Apple: Das Imperium schlägt zurück

Apple: Das Imperium schlägt zurück

von Michael Kroker

Apple legt am heutigen Abend die Zahlen für die letzten drei Monate des Jahres 2011 vor. Analysten prophezeien dem Unternehmen ein Bombenquartal – vor allem dank sprunghaft gestiegener iPhone-Verkäufe.

Vor gerade einmal einem Vierteljahr gab es erste düstere Wolken über dem bis dahin stets boomenden Smartphone-Geschäft von Apple: Im dritten Quartal 2011 hatte sich der koreanische Rivale Samsung mit rund 28 Millionen Geräten an die Spitze des weltweiten Smartphone-Geschäfts geschoben, während Apples iPhone-Absatz von zuvor 20 Millionen auf 17 Millionen Handys eingebrochen war.

iPhone 4s löst Ansturm aus

Anzeige

Wie es scheint, konnte Apple im Weihnachtsquartal kontern – und zwar gewaltig: Laut Schätzung des amerikanischen Marktforschers NPD Group stieg der US-Marktanteil des iPhone allein in den Monaten Oktober und November von 26 auf stolze 43 Prozent. Gleichzeitig bracht der bis dahin viele Quartale unangefochtene Marktführer Android von 60 auf 47 Prozent ein. Wie sehr das Führungsduo dem Rest der Branche das Leben schwer macht, erwies sich erst gestern: Überraschend gaben die beiden Chefs des gebeutelten Blackerry-Erfinders RIM ihren Rückzug bekannt; der deutsche Ex-Siemensianer Thorsten Heins soll nun die Sanierung durchziehen.

Das Imperium schlägt zurück, sozusagen. Hauptgrund für die unerwartete Aufwärtsbewegung von Apple: Das Anfang Oktober veröffentlichte iPhone 4s hat offenbar einen erneuten Sturm auf die Apple-Läden ausgelöst. Allein am ersten Wochenende konnte Apple mehr als vier Millionen Geräte absetzen. Dies erklärt gleichzeitig den unerwartet starken Rückgang im dritten Quartal: In Erwartung einer iPhone-Neuauflage haben viele Konsumenten ihren Kauf verschoben.

Purer Optimismus

Im gesamten, bis Ende Dezember laufenden Quartal dürfte das Plus noch überzeugender aussehen, schätzen Analysten. Laut eines Berichts des amerikanischen Wirtschaftsmagazin “Fortune” erwarten 22 befragte professionelle Wall-Street-Analysten im Schnitt einen Absatz von knapp 30 Millionen iPhones zwischen September und Dezember – das wäre ein Plus auf Jahressicht von stolzen 83 Prozent.

Weitere Links zum Artikel

Noch optimistischer sind 15 unabhängige Analysten, bei denen Autor Philipp Elmer-Dewitt ebenfalls Schätzungen einholte. Sie sehen den Quartalsabsatz gemittelt bei 33,4 Millionen iPhones – das wäre sogar mehr als eine Verdopplung gegenüber dem letzten Quartal im Jahr 2010. Dass dieser Fall eintritt, ist laut Elmer-Dewitt gar nicht so ungewiss: In der Vergangenheit wären die Prognosen der unabhängigen Analysten meist akkurater gewesen als die ihrer professionellen Widerparts. Wer dieses Mal recht behält, erfahren wir beim späteren Conference Call von Apple.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%