Apple gegen das FBI: Das ist bloß eine grottenschlechte Image-Kampagne

KommentarApple gegen das FBI: Das ist bloß eine grottenschlechte Image-Kampagne

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Apple-Kunden protestieren gegen das FBI.

Apple will dem FBI nicht bei der Entschlüsselung von iPhones helfen. Die Auflehnung gegen die Behörde ist bloß eine Luftnummer, meint unser Gastautor.

Apple verweigert aktuell den amerikanischen Behörden eine Hintertür zu Daten auf einem iPhone. Die Daten des Smartphones eines getöteten Attentäters will der Computerkonzern aus Cupertino dem FBI nicht zugänglich machen und verkündet in einem offenen Brief, dass es diesen „Präzedenzfall“ des Datenzugriffs durch die Behörden nicht unterstützt.

Das Argument: Apple stehe für absolute Datensicherheit. Doch selbst wenn Apple helfen wollte, seien die Systeme so sicher, dass ihre eigenen Leute die verschlüsselten Daten ohne weiteres gar nicht entschlüsseln könnten.

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Daniel Greitens. Quelle: PR

Gastautor Daniel Greitens ist Gründer und Geschäftsführer des Software-Unternehmens Maximago

Bild: PR

Das hörte sich gut an. Apple-Jünger sahen sich schon als Fels in der George-Orwellschen Brandung. Und das ist durchaus wünschenswert: Immerhin gehört das Sammeln von Nutzerdaten seit jeher zu Apples Geschäftsmodell. Früher lieber geheim, heute immer öfter auch mit der notwendigen Zustimmung seiner Nutzer. Da kommt es doch gelegen, wenn die Nutzer das Gefühl haben, dass ihre Daten bei Apple unantastbar sind.

Doch als dann die Leitfigur der Computersicherheit McAfee öffentlich anbietet, das iPhone des Attentäters zu entschlüsseln, ist Apple entlarvt: Die Entschlüsselung ihrer angeblich unknackbar verschlüsselten Daten ist durchaus möglich, selbst für Externe. Es geht also tatsächlich weniger um den konkreten Fall, als vielmehr darum, eine Zusammenarbeit mit den Behörden zu verschleiern.

Apple-Chef will US-Präsidenten treffen „Es geht nicht um dieses Telefon, es geht um die Zukunft“

Im Streit mit den US-Behörden warnt Apple-Chef Tim Cook, Software zum Entsperren von iPhones sei „Trampeln auf Bürgerrechten“. Seine Argumente will er nun im Weißen Haus vortragen – bei einem Treffen mit Präsident Obama.

Apple-Chef streitet mit den US-Behörden ums Prinzip. Quelle: dpa

Dass Apple wie behauptet wirklich allein um den Datenschutz seiner Nutzer bemüht sei, glauben Insider ohnehin nicht. So gab es bereits vergangenes Jahr ein identisches Gesuch der Behörden im Falle eines New Yorker Drogendealers - ohne dass Apple sich öffentlichkeitswirksam wehrte. Und schon das war kein Einzelfall: Laut eines Staatsanwalts soll Apple seit 2008 bereits 70 iPhones im Namen der Behörden zugänglich gemacht haben. 

Ganz offensichtlich ist die jüngst medial so laut inszenierte Auflehnung gegen das FBI also nicht mehr als eine kalkulierte Image-Kampagne. Eine grottenschlechte obendrein.

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