App in die Fabrik : Jetzt entern die IT-Konzerne das App-Geschäft

App in die Fabrik : Jetzt entern die IT-Konzerne das App-Geschäft

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Mit der App in die Fabriken: Business-Apps gelten aktuell als eines der heißesten Themen der Branche.

von Michael Kroker

IT-Konzerne wie IBM und SAP rollen das bisher von Entwicklern und Kreativen dominierte Geschäft mit Anwendungen für Mobilgeräte auf. Business-Apps gelten aktuell als eines der heißesten Themen der Branche.

Die 400 Service-Techniker, die im Auftrag von Coca-Cola in Deutschland mehr als 250.000 Kühler und Zapfanlagen warten, bekommen alle Infos über Wartungen, Ersatzteile und Reparaturen per App auf einem Android-Gerät.

Rund 1200 Verkaufsmitarbeiter des Getränkeriesen bekommen per iPad-App Routenvorschläge und sehen in einer Art digitalem Cockpit die relevanten Kundeninformationen auf einen Blick. Und mehrere Hunderttausend Verkaufsstellen von Coca-Cola können ihre Bestellungen jetzt per App im E-Commerce-Portal aufgeben. Früher flatterten jeden Tag zwischen 14.000 und 17.000 Bestellungen per Fax oder telefonisch ins Unternehmen – die Coca-Cola-Mitarbeiter mussten die Daten dann noch einmal gesondert in die Informationstechnik-Systeme eingegeben.

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Der mit einem Tagesabsatz von rund zehn Millionen Litern größte Getränkeanbieter hierzulande hat seine IT seit 2013 radikal umgebaut – und setzt dabei insbesondere auf Smartphone- und Tablet-Apps: „Unsere Vision ist, dass relevante Informationen die richtigen Mitarbeiter finden und nicht Mitarbeiter aufwendig nach Informationen suchen müssen“, sagt Marcus Franke, Leiter Informationstechnik von Coca-Cola Deutschland in Berlin.

Der Neue Mega-Trend in der App-Industrie

All die verschiedenen Coke-Apps basieren auf einer Software des Anbieters Salesforce. „Es gibt vermutlich keinen Anbieter, der bereits so viele mobile Apps auf den Markt gebracht hat wie wir“, sagt Sales­force-Europachef Joachim Schreiner.

Damit ist Salesforce einer der Vorreiter eines neuen Mega-Trends in der App-Industrie. Bislang dominieren im Geschäft mit den Miniprogrammen für Smartphones und Tablets vor allem Anwendungen für Endkunden – von Spiele-Apps über Navigationsprogramme bis hin zu digitalen Fotoalben. Nun setzen sich auch Apps für Geschäftskunden durch. „Business-to-Business-Apps sind aktuell eines der heißesten IT-Themen“, sagt Lynn Thorenz, Research Director beim IT-Analysehaus IDC in Frankfurt.

Und der Trend bringt neue Player ins Spiel: Waren Apps für Privatkunden die Domäne von kleinen Entwicklern und Kreativen, rollen bei Business-Apps jetzt IT-Riesen wie IBM, SAP oder Salesforce den Markt auf. Das hat sich in der vergangenen Woche erneut gezeigt: Für einen Betrag zwischen 100 und 200 Millionen Euro übernimmt Microsoft das Berliner Startup 6Wunderkinder. Dessen populäre App für To-Do-Listen namens Wunderlist richtet sich vor allem an Geschäftskunden. Grund für das Vorpreschen der Konzerne: Sie verfügen über die notwendige Expertise, um solche Profi-Apps mit den im Hintergrund laufenden Systemen der jeweiligen Unternehmens-IT zu verknüpfen.

Spätfolge des ersten iPhones

Damit steht der Milliardenmarkt vor dem nächsten Entwicklungsschub. Ausgelöst hat den App-Hype der kalifornische Computerbauer Apple, als er im Sommer 2007 sein iPhone auf den Markt brachte. Auf dem liefen gar keine Anwendungen von Drittanbietern. Unter dem Druck der Nutzer, die das iPhone immer häufiger knackten, um eigene Software aufzu­spielen, ersann Apple sein Store-Konzept, das 2008 startete. Im App Sore von Apple dürfen Entwickler ihre Kreationen wie in ein weltweites Schaufenster einstellen. Kauft jemand eine mobile Anwendung, kassiert Apple 30 Prozent des Kaufpreises als Provision.

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