Apple-Entwicklerkonferenz: Die wirklich großen Ankündigungen fehlen

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Apple-Entwicklerkonferenz: Die wirklich großen Ankündigungen fehlen

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Begehrtes Objekt: Das Macbook Pro mit verbauten Retina Display war das Highlight der diesjährigen Apple-Präsentation

von Michael Kroker

Viel Trubel um wenig, möchte man das gestrige Marketing-Feuerwerk von Apple umschreiben. Spannend ist vor allem der – erwartete – Angriff von Apple auf Google Maps bei der Smartphone-Navigation.

Im Rückblick erscheint die 2011er Entwicklerkonferenz WWDC (Worldwide Developer Conference) von Apple als ein ganz besonderes Event, schließlich markiert sie die letzte öffentliche Keynote des im vergangenen Oktober verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs. Dieses Mal obliegt die Rolle des Anchorman dem seit August 2011 an der Apple-Spitze stehenden Tim Cook. Doch bevor der loslegt, ist es an Apples im iPhone 4s eingebauter Sprach-App Siri, die im Moscone Center in San Francisco versammelte Entwicklergemeinde in Stimmung zu bringen.

Das gelingt dem Software-Roboter mit der weiblichen Stimme ganz gut – trotz ihres eigenen trockenen Eingeständnisses, Emotionen seien ihr selber noch gar nicht programmiert worden. So fragt sie unter anderem, wie viele Entwickler man benötige, um eine Glühbirne auszuwechseln – um die Antwort gleich selber nachzulegen. “Keine – das ist ein Hardware-Problem.” Auch die Konkurrenten Samsung und Google bekommen – ganz Apple-untypisch, ihr Fett weg – was soll’s, Siri ist halt nur eine App.

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Apple-Chef Tim Cook Quelle: dpa

Apple-Chef Tim Cook

Bild: dpa

Danach übernimmt Cook den ernsten Part. Der Apple-Boss kündigt unter anderem neue MacBook-Laptops mit leistungsfähigeren Intel-Prozessoren sowie neue Highend-Modelle des MacBook Pro an, letztere erstmals mit dem vom iPad 3 bekannten hochauflösenden Retina-Display ausgestattet – und ab einem Mindestpreis (sic!) von stolzen 2199 Dollar erhältlich. Dazu ein Update für das Mac-Betriebssystem MacOS namens Mountain Lion sowie die neue Version der iPhone- und iPad-Software iOS 6 – beide mit allerlei neuen Funktionen. Ach ja, die Quassel-App Siri gibt’s dann jetzt auch fürs iPad. So weit, so gut - und so dennoch zu einem großen Teil vorab erwartet.

Trotz des ganzen Marketing-Feuerwerks bin ich aber ein wenig enttäuscht, muss ich zugeben. Ja gewiss, die tiefere Facebook-Integration in iOS 6 ist ja ganz nett, aber wenn man das mit dem zugegebenermaßen deutlich weniger verbreiteten Windows Phone vergleicht, ist das meines Erachtens nicht eben revolutionär. Informationen zum iPhone 5 oder zum seit Monaten gerüchteweise im Bau befindlichen Apple-Fernseher – Fehlanzeige! “Die Woche, auf die wir alle gewartet haben”, wie es im Konferenz-Logo Apple-typisch unbescheiden heißt, ist es jedenfalls nicht.

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Am ehesten gilt das noch für das neue, Apple-eigene Kartenmaterial für iOS 6. Denn das markiert eine eindeutige, neuerliche – aber ebenfalls erwartete – Kriegserklärung an die Adresse von Google, deren Google-Maps-App bisher die führende Landkarten-Lösung auch für iPhone und iPad ist. Die App verfügt unter anderem über einen 3D-Modus, der virtuelle dreidimensionale Flüge über Städte ermöglicht (wobei nicht bekannt ist, ob das zunächst nur auf US-Städte begrenzt ist).  So oder so: Der sich immer stärker intensivierende Schlagabtausch zwischen Apple und Google im Mobilsektor dürfte auch in den kommenden Monaten eines der spannendsten Kampffelder der gesamten IT-Industrie darstellen.

Und wie sehr hat Sie die gestrigen Ankündigungen von Apple begeistert?

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