Amazon stellt Fire TV Stick vor: Machtkampf um die Vorherrschaft im Wohnzimmer

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Amazon stellt Fire TV Stick vor: Machtkampf um die Vorherrschaft im Wohnzimmer

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Amazon Fire TV Stick ermöglicht noch einfacheres anschauen von Video-On-Demand-Inhalten.

Was über den Fernseher flimmert, bestimmen immer häufiger Video-Streaming-Angebote. Im Kampf um die deutschen Kunden legt Amazon nach dem vielbeachteten Start von Netflix jetzt mit dem Fire TV Stick nach.

Amazons neueste Attacke beginnt mit einem echten Kampfpreis: Seit Dienstag um 9 Uhr bietet Amazon seinen Fire TV Stick auch in Deutschland an. Die Auslieferung soll ab dem 15. April erfolgen. In den ersten 48 Stunden kostet das kleine Teil, mit dem Videos aus dem Internet direkt auf einen Fernseher gestreamt werden können, im günstigsten Fall gerade einmal sieben Euro.

Dafür muss man allerdings „Prime“-Neukunde von Amazon werden. Das wiederum kostet 49 Euro im Jahr, beinhaltet dafür aber nicht nur unbegrenztes Video-Streaming, sondern auch etwas schnelleren Versand und den Wegfall der Versandkosten bei vielen Bestellungen. Wer schon Prime-Kunde ist, bezahlt in den ersten beiden Verkaufstagen 19 Euro für den Fire TV Stick. Der reguläre Preis liegt bei 39 Euro.

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Amazon will mit Macht in die Wohnzimmer. Gerade erst im vergangenen Herbst hat der Online-Buchhändler hierzulande Fire TV vorgestellt, eine typische Media-Streaming-Box, über die ebenfalls Fotos, Musik und Filme aus dem Internet auf den Fernseher gebracht werden können. Weil Amazon auch zum Start der Box mit Kampfpreisen lockte (49 statt 99 Euro), war das Startangebot bereits nach kurzer Zeit ausverkauft.

Der Fire-Tv-Stick und die dazugehörige Fernbedienung Quelle: PR

Der Fire TV Stick und die dazugehörige Fernbedienung

Bild: PR

Der Fire TV Stick weitet das Angebot der amazonschen Streaming-Geräte in das niedrigere Preissegment aus. Die Kostenersparnis geht dabei zu Lasten der Leistung: Statt eines Quad-Core- wird ein Dual-Core-Prozessor eingesetzt. In dem Stick ist zudem nur ein kleinerer Datenspeicher und eine schwächere Grafikeinheit verbaut. Für das einfache Film-Streaming reicht die Ausstattung jedoch allemal. So will Amazon auch preisbewusste Kunden in seine Streamingwelt locken.

Der Amazon Fire TV Stick

  • Technische Daten

    Der neue Streaming-Stick von Amazon wird angetrieben von einem Dual-Core Prozessor, hat 1 GB RAM und bietet 8 GB Datenspeicher – der Datenspeicher kann nicht erweitert werden. Er wird einfach in eine HDMI-Buchse am Fernseher gesteckt und zusätzlich über einen Micro-USB-Anschluss mit Strom versorgt. Per WLAN stellt er die Verbindung mit dem Internet her. Videos können bis Full-HD-Auflösung (1080p) angezeigt werden.

  • Bedienung

    Bedient wird der Stick entweder über die mitgelieferte einfache Fernbedienung, über eine Fernbedienung mit Mikrofon für die Sprachsteuerung als Zubehör oder übers Smartphone.

Amazon-Serien haben sich zu Publikumslieblingen entwickelt

Die Konkurrenz auf dem wachsenden Markt für Geräte ist groß: Nicht nur, dass immer mehr Hersteller Smart-Tvs mit Streaming-Funktionen in die Läden bringen. Fire TV Stick und Box verweisen auf große Wettbewerber, die es schon in die Wohnzimmer geschafft haben: Fire TV ähnelt Apple TV, Fire TV Stick entspricht in etwa Google Chromecast.

Auch wenn alle drei amerikanischen Anbieter über ihre Shops Musik und Videos anbieten, unterscheidet sich Amazons Strategie doch um einen entscheidenden Aspekt: Der Online-Händler beschränkt sich nicht auf den Verkauf von Hardware und Medien, sondern produziert in den USA, ähnlich wie die Onlinevideothek Netflix, bereits auch eigene Serien. Und das mit Erfolg: Serien wie „Bosch“ und „Mozart in the Jungle“ haben sich zu Publikumsrennern entwickelt. Und mit der Serie „Transparent“ gewann Amazon als erster Streaming-Dienst einen Golden Globe für die „Beste TV-Serie Comedy“.

