Amazon, Microsoft, SAP & Co.: Der beherzte Marsch in die Internet-Wolke

Amazon, Microsoft, SAP & Co.: Der beherzte Marsch in die Internet-Wolke

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Die Wolke steht symbolisch für Cloud Computing - Neudeutsch für Mietsoftware über das Internet.

von Michael Kroker

Die Quartalsberichte mehrerer IT-Schwergewichte in dieser Woche zeigen: Die Transformation der Software-Branche in Richtung Cloud vollzieht sich rasant.

Dass Cloud Computing – also die Bereitstellung von Mietsoftware per Internet-Zugriff – eines der heißesten Trendthemen der IT überhaupt ist, haben Marktbeobachter seit langem vorhergesagt: So prognostizierte etwa das amerikanische IT-Analyseunternehmen IDC erst Anfang Oktober, dass die weltweiten Umsätze allein mit Cloud-Infrastruktur – also Hard- und Software zur Bereitstellung von Cloud-Diensten – bis 2019 von heute fast 33 auf dann rund 53 Milliarden Euro wachsen sollen. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 15 Prozent.

Noch größer sind bereits heute die Umsätze mit sogenannten Public-Cloud-Diensten, das sind über das freie Internet nutzbare Dienste – im Gegensatz zu solchen in firmeninternen Intranets. Hier sollen die IT-Anbieter rund um den Globus laut IDC-Prognose in diesem Jahr bereits satte 70 Milliarden Dollar umsetzen.

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Dass derlei Vorhersagen nicht, nun ja, aus der Luft gegriffen sind, hat sich in dieser Woche recht eindrucksvoll gezeigt: Gleich eine ganze Reihe von IT-Schwergewichten haben ihre jüngsten Quartalszahlen vorgelegt. Dabei eint Unternehmen wie etwa der Unternehmenssoftware-Anbieter SAP, der Office-Gigant Microsoft und der Internet-Händler Amazon auf den ersten Blick wenig. Bei Lichte betrachtet profitieren sie aktuell alle gemeinsam davon, früher als manche anderen Konkurrenten den Schwenk in Richtung Cloud vollzogen zu haben.

Das volle Potential der Cloud

  • Die wichtigsten Ergebnisse der Bain-Studie

    Für  die Untersuchung “Tapping cloud's full potential" hat die Unternehmensberatung Bain & Company weltweit mehr als 400 Unternehmen befragt. Die Befragung ergab, dass bislang lediglich 18 Prozent des IT-Betriebs von Unternehmen in der Cloud stattfinden. Fehlende Anpassung interner Prozesse verhindert laut der Analyse die  Nutzung des  vollen Potenzials der Cloud. Die Folge laut Bain: „Unternehmen realisieren nur ein gutes Drittel der finanziellen Vorteile von Cloud-Lösungen“. Zudem gerieten die Unternehmen in Sachen Innovationskraft und Entwicklungsgeschwindigkeit ins Hintertreffen. Das gefährde auf lange Sicht die Wettbewerbsfähigkeit.

Zum Beispiel SAP: Konzernchef Bill McDermott treibt den Wandel zum Cloud-Anbieter bereits seit Frühjahr 2014 energisch voran. Dazu zählen zum einen diverse milliardenschwere Übernahmen wie etwa SuccessFactors, Ariba und zuletzt Concur. Zum anderen aber auch der Um- und Abbau von Personal.

Im jüngst abgelaufenen dritten Quartal konnte McDermott erste Früchte seiner Bemühungen ernten. So kletterten die Cloud-Umsätze von SAP zwischen Juli und September um satte 116 Prozent auf nunmehr 600 Millionen Euro. Damit kommt das Geschäft mit der Internet-Wolke immerhin bereits auf einen Anteil von zwölf Prozent am Gesamtumsatz von SAP. Im dritten Quartal des Vorjahres waren es erst 6,5 Prozent.

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