwehrmaßnahmen und Gegenangriffe. Tencents stärkste Waffe sind die eigenen Nachrichten-Dienste. Mehr als eine Milliarde Menschen verschickt regelmäßig Nachrichten über das Instant-Messaging-Netzwerk QQ und die App WeChat (sie hat allein 395 Millionen User). Zum Vergleich: Das beliebte WhatsApp kommt auf etwa 500 Millionen aktive Nutzer.

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Über die Dienste verschickt Tencent nicht nur Nachrichten. Aus den Instant-Messanging-Diensten sind längst große Plattformen geworden, die zum Kleidung kaufen, Essen gehen und Computerspielen animieren – natürlich in erster Linie bei Geschäften aus dem Tencent-Imperium.

Aufgeschreckt durch den großen Vorsprung des Konkurrenten und das Potential der Nachrichtdienste investiert auch Alibaba in Instant Messaging, um präsenter im Leben der Kunden zu sein. Das bekannteste Produkt heißt Laiwang. So erfolgreich wie WeChat ist es längst nicht. Das weiß Ma selbst. „Wir haben viel investiert“, soll er im Jahr 2013 einmal gesagt haben, „Aber wir haben nicht so viel Glück. Und wir sind nicht kreativ, nicht so kreativ wie Tencent.“

Ein Trost für Jack Ma: Auch wenn Tencent beim Instant-Messanging die Nase vorn hat, ist der Konkurrent im E-Commerce bislang keine Bedrohung. Über die Shops der Alibaba Group werden fast 80 Prozent des Online-Handels in China abgewickelt..

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