Die wichtigsten Anbieter im Online-Fernsehen

  • Netflix

    Unternehmen: Netflix

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 95,88–107,88

    Stärke: Viele exklusive Filme und Serien, bewährte Technik, starke Kooperationspartner

    Schwäche: Wenig aktuelle Filme, anfangs relativ kleines Angebot

    Wichtigste Serien: House Of Cards, Orange Is The New Black, Hemlock Grove

    Quelle: Unternehmen

  • Entertain

    Unternehmen: Deutsche Telekom

    Streamingkosten (in € pro Jahr): ab 359,40*

    Stärke: Auch über Satellit nutzbar, teilweise ohne Online-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Nur im Paket mit Telefon und Internet, lange Vertragsbindung

    Wichtigste Serien: Sherlock, The Mentalist, How I Met Your Mother

    * inklusive Telefon und Internet-Anschluss

  • Amazon Prime Video

    Unternehmen: Amazon
    Streamingkosten: Neben einer Jahresgebühr von 49 Euro ist Amazon Prime Video auch im monatlich kündbaren Abo für 7,99 Euro verfügbar
    Stärke: Exklusive Filme und Serien, Gratislieferung von Amazon-Bestellungen, auf mobilen Endgeräten ohne Online-Verbindung nutzbar
    Schwäche: Nicht alle Titel lassen sich für die Offline-Wiedergabe speichern, nicht alle Filme und Serien im Sortiment
    Wichtigste Serien: The Man in the High Castle, Mozart in the Jungle, Transparent, Mr. Robot, Fear the Walking Dead, Lucifer, Preacher, The Night Manager

  • iTunes

    Unternehmen: Apple

    Streamingkosten (in € pro Jahr): Bezahlung pro Download

    Stärke: Sehr breites Angebot, Serien direkt nach US-Ausstrahlung, Kauf ab 99 Cent

    Schwäche: Nur Kauf und Miete

    Wichtigste Serien: True Detective, Sleepy Hollow, The Strain, Downton Abbey

  • Maxdome

    Unternehmen: ProSieben-Sat.1

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 95,88

    Stärke: Großes Angebot, Serien direkt nach US-Ausstrahlung, Kaufvideos, teilweise ohne Online-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Aktuelle Filme und Serien nur Zuzahlung

    Wichtigste Serien: Under The Dome, Hannibal, Sons Of Anarchy, Bitten, Hawaii Five-O

  • Sky Snap

    Unternehmen: Sky

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 47,88

    Stärke: Niedriger Preis; auch Originalfassungen, gegen Aufpreis teilweise ohne Internet-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Begrenztes Angebot, wenig Aktuelles

    Wichtigste Serien: Game Of Thrones, Alcatraz, Die Sopranos, The Walking Dead

  • Whatchever

    Unternehmen: Vivendi

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 107,88

    Stärke: Teilweise ohne Online-Verbindung nutzbar

    Schwäche: Begrenztes Angebot, wenig Aktuelles

    Wichtigste Serien: Mad Men, The Wire, Lilyhammer, The Mentalist, Torchwood

  • YouTube

    Unternehmen: Google

    Streamingkosten (in € pro Jahr): 0

    Stärke: Gratis, fast unendliches Angebot

    Schwäche: Wenig aktuelle und hochwertige Filme

    Wichtigste Serien: Tatort, Schimanski, Kanäle von Komödianten wie Y-Titti, LeFloid

Hohe Umsatzerwartungen

Mit der Entwicklung des Videogeschäfts zeigt sich Amazon sehr zufrieden. Auch wenn das Unternehmen keine konkreten Zahlen herausrückt, so sagt Jorrit van der Meulen, Vice President von Kindle EU doch: „Kein anderes Produkt hat sich je so schnell wie Fire TV auf Platz eins unserer Verkaufslisten hochkatapultiert.“ Der Manager geht davon aus, dass ein ähnlicher Erfolg auch mit dem Stick gelingen wird. „In den USA hat der Launch des Sticks sogar dazu geführt, dass wir auch nochmal mehr Fire TV verkauft haben“, sagt er und lässt seine Umsatzerwartung erahnen.

Beim eigentlichen Video-Streaming führt Amazon mittlerweile die Liste der Anbieter an. Wie das Beratungsunternehmen Goldmedia im Februar ermittelt hat, ist Amazon Prime Instant Video der meistgenutzte Dienst in Deutschland. Er führt das Ranking an. Auf die Frage, welchen Video-on-Demand-Anbieter sie am häufigsten nutzen, nannten 33,2 Prozent Amazon.

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Auf den weiteren Plätzen liegen iTunes von Apple und der bereits seit vielen Jahren etablierte Anbieter Maxdome aus dem ProSiebenSat.1-Konzern mit jeweils 11,3 Prozent. Dahinter folgt Google Play mit 10,8 Prozent. Netflix, der vielbeachtete Newcomer auf dem deutschen Markt, kommt gut ein halbes Jahr nach seinem Start auf beachtliche acht Prozent.

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