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Kommentar Apple-Führungsspitze: Tim Cook steuert Apple mit fester Hand

von Meike Lorenzen

Apple-Chef Tim Cook hat die Führungsspitze des Unternehmens radikal umgebaut. Dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass er mit konsequenter Hand Zeichen setzt. Spätestens mit der Entscheidung den iOS-Chef Scott Forstall zu entlassen, hat sich Cook aus dem Schatten des Steve Jobs herausgearbeitet.

Apple-Chef Tim Cook Quelle: REUTERS
Apple-Chef Tim Cook Quelle: REUTERS

Die Fußstapfen des legendären Steve Jobs waren groß, als Tim Cook nach dem Tod der Apple-Ikone im Herbst 2011 die Führung des Unternehmens übernahm. Skeptiker munkelten, dass ohne den iGod der Höhenflug des Unternehmens vorbei sei. Und tatsächlich ebbte trotz weiter guter Verkaufszahlen die Kritik an Cooks nicht ab. Fehlgriffe wie bei der Maps-Anwendung oder die enttäuschenden Quartalszahlen waren ebenso Öl im Feuer der Kritiker, wie die schlechten iPad-Verkaufszahlen.

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Immer wieder wurde die Frage laut, ob dieser unscheinbar wirkende und öffentlichkeitsscheue Mann wirklich in der Lage sein kann, die Erfolgsgeschichte von Apple weiterzuschreiben und vor allem das Dreamteam von Jobs an der Führungsspitze zusammenzuhalten. Als dann auch noch der Verkaufsstart des iPhone 5 mit den neuen hauseigenen iOS-Karten statt Google-Maps zu einer Blamage wurde, musste der Apple-Chef viel Schimpf und Schande über sich ergehen lassen.

Der Patentstreit zwischen Apple und Samsung führte dazu, dass Apple Prototypen und Skizzen aus der Entstehungsgeschichte des iPad und iPhones bekannt gegeben hatte. In der Entstehungsgeschichte dieser Geräte hatte Apple deutlich innovativere und bessere Zeiten erlebt.

Bild: dpa

Gewohnt souverän reagierte das Unternehmen mit einer Entschuldigung für die desaströsen Karten, die teilweise die Städte gar nicht anzeigte und Routen quer durch das Meer vorschlug. Man gelobte Besserung und rüstete schnellst möglich nach. Nur wenige Tage nach dem Fehlstart prognostizierten Branchenexperten, dass Apple mit den iOS-Karten wieder ein Trendsetter der Zukunft ist. Für Tim Cook war die Sache damit jedoch nicht ausgestanden. Nun setzt er den iOS-Chef Scott Forstall vor die Tür. Forstall scheidet im kommenden Jahr aus. Bis zu diesem Zeitpunkt wird er als Berater des Apple-Chefs fungieren.

Für Forstall ist dies ein besonders dramatischer Trend, wurde er doch früher als potenzieller Jobs-Nachfolger gehandelt. Ganz unschuldig scheint er an seiner Situation jedoch nicht zu sein. Laut Unternehmenskennern habe er mit seinem aggressiven Auftreten andere Manager verschreckt und nach Jobs' Tod im vergangenen Jahr nur noch wenige Verbündete an der Firmenspitze gehabt.  

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 01.11.2012, 12:32 UhrFallobst

    Man muß schon Äpfel auf den Augen haben um das Chaos in der Führungsetage und die mangelnde Innovationskraft innerhalb Apples nach Jobs Tod als Führungsstärke zu interpretieren.
    Die Börse bewertet das derzeit mit einem 15%igen Kursabschlag auf den alten Höchststand und ist damit näher an der Realität als der Autor des Artikels.
    Gut möglich das Apple im Januar nach dem Weihnachtsquartal sich nochmal zu alten Kursen aufschwingt aber wenn da nicht "another thing" kommt wird die 200 Tage Linie rapp zapp dauerhaft nach unten durchschlagen.
    Apple hat im letzten Jahrzehnt eine Menge Menschen reich gemacht, aber das Wachstum von 800 Pfund Gorillas ist eben begrenzt und eine Gewichtsabnahme deutlich wahrscheinlicher als die Zunahme auf 1600 Pfund.

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