Anonyme Chat-App: Facebook startet „Rooms“ in Deutschland

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Anonyme Chat-App: Facebook startet „Rooms“ in Deutschland

Dass Facebook auf den Trend zu Apps mit anonymer Nutzung aufspringen wolle, war schon länger spekuliert worden. Nun ist App „Rooms“ auch in Europa verfügbar.

Facebook hat seine für anonyme Nutzung ausgelegte Chat-App „Rooms“ am Dienstag auch in Deutschland gestartet. In der Anwendung können Nutzer unter beliebigen Namen Chat-Räume anlegen und dort Text-Nachrichten, Bilder und Videos austauschen. Die Idee dahinter sei, seinen Interessen folgen zu können, ohne die eigene Identität preisgeben zu müssen, sagte der zuständige Facebook-Manager Josh Miller.

Die App ist zunächst für Apple-Geräte verfügbar. In manchen Fällen sei die Anonymität für die Nutzer wichtig, wie etwa in der Gruppe zu Unterstützung bei Depressionen, die mehr als 400 Mitglieder habe, betonte Miller. Bei der Anmeldung zur App reiche es, eine E-Mail-Adresse anzugeben. „Wir wollen nicht wissen, wer Sie sind.“ Die Informationen würden auch nicht mit den Nutzerdaten aus der restlichen Facebook-Welt verknüpft.

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Facebook in Zahlen

  • Transparenz dank Börsengang

    Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

  • Schon früh profitabel

    In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

  • Werbung als wichtigste Geldquelle

    Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

  • Beispielloses Wachstum

    Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

  • Zuckerberg hat die Kontrolle

    Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

  • Dominant in aller Welt

    Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

  • Keine Chance für StudiVZ

    Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Neue Mitglieder für einzelne Räume werden über sogenannte QR-Codes eingeladen, die man abfotografiert oder per Screenshot speichert. Die Nutzung ist grundsätzlich ab 18 Jahren erlaubt. Facebook fragt das mit einem Dialog ab, setzt aber keine Kontrollen durch. Hochgeladene Fotos würden per Software auf Pornografie überprüft, sagte Miller.

Dem Unternehmen zufolge werden auch Texteinträge automatisch auf bestimmte Wortkombinationen gescannt, die etwa auf Gewaltverbrechen hinweisen könnten. Ansonsten würden Inhalte vor allem auf Meldung von Nutzern entfernt. Auch Moderatoren der Gruppen können sie löschen.

weitere Artikel

Facebook beharrt in seinem Online-Netzwerk darauf, dass Nutzer sich mit ihren echten Namen anmelden müssen, auch wenn diese Regel oft lasch gehandhabt wird. Außerdem können zum Beispiel Transsexuelle sich ganz offiziell unter Namen ihrer Wahl registrieren. Zugleich gibt es jenseits von Facebook verstärkt Apps wie „Secret“ oder „Whisper“, die eine anonyme Nutzung versprechen. „Rooms“ sei hauptsächlich in London von einem kleinen Team aus 10 bis 15 Leuten entwickelt worden, sagte Miller.

Die Sensibilität für den Datenschutz sei maßgeblich von einem deutschen Mitarbeiter aus Mannheim eingebracht worden. Pläne, mit „Rooms“ Geld zu verdienen, gebe es noch nicht. Wenn es soweit kommt, wäre es für ihn aber wichtig, den Nutzern und Betreibern der Gruppen eine Möglichkeit zum Geldverdienen zu geben, sagte Miller. Der Facebook-Konzern finanziert sich über Werbung, die auf die Nutzer zugeschnitten wird.

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