Apple-Quartalszahlen: Der unglaubliche Geldregen des Tim Cook

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Apple-Quartalszahlen: Der unglaubliche Geldregen des Tim Cook

Quelle:Handelsblatt Online

Apple sprengt alle Dimensionen: Noch nie hat ein Unternehmen in einem Quartal so viel verdient wie der Smartphone-Hersteller. Und die Aussichten sind weiter gut. Doch alles hängt am iPhone.

So viel hat noch niemals ein Unternehmen in einem Quartal verdient. Mit einem Nettoertrag von 18 Milliarden Dollar im Weihnachtsquartal 2014 sprengt Apple alle Dimensionen. Das ist vor allem für die Aktionäre ein Grund zur Freude. Im April, so Apple, am Dienstag bei Vorlage der Quartalszahlen, werde man das laufende Ausschüttungsprogramm „überdenken“. Mit anderen Worten, mehr Aktienrückkäufe und Dividenden sind in Sicht. Der Kurs stieg nachbörslich um bis zu fünf Prozent.

Lange hatte sich Apple geweigert, irgendetwas von seinen Notgroschen abzugeben. Erst 2013 brachte massiver Druck von Aktionärsaktivisten und ein kollabierender Aktienkurs Vorstandschef Tim Cook zum Einlenken. Zunächst versprach er zögerlich, 45 Milliarden Dollar auszuschütten, was nur Gelächter hervorrief. Am Ende gab es einen Aktiensplitt 7:1 und ein Aktienrückkauf- und Dividendenprogramm von 130 Milliarden Dollar bis Ende 2015. Doch das Finanzpolster hat jetzt mit 178 Milliarden Dollar ein neues Rekordniveau erreicht, obwohl es eigentlich längt sinken sollte. Doch der Umsatz stieg – um 30 Prozent auf 74,6 Milliarden Dollar.

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Selbst für das laufende Quartal wird, verglichen mit dem Vorjahr, wieder mit einem Umsatzplus auf 52 bis 55 Milliarden Dollar gerechnet, ungeachtet eines starken Gegenwinds vom Devisenmarkt. 65 Prozent des Umsatzes kommt aus dem Ausland. Doch Apple-Kunden stehen in Treue fest.

Die Kultfirma aus Cupertino scheint immun gegen alle Rückschläge. Das mächtige Nokia ist gestürzt, Microsoft bekommt mit seinen Lumias keinen Fuß auf den Boden, Samsung verliert Marktanteile. Nur Apple brummt: Selbst in China hat laut Marktforscher Canalys Apple die Koreaner als Nummer eins im Smartphonemarkt entthront. Analysten waren sicher, ohne ein preiswertes iPhone werde das in China nie gelingen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es wurde erreicht mit dem iPhone 6 und einem durchschnittlichen Preis pro Stück von fast 700 Dollar.

Marktanteile Smartphone Betriebssystem weltweit

  • Android

    Obwohl Apple den Smartphone-Markt geschaffen hat, kontrolliert ihn Google. Auf über 82 Prozent aller Smartphones weltweit ist Googles Betriebssystem Android installiert.

    Quelle: Unternehmen / Statista

  • iOS

    Weit abgeschlagen auf Rang zwei befindet sich Apples Betriebssystem iOS. Immerhin hält Apple 13,8 Prozent der Marktanteile.

  • Windows Phone

    Das Windows-Betriebssystem ist gerade einmal auf knapp drei Prozent aller Smartphones installiert.

Wie ein Uhrwerk stießen die asiatischen Hersteller rund um die Uhr iPhones aus. Pro Stunde gingen 34.000 Stück an die Kunden, 24 Stunden am Tag, Monat für Monat, so Vorstandschef Tim Cook. Am Ende waren es 74,5 Millionen nach 51 Millionen im Vorjahr, was die „kühnsten Erwartungen“ übertroffen habe. Ist jetzt Ende der Fahnenstange? Wohl kaum, so Cook, der optimistisch auf das laufende Quartal blickt. Auf die Frage eines Analysten, wie es denn mit Upgrade-Käufen von älteren Modellen aussehe, antwortete dies sei „gerade mal“ zweistellig im Prozentbereich, da sei „enormes Potenzial“. Viele Kunden stecken halt noch in teuren Zweijahres-Verträgen mit iPhone 5 fest.

