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Apple: Das Imperium schlägt zurück

von Michael Kroker

Apple legt am heutigen Abend die Zahlen für die letzten drei Monate des Jahres 2011 vor. Analysten prophezeien dem Unternehmen ein Bombenquartal – vor allem dank sprunghaft gestiegener iPhone-Verkäufe.

Die iPhone-Jäger - Wer Apple auf den Fersen ist

Apple iPhone 4 S - Das Designerstück
Nun ist es offiziell - das neue iPhone soll 4 S heißen und am 14. Oktober in die Läden kommen. Äußerlich ist es nicht vom aktuellen Modell 4 zu unterscheiden. Die Neuerungen stecken im Inneren. Wichtigste funktionale Verbesserung ist die Funktion "Siri" - ein persönlicher digitaler Assistent, der mit Stimmbefehlen gesteuert wird. Der neue A5-Doppel-Kern-Prozessor macht das Handy gegenüber den Vorgängern deutlich schneller. Allerdings sinkt die maximale Standby-Zeit des Gerätes um ein Drittel von 300 auf 200 Stunden. Die Kamera wurde deutlich verbessert und soll Videos in HD-Qualität aufnehmen können. Die Antenne ist nun ebenfalls deutlich leistungsfähiger.

Technik, Preis:
Apple iOS 5
Zehn-Zentimeter-Display
960 x 640 Bildpunkte
Acht-Megapixel-Kamera
mehr als 425 000 Apps
Preis: 629 - 849 Euro (ohne Vertrag)

Quelle: Pressefoto

Vor gerade einmal einem Vierteljahr gab es erste düstere Wolken über dem bis dahin stets boomenden Smartphone-Geschäft von Apple: Im dritten Quartal 2011 hatte sich der koreanische Rivale Samsung mit rund 28 Millionen Geräten an die Spitze des weltweiten Smartphone-Geschäfts geschoben, während Apples iPhone-Absatz von zuvor 20 Millionen auf 17 Millionen Handys eingebrochen war.

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iPhone 4s löst Ansturm aus

Wie es scheint, konnte Apple im Weihnachtsquartal kontern – und zwar gewaltig: Laut Schätzung des amerikanischen Marktforschers NPD Group stieg der US-Marktanteil des iPhone allein in den Monaten Oktober und November von 26 auf stolze 43 Prozent. Gleichzeitig bracht der bis dahin viele Quartale unangefochtene Marktführer Android von 60 auf 47 Prozent ein. Wie sehr das Führungsduo dem Rest der Branche das Leben schwer macht, erwies sich erst gestern: Überraschend gaben die beiden Chefs des gebeutelten Blackerry-Erfinders RIM ihren Rückzug bekannt; der deutsche Ex-Siemensianer Thorsten Heins soll nun die Sanierung durchziehen.

Das Imperium schlägt zurück, sozusagen. Hauptgrund für die unerwartete Aufwärtsbewegung von Apple: Das Anfang Oktober veröffentlichte iPhone 4s hat offenbar einen erneuten Sturm auf die Apple-Läden ausgelöst. Allein am ersten Wochenende konnte Apple mehr als vier Millionen Geräte absetzen. Dies erklärt gleichzeitig den unerwartet starken Rückgang im dritten Quartal: In Erwartung einer iPhone-Neuauflage haben viele Konsumenten ihren Kauf verschoben.

Fünf Jahre iPhone

Die Präsentationen von Steve Jobs brachten viele Überraschungen, doch diese war ein besonderer Paukenschlag: Auf der MacWorld Conference in San Francisco präsentierte Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 zum ersten Mal einem breiten Publikum das iPhone. Es vereint Telefon, Kamera und MP3-Player in einem einzelnen Gerät. "Today Apple is going to reinvent the phone", erklärte Jobs und sollte mit dieser großspurigen Aussage Recht behalten.

Zwar hatten andere Unternehmen in den Jahren zuvor ähnliche Produkte auf dem Markt gebracht, doch nur Apple gelang es mit seinem neuen Mobiltelefon den gesamten Handymarkt neu zu erfinden. Vor allem der Verzicht auf eine klassische Tastatur war revolutionär und sollte zahlreiche Nachahmer finden. Die Tragweite dieser Neuerfindung ist heute auf dem Markt für mobile Gadgets nicht zu übersehen.

Quelle: AP

Purer Optimismus

Im gesamten, bis Ende Dezember laufenden Quartal dürfte das Plus noch überzeugender aussehen, schätzen Analysten. Laut eines Berichts des amerikanischen Wirtschaftsmagazin “Fortune” erwarten 22 befragte professionelle Wall-Street-Analysten im Schnitt einen Absatz von knapp 30 Millionen iPhones zwischen September und Dezember – das wäre ein Plus auf Jahressicht von stolzen 83 Prozent.

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Noch optimistischer sind 15 unabhängige Analysten, bei denen Autor Philipp Elmer-Dewitt ebenfalls Schätzungen einholte. Sie sehen den Quartalsabsatz gemittelt bei 33,4 Millionen iPhones – das wäre sogar mehr als eine Verdopplung gegenüber dem letzten Quartal im Jahr 2010. Dass dieser Fall eintritt, ist laut Elmer-Dewitt gar nicht so ungewiss: In der Vergangenheit wären die Prognosen der unabhängigen Analysten meist akkurater gewesen als die ihrer professionellen Widerparts. Wer dieses Mal recht behält, erfahren wir beim späteren Conference Call von Apple.

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