Apple und IBM arbeiten zusammen: Warum Apple Kooperationen braucht

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Apple und IBM arbeiten zusammen: Warum Apple Kooperationen braucht

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IBM arbeitet künftig mit Apple zusammen, um gemeinsame Vertriebswege zu etablieren.

von Kathrin Grannemann

Die Nachricht über die kommende enge Zusammenarbeit zwischen Apple und IBM im Bereich Mobilegeräte und Big Data kam überraschend – sie ergibt aber für beide Seiten Sinn.

In frühen Zeiten von Steve Jobs wäre diese Zusammenarbeit nie denkbar gewesen. In den Achtzigern war das klare Ziel des Apple-Marketingchefs John Sculley, IBM und Microsoft auf dem Computermarkt auszustechen – was bekanntermaßen nicht so ganz geklappt hat. Der „Feindschaft“ wurde sogar ein mittlerweile ikonischer Werbespot gewidmet, in dem IBM als großer Bruder dargestellt wurde. Und nicht zu vergessen ist das legendäre Bild, auf dem Steve Jobs IBM ganz ungeniert den Mittelfinger zeigt.

Der einstige Rebell zeigt dem Konkurrenten den Stinkefinger. (Klicken, um zu vergrößern) Quelle: PR

Der einstige Rebell zeigt dem Konkurrenten den Stinkefinger. (Klicken, um zu vergrößern)

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30 Jahre später sieht die Sache anders aus. In einem Interview mit CNBC stellte Apple-Chef Tim Cook heraus, dass es Zeit sei, die Feindseligkeit zu beenden. „Innerhalb von 30 Jahren sind wir von Konkurrenten zu unglaublich gut zusammenpassenden Unternehmen geworden und ich die Menschen, die am meisten davon profitieren sind Geschäftskunden, die den Betrieb ihrer Unternehmen noch produktiver gestalten können“ so Cook.

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Für  Apple ist der Schritt ein wichtiger Meilenstein. „Die Verbreitung innerhalb von Unternehmen ist bei Mobilgeräten sehr niedrig“, so Cook. iPhones und iPads können künftig direkt über IBM bestellt und mit der IBM MobileFirst-Plattform ausgeliefert werden. Darin sind zahlreiche Werkzeuge für größere Unternehmen enthalten, die die Arbeit noch produktiver gestalten sollen. Den Kundendienst übernimmt eine spezielle Apple-Hotline, die auf die Geschäftskunden zugeschnitten wird.

Die Köpfe hinter Apple

  • Tim Cook: Apple-Chef

    Cook schlug zum Start als Apple-Chef mit dem Tod von Jobs im Oktober 2011 einige Skepsis entgegen. Denn er war zwar schon zuvor für das Tagesgeschäft zuständig und hatte den Gründer immer wieder mal während der Auszeiten wegen dessen Krebserkrankung vertreten.

    Der 55-jährige Manager hat Apple in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Der Konzern achtet mehr auf Umweltaspekte, Datenschutz sowie die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern, kommuniziert offener als in der Jobs-Ära und schüttet Milliarden Dollar an Aktionäre aus. Zuletzt wagte Cook eine Konfrontation mit der US-Regierung um Verschlüsselung beim iPhone.

  • Angela Ahrendts: Apple Store

    Die Marketingexpertin interessierte sich früh für Kleidung. Sie heuerte beim Modelabel Donna Karan an. Zwischen 2002 und 2006 war die gebürtige US-Amerikanerin für die Marke Liz Claiborne verantwortlich und sanierte dann das Londoner Modehaus Burberry.

  • Jimmy Iovine: iTunes

    In den Siebzigerjahren arbeitete Iovine als Toningenieur mit Stars wie John Lennon und stieg zum Plattenboss bei Interscope Geffen A&M auf. 2006 gründete er mit Dr. Dre Beats. Parallel wirkte er bei der US-TV-Talentshow "American Idol" mit.

  • Kevin Lynch: Internet der Dinge

    Lynch startete im Elektronischen Visualisierungslabor der Universität von Chicago. Später ging er zur US-Softwarefirma Macromedia. Als Adobe diese 2005 kaufte, wurde er Technikchef. Mit Apple- Gründer Jobs stritt er, weil der die Adobe-Flash-Technik hasste.

  • Dr. Dre (André Young): iTunes

    Young war als Teenager DJ, rappte in der Hip-Hop-Gruppe N.W.A und gründete 1991 das Musiklabel Death Row Records. Er verpflichtete die späteren Megastars Eminem und 50 Cent. 2006 startete er mit Jimmy Iovine den Kopfhörerbauer Beats.

Mit der Zusammenarbeit erschließt Apple sich komplett neue Betriebswege: Sehr wohl gibt es ein offizielles Enterprise-Programm, über das Geschäftskunden auf sie zugeschnittene Produkte bestellen können. IBM bietet allerdings zusätzliche Vertriebskanäle und verfügt über einen umfangreichen Kundenstamm – bis hin zu den alteingesessenen Großunternehmen, deren IT auf Microsoft Windows basiert. Mit einem Schlag vergrößert sich der potentielle Kundenstamm um ein vielfaches - vor allem um Entscheider in Großunternehmen, die in der Hand haben, welche Hardware eingesetzt wird.

Wie IBM-Chefin Ginny Rometty der New York Times verriet, sollen Apples Smartphones und Tablets fest in die Entscheidungsprozesse der Unternehmen eingebunden werden, spezielle Programme zur Auswertung von Firmendaten mit Anbindung an IBMs Cloud-Dienste sollen bereits in der Entwicklung sein und im Herbst mit der Veröffentlichung von iOS 8 bereitgestellt werden. Derzeit soll nur im Mobilbereich zusammengearbeitet werden – denkbar und mittelfristig auch logisch - wäre eine Erweiterung der Kooperation auch im Bereich von Laptops und stationären Rechnern.

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Apple erwartet seinerseits keine finanziellen Wunder, die aus der Zusammenarbeit resultieren – zumal IBM mittelfristig auch Android unterstützen will. Lediglich der direkte Verkauf von Hardware passend zur IBM-Software gibt Apple eine exponierte Position – die verpflichtet. Es liegt an Apple, die eigene Hardware sowie das Betriebssystem iOS so zu gestalten, dass Geschäftskunden langfristig gebunden werden können.

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