Sie könnten rechtzeitig einspringen, wenn das Interesse in Schwellenländern wie Brasilien und China nachlässt. Hier sei die Nachfrage, besonders in China mit einem Plus von über 100 Prozent, „phänomenal“ gewesen. Überhaupt setzt Cook auf Wechsler vom konkurrierenden Android von Google und Neukunden: „Es gibt eine Menge Menschen auf der Welt, die noch nie ein Smartphone hatten“, so Cook. „Man glaubt das nicht, wenn man in den USA wohnt, aber es ist so.“

Ein Wachstumspotenzial, das Cook braucht. Mit 68 Prozent des Konzernumsatzes ist die Abhängigkeit vom iPhone so groß wie nie. Ein unerwarteter Wechsel im Verbrauchergeschmack, wie er Nokia in den Ruin trieb, darf da nicht eintreten. Oder wenn, dann muss Apple die Trends setzen.

Das soll ab April mit der Smartwatch „Watch“ gelingen. Obwohl spät dran, und mit starker Konkurrenz von Samsung über Motorola bis Pebble, hofft Cook in bewährter Manier einfach das Feld von hinten aufzurollen. Bessere Qualität, Stil und mehr Nutzen will er bieten. Er könne „ohne die Watch schon gar nicht mehr leben“, gibt er an. Analysten erwarten Verkäufe zwischen 50 und 100 Millionen Stück bis Jahresende. Das sei zum Teil schlicht als Funktion der unzähligen iPhones, die jetzt im Markt sind. Wer zum Beispiel mit seinem iPhone 5 noch zufrieden ist, der gönnt sich vielleicht eine Uhr statt eines iPhone 6.

Die Schwäche des iPads fällt da kaum noch ins Gewicht. Mit 21 Millionen Tablets ging es im Weihnachtsquartal trotz Modelloffensive weiter bergab, 26 Millionen waren es im Vorjahr. Der Markt ist gesättigt, die Android-Billigkonkurrenz ist attraktiv und in Amerikas Schulen wird in Google-Laptops statt iPads investiert. Sie sind einfach billiger und produktiver. Cook selbst räumt ein, man werde kurzfristig keine „wundersame Erholung“ der Verkäufe erleben. Aber langfristig bleibt er positiv. Die Rate der Erstkäufer sei weiter sehr hoch. Und wenn viele Menschen erstmals ein Produkt kauften, dann könne „der Markt nicht gesättigt sein“.

Besser läuft es bei Mac-Computern, die mit 5,5 Millionen Stück nicht nur 14 Prozent über Vorjahr liegen, sondern schlicht den Trend der Branche schlagen. Marktforscher wie Gartner oder IDC sehen bestenfalls eine Stagnation im PC-Segment.

Die Umsätze der Tech-Giganten



Die Grafik zeigt die Umsatz-Entwicklung von Apple, Amazon, Microsoft, Yahoo und Google in Milliarden US-Dollar.

Quelle: Unternehmen, Statista

Was das Füllhorn für die Aktionäre angeht, bleibt es gut gefüllt. Die Dividende mit 0,47 Cents pro Aktie bleibt erst einmal unverändert. Insgesamt habe man 103 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurückgezahlt, alleine 57 Milliarden in den vergangenen zwölf Monaten. Allerdings verblasst dies vor der Tatsache, dass alleine im Weihnachtsquartal der Geldberg um 33,7 Milliarden Dollar angewachsen ist.

Nur an einer Legende ist zu sehen, dass auch das moderne Apple am Ende den Lebenszyklen der Branche unterliegt. Der iPod, mit dem 2001 der Wiederaufstieg aus der Asche und der folgende Siegeszug begann, ist heute Geschichte. Er wird seit diesem Quartal nur noch unter „Sonstige Produkte“ ausgewiesen, zusammen mit Randaktivitäten wie Apple TV oder Kopfhörern. Aber die Transition ist diesmal noch gelungen. Das iPhone hat den Staffelstab vom iPod übernommen und rennt und rennt und rennt ….

Quelle:  Handelsblatt Online
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